Unser Programm vom 25.06.-01.07.2026
NEU:
HALLO BETTY
tägl. 18:45, 16:30
Regie: Pierre Monnard, CH 2025, 108 Min., FSK 6. Mit Sarah Spale, Martin Vischer, Loulu Schwarz | Bundesstart
HALLO BETTY erzählt mit Humor und Retro-Charme die wahre Geschichte einer Frau, die ihrer Zeit voraus war. Eine echte Erfolgsstory.
1956 erfindet die schüchterne Werbetexterin Emmi Creola (Sarah Spale) im Rahmen einer Kampagne für Speiseöl die Kunstfigur Betty Bossi – und trifft damit den Nerv der Zeit. Aus einer Marketingidee wird die „Köchin und Hausfrau der Nation“, aus Emmi eine unfreiwillige öffentliche Figur. Denn die Schweiz liebt Betty – und verlangt bald ein echtes Gesicht.
Emmi schlüpft widerwillig in die Rolle ihrer eigenen Erfindung und wird selbst zur gefeierten Koch-Ikone. Doch der Erfolg fordert seinen Preis: In einer von Männern dominierten Branche muss sie sich behaupten, während sie zugleich versucht, den Erwartungen als Ehefrau und Mutter gerecht zu werden.
“Humorvoll gewürzt und mit nostalgischem Retro-Charme serviert, zeichnet diese wahre Emanzipationsgeschichte ein bewegendes Sittengemälde jener Zeit. Kino und Kochen sind seit jeher ein gutes Rezept für Unterhaltung der bekömmlichen Art.” (programmkino.de)
Unser Programm vom 02.07.-08.07.2026
NEU:
THE PIANO TUNER
tägl. 19:00 (Mi in engl. OmU), 16:45, Fr + Sa auch 21:15 (Fr in engl. OmU)
Regie: Daniel Roher, US/CA 2025, 108 Min., FSK 12. Mit Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu u.a. | Bundesstart
Niki (Leo Woodall) ist ein junger, außergewöhnlich begabter Klavierstimmer, welcher in New York lebt, nachdem er seine musikalische Karriere aufgeben musste. Sein feines Gehör macht ihn nicht nur in der Musikwelt begehrt, sondern auch für Kriminelle, die ihn zum Öffnen von Safes einsetzen. Während er zwischen legaler Arbeit und gefährlichen Aufträgen hin- und hergerissen ist, verliebt er sich in eine junge Kompositionsstudentin (Havana Rose Liu).
Mit seinem Spielfilmdebüt lässt uns Daniel Roher das Talent des aufstrebenden Stars Leo Woodall entdecken, an der Seite seines Mentors – verkörpert von niemand Geringerem als Dustin Hoffman!
“Eine clever inszenierte, warmherzig amüsante Krimi-Lovestory mit exzellenter Besetzung.” (programmkino.de)
"Eine intelligent konstruierte, höchst unterhaltsame Mischung aus Drama, Liebesgeschichte und Krimi, die ihre Erzählstränge geschickt miteinander verknüpft." (filmdienst.de)
Hier geht's zur ausführlichen Kritik.
DOK am Montag:
BORN TO FAKE
Mo, 6.7., 19:00
Regie: Benjamin Rost & Erec Brehmer, DE 2025, 97 Min., FSK 12, Dokumentarfilm
Kinderarbeit für IKEA in Indien? Drogensüchtige, die Kröten lecken, um high zu werden? Der Ku-Klux-Klan in der Eifel? Alles frei erfunden, von Michael Born, der zwischen 1990 und 1996 über 20 Beiträge für das aufkommende Privatfernsehen erfand.
BORN TO FAKE ist ein Film über den Moment, in dem Bilder wichtiger wurden als ihre Wahrheit.
Der Fall Michael Born markiert einen medialen Kipppunkt in Deutschland: die Stelle, an der Sensation, Tempo und Sendelogik begannen, die Wirklichkeit zu überholen. Born verstand früh, was ein System sehen wollte. Und er lieferte es. Nicht trotz seiner Dreistigkeit, sondern gerade deshalb. Seine gefälschten Beiträge liefen im Privatfernsehen, weil sie passten: zu den Erwartungen der Redaktionen, zur Dramaturgie der Magazine, zum Hunger nach starken Bildern.
Im Zentrum des Skandals stand vor allem stern TV — die Sendung war von Borns Fälschungen so direkt betroffen wie kaum ein anderes deutsches TV-Format. Für Günther Jauch, das damalige Gesicht der Sendung im RTL Programm, wurde die Born-Affäre zur heiklen öffentlichen Belastung, die seine Glaubwürdigkeit als Moderator massiv erschütterte und zeitweise sogar karrieregefährdend wirkte.
Genau darin liegt die beunruhigende Gegenwart dieses Falls. BORN TO FAKE blickt nicht nostalgisch auf die 1990er zurück. Der Film zeigt, wie früh ein Bildregime sichtbar wurde, das uns heute in neuer Form wieder begegnet: Wirklichkeit wird modellierbar, Bilder werden billiger, perfekter, manipulierbarer. Was damals mit Camcorder, Schnittplatz und Chuzpe möglich war, ist im Zeitalter generativer KI radikal skaliert.
Der Film zwingt dazu, die Verantwortung nicht nur bei einem Fälscher zu suchen, sondern im Blick selbst. Im System. Im Publikum. In unserer Gegenwart.
Vorschau
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