"Im Dokumentarfilm werden heute oft die spannendsten Geschichten erzählt. Die Themen und erzählerischen Formen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Unsere Reihe DOKUMENTARFILME IM UNIVERSUM stellt eine Auswahl vor, mit der wir Sie für das Format begeistern wollen - nicht nur montags." (Volker Kufahl, Geschäftsführer Universum Filmtheater)
Das Universum Filmtheater Braunschweig wurde am 30. Oktober 2025 in Karlsruhe bei der Verleihung der Kino- und Verleihprogrammpreise des Bundes mit einem Preis für das sehr gute Dokumentarfilmprogramm 2024 im Wert von 5.000 Euro ausgezeichnet!
EXHIBITION ON SCREEN:
FRIDA KAHLO
Mo, 18.5., 19:00 in OmU
Wer war Frida Kahlo? Jeder hat schon von ihr gehört, doch was für ein Mensch verbirgt sich hinter den leuchtenden Farben, den buschigen Augenbrauen und den Blumenkränzen? Wir entführen Sie auf eine Reise durch das Leben dieser ikonischen Malerin: Entdecken Sie ihre Kunst und die Wahrheit über ihr bewegtes Leben.
Dieser maßstabsetzende Film vermittelt tiefe Einblicke in zentrale Werke von Frida Kahlo. Dank neuester Aufnahmetechnik sehen Sie diese in bislang unvorstellbarer Qualität. Die Produktion verrät Kahlos tiefste Gefühle und entschlüsselt die Geheimnisse und Symbole, die sich hinter ihrer Kunst verbergen. Als Leitfaden durch den Film dienen ihre Briefe.
Wie bei “Exhibition on Screen” üblich, verbindet unser ganz persönlicher, intimer Film Interviews mit Kommentaren und detaillierten Kunstanalysen. Er präsentiert ein wahres Feuerwerk an Farben, feiert die Kraft des Lebens und bietet Ihnen einen einmaligen Zugang zu Kahlos Werken: Erfahren Sie mehr über ihre fieberhafte Kreativität, ihre Widerstandskraft und ihre beispiellose Lust am Leben, an Politik, Männern und Frauen.
Der ultimative Film zum Leben und Werk einer wahren Ikone. Mit zahlreichen Aufnahmen aus Kahlos “Blauem Haus” in Mexico City. In Zusammenarbeit mit Experten, die Kahlo persönlich kannten oder ihr Werk erforscht und kuratiert haben
DOK am Montag:
THE COWBOY
Mo, 1.6., 19:00
Der elfjährige Crowley aus Colorado, am Fuße der Rocky Mountains, träumt von einem Leben als Cowboy – von Kraft, Freiheit und unbeugsamer Männlichkeit. Mit diesen Werten erziehen ihn seine Eltern, die Familie ist alles für ihn. Der Junge versucht ihren Erwartungen gerecht zu werden, so gut es geht: Disziplin ohne Widerspruch, harte Arbeit auf der Ranch. Doch dann stellt eine unerwartete Tragödie seine Vorstellungen von Mut und Härte radikal in Frage.
Der Dokumentarfilm THE COWBOY von André Hörmann begleitet Crowley mit großer Nähe und Sensibilität über zehn Jahre lang auf seinem Weg zum erwachsenen Mann – und dekonstruiert dabei Stück für Stück den Mythos vom Cowboy als Symbol wahrhaftiger Männlichkeit. Denn mit jedem Rückschlag erkennt der Junge mehr, dass zu echter Stärke auch Verletzlichkeit und der Mut zum Scheitern gehören.
THE COWBOY ist das berührende Porträt eines Menschen auf der Suche nach dem richtigen Platz im eigenen Leben. Und ein Film, der ein neues, vielschichtiges Bild vom Leben im Herzen der USA zeichnet. Seine Uraufführung erlebte THE COWBOY beim Festival in Locarno.
“Eindrucksvolle Familien- und Coming-of-Age-Geschichte in Trumpland” (The Spot Media & Film) - hier geht's zur Besprechung.
EXTRA:
BIS EIN ORT ERINNERT
Mi, 3.6., 18:45 Uhr - Mit Gästen und Gespräch
Regie: Sarah K. Becker, DE 2025, 39 Min., Dokumentarfilm
Anschließendes Filmgespräch mit: Sarah K. Becker (Regisseurin), Stina Barrenscheen-Loster (Leiterin Gedenkstätte Schillstraße), Anja Hesse (Kulturdezernentin), David Janzen (Rechtsextremismusexperte) und Paul Pockrandt (VVN-BdA).
Mitten in Braunschweig lag über Jahrzehnte ein Ort, an den kaum jemand erinnern wollte: das KZ-Außenlager Schillstraße. Die Spuren waren überbaut, die Geschichte verdrängt. Erst in den 1990er Jahren regte sich Widerstand. Zivilgesellschaftliche Proteste forderten ein Gedenken an die ehemaligen Häftlinge und stellten die Frage, warum dieser Ort so lange aus dem Stadtbild und dem Bewusstsein verschwinden konnte.
Der Film erzählt von Protesten, politischen Konflikten und einer aufgeheizten öffentlichen Debatte. Am nahegelegenen Schilldenkmal wurde jedes Jahr am Volkstrauertag der gefallenen deutschen Soldaten gedacht – nur wenige Meter vom ehemaligen Lagergelände entfernt.
Als dort Forderungen nach einem Erinnerungsort für die NS-Opfer laut wurden, prallten unterschiedliche Vorstellungen von Gedenken unmittelbar aufeinander. Viele hielten zunächst an bestehenden Formen des Erinnerns fest, während andere ein sichtbares Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus einforderten.
Anhand von Interviews mit Zeitzeug*innen sowie historischem Video- und Bildmaterial rekonstruiert „Bis ein Ort erinnert" die Auseinandersetzungen die schließlich zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahr 2000 führten – und macht deutlich, wie umkämpft Erinnerung ist.
In Kooperation mit der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße.
DOK am Montag:
ENSEMBLE MODERN – WHY WE PLAY
Mo, 8.6., 19:00
ENSEMBLE MODERN – WHY WE PLAY ist der erste abendfüllende Dokumentarfilm über eines der weltweit führenden Ensembles für zeitgenössische Musik.
Der Film gewährt einen unmittelbaren Zugang zur Arbeit des Ensemble Modern und begleitet die Musiker*innen nicht nur auf der Bühne, sondern vor allem in den Proben – dorthin, wo Musik entsteht.
In konzentrierten Arbeitsprozessen wird hörbar, wie sich eine gemeinsame musikalische Sprache formt: durch Suchen, Verwerfen und erneutes Annähern. Im Zentrum stehen Werke prägender Komponist*innen wie Rebecca Saunders, Heiner Goebbels und Mark Andre ebenso wie Positionen einer jüngeren Generation wie Brigitta Muntendorf und Milica Djordjevic.
Der Film macht diesen Prozess sichtbar und erfahrbar und eröffnet zugleich einen Einblick in die künstlerischen Fragestellungen, die zeitgenössische Musik heute prägen. Dabei entsteht das Bild eines Ensembles als lebendiger Organismus – getragen von individueller Handschrift, kollektiver Präzision und kontinuierlicher Zusammenarbeit mit Dirigent*innen wie Ingo Metzmacher und Enno Poppe.
Jährlich erarbeitet das Ensemble Modern rund 70 Werke und bewegt sich damit stetig an der Grenze des Hörbaren. ENSEMBLE MODERN – WHY WE PLAY zeigt Musik nicht nur als Aufführung, sondern als Prozess – und als gemeinsame Suche nach Ausdruck in unserer Zeit.
EXTRA:
DAS GEWICHT DER WELT
Mi, 10.6., 18:45 - Mit Filmgespräch
Zu Gast: Regisseur Florian Heinzen-Ziob
Wissenschaft soll sachlich sein: Fakten statt Gefühle. Aber eine neue Generation Naturwissenschaftler*innen erlebt, wie ihre Forschung durch den Klimawandel aus den Fugen gerät.
Statt die Wunder der Natur zu entdecken, sind Maria, Doktorin der Glaziologie, Sebastian, Professor für Physikalische Chemie, und Nana, Molekularbiologin, Chronisten einer untergehenden Welt. Aber niemand hört auf sie. Was tun? Statt sich frustriert in den Elfenbeinturm ihrer Forschung zurückzuziehen, verlassen Maria, Sebastian und Nana das Labor und werden zu Aktivist*innen, denn sie tragen auf ihren Schultern das Gewicht der Welt.
DAS GEWICHT DER WELT ist mehr als ein Klimadokumentarfilm – es ist ein zutiefst menschliches Porträt dreier Naturwissenschaftler*innen, die erkennen, dass ihre Forschung alleine nicht mehr ausreicht. In Zeiten zunehmender Klimakatastrophen, politischer Lähmung und gesellschaftlicher Spaltung bietet der Film einen emotionalen Zugang zu einer der zentralen Fragen unserer Zeit:
Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen?
In Kooperation mit der Green Office der TU Braunschweig.

