Unser Programm vom 15.01.-21.01.2026
DOK am Montag:
FORMEN MODERNER ERSCHÖPFUNG
Mo, 19.1., 18:45 - zu Gast: Regisseur Sascha Hilpert
Regie: Sascha Hilpert, DE 2024, 119 Min., FSK 12. Dokumentarischer Spielfilm. Mit Birgit Unterweger, Rafael Stachowiak u.a.
In Braunlage im Harz befindet sich das letzte Sanatorium Deutschlands, die Klinik Dr. Barner, wo seit mehr als 100 Jahren erschöpfte Menschen nach Ruhe und Heilung suchen. Im dokumentarischen Spielfilm FORMEN MODERNER ERSCHÖPFUNG taucht Regisseur Sascha Hilpert tief in die Geschichte des Sanatoriums und Jahrzehnte der Erschöpfung ein
Die Erzählung von zwei Menschen, die ihre Krise durchleben, trifft auf die Realität im letzten Sanatorium seiner Art. Seit über hundert Jahren kommen Menschen an diesen Ort, die auf Heilung hoffen.
So auch Nina und Henri, beide in der Lebensmitte, ausgebrannt und aus verschiedenen Milieus. Zwischen Speisesaal, Liegekur und Therapie kreuzen sich ihre Wege, in einer Zeit des Ringens um den eigenen Seelenfrieden. Das Haus schneit ein und alles wird langsam und leise. Die Geister und Geschichten aus den langen Korridoren werden zum Begleiter ihrer Tage.
Während die zwei sich die Leviten lesen und ihre Einsamkeit vergessen wollen, gräbt eine Historikerin im Hausarchiv nach Dokumenten aus der Frühzeit der Kuranstalt. Sie erforscht das Sanatorium als Knotenpunkt moderner Erschöpfungsgeschichte und spannt für eine Dissertation einen Bogen von der Neurasthenie zur „inneren Unruhe“ der Gegenwart. Das Haus wird zum Schauplatz für eine Archäologie der Erschöpfung.
Die dritte Hauptrolle im Film spielt das Klinikgebäude selber (Klinik Dr. Barner in Braunlage im Harz). Anfang des 20. Jahrhunderts entwarf der Architekt Albin Müller, bekannt aus der Darmstädter Künstlerkolonie, den Mittelbau und gesamten Innenraum der Klinik. Der Film dokumentiert dieses bis heute erhaltene Jugendstil-Werk Albin Müllers, in welchem sich auch 100 Jahre später noch der reguläre Klinikalltag abspielt.
Vorschau
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