Unser Programm vom 09.04.-15.04.2026
NEU:
LA GRAZIA
tägl. 18:40 (außer Mi), Sa + So 13:30, Mo 18:40 in ital. OmU
Regie: Paolo Sorrentino, IT 2025, 131 Min., FSK 12. Mit Toni Servillo, Anna Ferzetti, Massimo Venturiello u.a.
Liebe. Zweifel. Verantwortung. Vaterschaft. Ethik. Diese Themen begleiten Mariano De Santis (Toni Servillo), den scheidenden Präsidenten Italiens. Während sich seine Amtszeit dem Ende zuneigt, steht er vor folgenschweren Entscheidungen – politischer wie persönlicher Natur.
Inmitten moralischer Dilemmata muss er sich seinem Gewissen stellen und Rat bei den Menschen suchen, die ihm am nächsten stehen, darunter seine Tochter Dorotea (Anna Ferzetti). Gemeinsam stellen sie sich der zeitlosen Frage: Wem gehören unsere Tage?
Als intime Reflexion über Identität und Erinnerung zeichnet LA GRAZIA die unauslöschlichen Spuren nach, die ein Mensch durch Familie und Handeln hinterlässt. Mit Sorrentinos unverkennbarem poetischem Blick und einem stimmungsvollen Soundtrack wird der Film zu einem visuell eindrucksvollen und emotional tief berührenden Kinoerlebnis.
“Ein auf der visuellen Ebene streng durchkomponiertes Drama, das die Sehnsucht nach Schwerelosigkeit in einer Fülle ausgekosteter Bildeinfälle zum Ausdruck bringt. Die Charakterstudie des fiktiven Politikers führt Wehmut und Abgeklärtheit zusammen und zeigt die Tragweite politischer Verantwortung auf.” (film-dienst.de)
Der neue Film von Paolo Sorrentino (LA GRANDE BELLEZA - DIE GROSSE SCHÖNHEIT, EWIGE JUGEND).
NEU:
SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF
Do – Sa 20:50, So auch 11:10
Regie: Sabine Lidl, DE/CH 2025, 110 Min., FSK 12, Dokumentarfilm
Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur.
Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster.
Doch während die beiden über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben herein: Paul Auster wird schwer krank. Auch nach seinem Tod endet die gemeinsame Geschichte nicht: Siri Hustvedt beginnt den Verlust ihres „Lebensmenschen“ im Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“ literarisch zu verarbeiten.
Vier Jahre lang folgt Sabine Lidl den Gedanken und Geschichten, die Siri Hustvedt zu einer der wichtigsten intellektuellen und feministischen Stimmen der amerikanischen Literatur gemacht haben. Gemeinsam sind sie immer in Bewegung, durch Zeit und Raum, imaginär zwischen den Disziplinen, deren Grenzen Siri Hustvedt nicht gelten lässt.
Dabei hält der Film auch einen der verletzlichsten Momente fest, als Siri Hustvedt und Paul Auster mit der Diagnose seiner Krebserkrankung konfrontiert werden.
“Es ist ein intensives, eindringliches, einfühlsames Porträt einer außergewöhnlichen Frau.” (epd-film.de)
Hier geht's zu einem NDR-Bericht zum Film.
EXTRA:
CHRONOS - FLUSS DER ZEIT
So, 12.4., 11:00
Regie: Volker Koepp, DE 2026, 198 Min., FSK 12, Dokumentarfilm
„Strom, alleine immer kann ich dich lieben nur …“ (Johannes Bobrowski: Sarmatische Zeit)
Der Fluss Chronos, antiker Name der Memel, durchfließt die Region Sarmatien. Ihm folgt Volker Koepp auf der Suche nach den Schicksalen der Menschen, die an diesen Ufern leben – und kehrt dabei immer wieder zu jenen zurück, die seine früheren Filme geprägt haben. Doch CHRONOS - FLUSS DER ZEIT ist auch das Porträt einer Region im Wandel.
Über fünf Jahre dauerten die Dreharbeiten. Die russische Invasion der Ukraine, die Covid-19-Pandemie prägen das Erleben genauso wie sowjetische Vergangenheit und die Narben, die der Holocaust in den Gemeinschaften hinterlassen hat.
Auf den Spuren der Gedichte von Johannes Bobrowski drehte Volker Koepp 1972 seinen ersten Film im historischen Landschaftsraum östlich der Weichsel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, in der Spätantike „Sarmatien“ genannt. Eine Welt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum sowjetischen Imperium gehörte. Später drehte Koepp in dieser Gegend mit KALTE HEIMAT (1994), HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN (1998) oder IN SARMATIEN (2013) einen ganzen Zyklus von Filmen.
Es ging um Begegnungen mit Menschen, ihrem Alltag, ihren von politischen Umbrüchen geprägten Biografien, um nationalsozialistischen Terror, die Ermordung der Juden, stalinistische Verfolgung und Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen. CHRONOS - FLUSS DER ZEIT fügt diesen Geschichten ein neues, entscheidendes Kapitel hinzu – als filmische Montage, in der sich Vergangenheit und Gegenwart fragmentarisch verbinden.
Hier geht es zu einem schönen Radio-Interview mit Volker Koepp im MDR.
DOK am Montag:
THE GOSPEL OF REVOLUTION
Mo, 13.4., 18:45 in OmU
Regie: François-Xavier Drouet, FR/BE 2024, 115 Min., FSK 12, Dokumentarfilm
In den 1960er Jahren breiteten sich in ganz Lateinamerika revolutionäre Bewegungen gegen Diktatoren und Regierungen aus. Die Befreiungstheologie, eine Richtung der christlichen Theologie, inspirierte Millionen von Christen dazu, sich den Revolutionen anzuschließen.
Die Dokumentation begleitet einen belgischen Pastor, der in der Gegenbewegung in Nicaragua kämpft und nimmt uns mit auf eine Reise in revolutionäre Bewegungen in El Salvador, Brasilien, Nicaragua und Mexiko. Ein Film über Kraft und Konflikt durch und mit dem eigenen Glauben.
Ermordete und in einem Massengrab verscharrte Nonnen. Katechismuslehrer, die in ihren eigenen Häusern erschossen wurden. Ein Erzbischof wurde in seiner Kathedrale ermordet, während er eine Messe hielt.
Jahrzehntelang spielte die Befreiungstheologie, ein basisdemokratischer Zweig des Katholizismus, der sich auf die Seite der Armen und Unterdrückten stellte, eine mächtige und einflussreiche Rolle in den revolutionären Bewegungen Lateinamerikas. Ihr Grundgedanke ist, so die nicaraguanische Theologin und Journalistin María López Vigil, dass Gott nicht neutral ist und auf der Seite der Armen steht. Und deshalb waren ihre Anhänger Zielscheiben.
Für die USA war die Befreiungstheologie gefährlicher als der Kommunismus. Für einen zunehmend konservativen Vatikan war sie eine Bewegung, die unterdrückt werden musste. Jetzt, Jahrzehnte nach der Zeit des revolutionären Aufbruchs in Lateinamerika, reist THE GOSPEL OF REVOLUTION durch die Region, trifft Schlüsselfiguren und zeichnet die Geschichte der Befreiungstheologie nach.
Anhand von eindrucksvollem Archivmaterial und zeitgenössischen Interviews zeigt der Film, wie diese radikalen Katholiken an der Seite von Bauern, Arbeitern und indigenen Völkern gegen Ungerechtigkeit kämpften und sich weigerten, Armut und Unterdrückung hinzunehmen. Die Befreiungstheologie betonte strukturelle Veränderungen und gegenseitige Hilfe, im Gegensatz zu den heutigen, eher auf sich selbst konzentrierten evangelikalen Bewegungen.
In einer Zeit, in der das evangelikale Christentum auf dem Vormarsch ist und mit konservativer Politik assoziiert wird, erinnert THE GOSPEL OF REVOLUTION eindringlich daran, dass es nicht so sein muss.
“Regisseur Drouet gelingt ein in sich geschlossener Film – was angesichts der Fülle an Geschichten, die in verschiedenen Momenten an unterschiedlichen Ecken Lateinamerikas spielen, eine erhebliche Leistung ist. So schafft er ein spannendes Abbild hoffnungsvollerer Zeiten, ohne dabei ins Nostalgische abzurutschen.” (junge Welt)
Vorschau
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