Unser Programm vom 06.08.-12.08.2026
NEU:
LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS
tägl. 19:00 (außer Mo), 17:00
Regie: György Pálfi, DE/GR/HU 2025, 96 Min., FSK 12. Mit Eszti (Huhn), Ioannis Kokiasmenos u.a. | Bundesstart
Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet.
Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw.
Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus.
Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.
Von Hühnern und Menschen: LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS ist ein humorvoller, berührender und sehr genau beobachteter Film über das Tier im Menschen und den Menschen im Tier.
Von ihrer manchmal komplizierten Koexistenz erzählt der preisgekrönte Regisseur György Pálfi eindringlich und mit einem genialen Kunstgriff: LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS ist sowohl die emanzipierte Autobiographie einer Körnerpickerin als auch eine sehr originelle Geschichte über das Abenteuer des Erzählens.
Unser Programm vom 13.08.-19.08.2026
NEU:
IM SPIEGEL MEINER MUTTER
tägl. 19:15, 17:15
Regie: Jutta Brückner, DE 2026, 95 Min., FSK 12. Mit Corinna Harfouch, Carla Juri und Hildegard Schmahl | Bundesstart
IM SPIEGEL MEINER MUTTER, glänzend besetzt mit den Schauspielerinnen Corinna Harfouch, Carla Juri und Hildegard Schmahl, ist der erste Kinofilm der renommierten Autorin, Regisseurin und Produzentin Jutta Brückner nach fast 20 Jahren. Der Film feierte seine Weltpremiere beim Filmfest München 2026.
Die erfolgreiche Archäologin und Universitätsprofessorin Ursula Scheuner (Corinna Harfouch) macht bei Ausgrabungen im Moor einen sensationellen Leichenfund, der ihr finanziell angeschlagenes Institut retten könnte. Gleichzeitig muss sie den kürzlichen Tod ihrer Mutter (Hildegard Schmahl) verarbeiten.
Beim Aufräumen des Elternhauses beginnen für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu verschwimmen. Gefangen in einem Labyrinth aus Verlust und Trauer muss Ursula schnell einen Weg hinausfinden. Doch als ihre neue Assistentin Mel (Carla Juri) andeutet, sehr viel mehr über Ursulas Lebensgeschichte zu wissen, droht ein lange verborgenes Familiengeheimnis an die Oberfläche zu gelangen.
„Der Film erzählt eine Erinnerung. Die Hauptfigur, gespielt von Corinna Harfouch, erinnert sich ein paar Tage nach dem Tod ihrer Mutter an die Zeit, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat. Ich habe mich bemüht, eine Form zu finden, wie man Erinnerungen erzählen kann. Ich glaube, dass Menschen ständig mit ihren Erinnerungen konfrontiert werden, ganz besonders, wenn es um so etwas Heftiges geht, wie den Verlust der Mutter.“ (Jutta Brückner)
“Es ist die unsentimentale Genauigkeit, mit der die Regisseurin und ihre Darstellerin Corinna Harfouch diese Situation zwischen Lebenskampf, Überforderung und Einsamkeit, zwischen Zukunftsangst, Gegenwartsstress und Vergangenheitstrauma gestalten, die auf der realistischen Ebene vielen Menschen eigene Erfahrungen oder soziale Beobachtungen widerspiegeln mag. <…> Ein Film, der auf so eindringliche wie zurückhaltende Weise berührt.” (epd-film)
DOK am Montag:
AZZA - DEM PATRIARCHAT DAVONFAHREN
Mo, 17.8., 19:00 in OmU
Regie: Stefanie Brockhaus, DE/SA 2025, 87 Min., FSK 6, Dokumentarfilm
Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen?
Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet.
Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens: mangelnde Bildung, unsichere Arbeitsverhältnisse, Ausgrenzung durch die Familie und die Trennung von ihren Kindern. Sie tut alles, um sicherzustellen, dass ihre Töchter nicht das durchmachen müssen, was sie selbst erlebt hat. Sie träumt von einer Reise durch die Wüste.
Dieses Abenteuer wird zu einer Möglichkeit, sowohl ihr Land als auch sich selbst zu entdecken. Das Autofahren erweist sich als Mittel zur Freiheit – genau wie für viele andere Frauen. Der über drei Jahre gedrehte Film bietet einen intimen Einblick in Azzas Leben, ihre Heimat und eine Gesellschaft am Rande des Wandels, die zwischen Tradition und Moderne schwebt.
“Das über mehrere Jahre entstandene, teils geheim gefilmte dokumentarische Porträt beleuchtet dabei auch die Vergangenheit mit einer frühen Zwangsverheiratung mit ihrem ersten Ehemann und Misshandlungen in der Ehe, bevor sie die Scheidung erlangte.
Während sich der Film zunächst mit den Fahrlehrerambitionen beschäftigt, gerät er nach und nach immer mehr zum Zeugnis eines unbändigen Freiheitsdranges, wobei er den Optimismus der Protagonistin ebenso zeigt wie entmutigende Rückschläge.” (filmdienst.de)
Vorschau
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