Logo

Vorschau

DOK am Montag:

DAS REICHSFILMARCHIV - GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN INSTITUTION

Mo, 23.5., 19:00

In Anwesenheit des Regisseurs Dr. Heinrich Adolf

Das Reichsfilmarchiv wurde 1934 gegründet und existierte bis zum Ende des „Dritten Reichs“. Es setzte erste Maßstäbe für die Bewahrung von Filmen, die sichere Lagerung des damals hochexplosiven Filmmaterials und initiierte den internationalen Austausch der Filmarchive (FIAF).

Während des 2. Weltkriegs war es Teil der NS-Kriegspropaganda und Bestimmungsort für sogenannte „Beutefilme“. Zum Schutz vor Luftangriffen verlagerte man Teile des Archivs ab 1943 in einen Salzstock bei Helmstedt. Nach Kriegsende wurden seine Bestände in die Filmarchive der DDR und Bundesrepublik übergeben und nach der Wiedervereinigung wieder zusammengeführt.

Der Dokumentarfilm erzählt mit Hilfe von Zeitzeugen, Filmhistorikern und seltenem Archivmaterial die wechselvolle und spannende Geschichte einer deutschen Institution, in der sich die großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts spiegeln.

Hier ein interessantes Interview mit dem Regisseur.


Ab 26. Mai:

ALLES IN BESTER ORDNUNG

Marlen (Corinna Harfouch) ist früher durch die Welt gereist, draußen strahlt sie, aber ihre Wohnung hat sie mit Gegenständen vollgestellt. Sie ist eine leidenschaftliche Sammlerin. Alles ist zu wertvoll, zu bedeutend, um es wegzuschmeißen. Fynn (Daniel Sträßer) dagegen will mit nur 100 Dingen durch die Welt gehen. „Ordnung ist das halbe Leben!“, sagt er. „Willkommen in der anderen Hälfte!“, antwortet sie.

Das ist der Humor und der Kampfstil, den sie von jetzt an pflegen. Marlen und Fynn – stärker könnten die Gegensätze nicht sein. Doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an... ALLES IN BESTER ORDNUNG ist eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig.

In ihrem Regiedebüt wirft die Schauspielerin und Drehbuchautorin Natja Brunckhorst (CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO, AMELIE RENNT) einen warmherzig-zärtlichen und humorvollen Blick auf die Phänomene der modernen Konsumgesellschaft. Indem sie eine Maximalistin und einen Minimalisten auf Kollisionskurs setzt, erzeugt sie komödiantische Reibungsfunken und regt zugleich zum Nachdenken an, über das Zuviel und Zuwenig.

Wie brandaktuell das Thema ist, lässt sich an der Flut der Aufräum- und Wegwerf-Ratgeber in den Buchläden und Bestsellerlisten ablesen und am wuchernden Wachstum des Dienstleistungssektors der Aufräumer*innen. Ein ernstes, oft auch delikates Thema, das Natja Brunckhorst in ihrem Debütfilm mit Charme und Humor behandelt.

Zu Gast am So, 29.5., 16:30: Regisseurin Natja Brunckhorst.


STEINEREI 2022

Sa, 28.5., 14:00 - 17:00

Die Steinerei ist ein seit 2005 jährlich an wechselndem Ort stattfindendes Festival, das die besten Brickfilme auf die große Kinoleinwand holt.

Brickfilme, das sind Kurzfilme, die im Stop-Motion-Verfahren, mit Klemmbausteinen wie z.B. Lego erstellt werden. Diese kennt man zumeist aus Videoportalen im Internet. Brickfilme sind längst nicht mehr nur kleine Filmchen, sondern teilweise aufwändige Produktionen, mit Special Effects und ausgefeiltem Drehbuch, die das „große Kino“ im Kleinformat bieten.

Gezeigt werden die besten Filme des Wettbewerbs, die jeweils eine Maximallänge von 06:30 Minuten haben. Nach jedem Film werden die Brickfilme von einer fachkundigen Jury kommentiert.

Am Ende der Veranstaltung vergibt das Publikum durch Abstimmung den Preis für den „Publikumsmagneten“.

Das Festival hat filmisch für jeden etwas zu bieten. Vom Kind bis zum Erwachsenen – Brickfilme mit ihren animierten Lego-Figuren ziehen jeden in ihren Bann.

Eintritt: 6,00 €

Mehr Infos zum Festival und zur Teilnahme gibt's hier.


DOK am Montag: EXHIBITION ON SCREEN:

PISSARRO - VATER DES IMPRESSIONISMUS

Mo, 30.5., 19:00

Ohne Camille Pissarro gäbe es keinen Impressionismus in der Kunst. Er wird zu Recht als Vater des Impressionismus bezeichnet. 

Es war ein dramatischer Weg, den Pissarro beschritt, und in all der Zeit schrieb er ausgiebig an seine Familie. Diese intimen und aufschlussreichen Briefe sind es, die den Film über Pissarros Leben und Werk so fesselnd machen.

Der auf den Westindischen Inseln geborene Pissarro entdeckte als junger Mann in Paris seine Leidenschaft für die Malerei. Mit 43 Jahren trommelte er eine Gruppe begeisterter Künstler zu einem neuen Kollektiv zusammen. Ihre erste Ausstellung wurde von den Kritikern verhöhnt, aber die Gruppe hatte einen neuen Namen bekommen: die Impressionisten. Für die nächsten 40 Jahre war Pissarro die treibende Kraft hinter dem, was heute zur beliebtesten Kunstrichtung der Welt geworden ist.

Das Ashmolean Museum hat eine lange Tradition großartiger Ausstellungen. Als ältestes öffentliches Museum Großbritanniens überhaupt (es öffnete seine Türen im Mai 1683) beherbergt es eine ungeheuer reichhaltige Sammlung, darunter das bemerkenswerte Pissarro-Archiv. Mit exklusivem Zugang zum umfangreichsten Archiv eines impressionistischen Malers und zur ersten großen Pissarro-Retrospektive seit vier Jahrzehnten erkundet und beleuchtet dieser Film den so spannenden wie bedeutsamen Lebensweg und das Werk eines unglaublichen Künstlers.

Diese große neue Ausstellung im Ashmolean Museum in Oxford ist die erste große Retrospektive seit über 40 Jahren.

Cezanne nannte Pissarro »den ersten Impressionisten«.

Das Ashmolean Museum verfügt über ein enormes und unvergleichliches Archiv mit Pissarros Werken, Korrespondenz und mehr.

In Kooperation mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum.


Ab 2. Juni:

DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT

Wo ist nur die Zeit geblieben? Julie wird bald dreißig und kann es kaum glauben. Während ihr über zehn Jahre älterer Freund Aksel als erfolgreicher Comicbuch-Autor durchstartet, kann sie auf ihre abgebrochenen Studiengänge nicht wirklich stolz sein. Seriöser Familienplanung geht sie lieber aus dem Weg. Zu viel scheint für sie noch möglich. Was Julie eigentlich will? Zukunft, vermutlich, und eine glückliche bitte, wenn's geht. Nur wie ist das anzustellen? Auf einer Hochzeitsparty trifft sie den charmanten Eivind – und für eine Nacht steht die Zeit still. Das muss Liebe sein. Zum ersten Mal ist sich die sonst so unentschlossene Julie einer Sache sicher. Jedoch fällt ihr die nahende Trennung von Aksel deutlich schwerer als gedacht. Ist Eivind wirklich der richtige Mann fürs Leben? Wieder meldet sich Julies wankelmütiges Wesen – sie ist einfach der hoffnungslos schlimmste Mensch der Welt, oder?

Ein Jahr nach dem fantastischen Kinoerfolg von DER RAUSCH beweist DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT einmal mehr, dass Skandinavien ganz großes Kino kann. Joachim Triers (REPRISE – AUF ANFANG/OSLO, 31. AUGUST) moderne Variante einer klassischen romantischen Komödie ist durchzogen von feinem Humor, grandiosem Herzschmerz und einem unverwechselbaren Gespür für knifflige Beziehungsdynamik. Das umwerfende Darstellerensemble wird angeführt von Renate Reinsve, die für ihr elektrisierendes Spiel völlig zurecht den Preis als Beste Darstellerin in Cannes gewann.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 2.6., 19:00

Ella Carina Werner: DER UNTERGANG DES ABENDKLEIDES

Kann man mit vierzig Jahren noch eine Punkband gründen? Sind Viererbeziehungen nicht doch besser als Zweierbeziehungen? Muss man noch zelten, wenn man schon Geld hat? Und wann beginnt endlich die soziale Weltrevolution?

Das sind die Fragen, denen sich die Autorin Ella Carina Werner in ihren Geschichten stellt. "Wie Kafka nach einem guten Joint", schrieb "Spiegel Online" über ihr neues Buch "Der Untergang des Abendkleides", aus dem sie am heutigen Abend lesen wird. Auf eine Reportage über finnische Atomkraft oder die seltsame Art des dänischen Lastenradfahrens und die eine oder andere politische "Titanic"-Satire wird sich das Publikum ebenfalls freuen dürfen.

Ella Carina Werner wuchs in einem ostwestfälischen Dorf als Tochter eines Psychologen und einer Bauchtänzerin auf, was auf ihr Humorverständnis jedoch keinerlei Einfluss hat. Bis 2021 war sie Redakteurin des Satiremagazins "Titanic", dessen Herausgeberkreis sie mittlerweile angehört, und schreibt dort seither die Kolumne "Rosen in Beton". Sie veröffentlichte zahlreiche Quatschtexte u.a. in der "taz", dem "Missy Magazine" oder der "Frankfurter Rundschau" und ist Mitbegründerin und -organisatorin des "Diary Slam", bei dem Erwachsene aus ihren Jugendtagebüchern lesen.

(Foto: ©Julia Schwendner)

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


DOK am Montag:

DER WALDMACHER

Mo, 6.6., 19:00

1981 kommt der Australier Tony Rinaudo als junger Agrarwissenschaftler in den Niger, um die wachsende Ausbreitung der Wüsten und das Elend der Bevölkerung zu bekämpfen. Radikale Rodungen haben das Land veröden lassen und einst fruchtbare Böden ausgelaugt.

Doch Rinaudos Versuche, die Wüste durch das Pflanzen von Bäumen aufzuhalten, scheitern, und nahezu alle seine Setzlinge gehen wieder ein. Doch dann bemerkt er unter dem vermeintlich toten Boden ein gewaltiges Wurzelnetzwerk – eine Entdeckung, die eine beispiellose Begrünungsaktion zur Folge hat und unzähligen Menschen neue Hoffnung schenkt.

Oscar®-Gewinner Volker Schlöndorff widmet seinen ersten Dokumentarfilm dem Lebenswerk von Tony Rinaudo, der seit Jahrzehnten gemeinsam mit afrikanischen Bauern eine simple Schnitttechnik praktiziert und verbreitet. In beeindruckenden Bildern lässt er die Zuschauer daran teilhaben, wie dank der Passion eines Mannes eine ganze Region wieder aufblüht.

Tony Rinaudo wurde 2018 für sein Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.


Ab 9. Juni:

RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN

Ein komödiantisches Katz-und-Maus-Spiel bahnt sich an, als die Pilates-Trainerin Kathrin (Inka Friedrich) die Diagnose erhält, dass sie eine neue Niere braucht. Natürlich fragt sie als erstes ihren Mann Arnold (Samuel Finzi), ob er ihr eine von seinen spenden möchte – er käme mit der gleichen Blutgruppe als Spender doch schließlich in Frage.

Der ebenso erfolgreiche wie egozentrische Architekt zögert allerdings, seiner Frau mit dem lebenswichtigen Organ selbstlos zur Seite zu stehen. Die Liebe ist schon seit einiger Zeit abgekühlt, und ein neues architektonisches Großprojekt erfordert seine ganze Aufmerksamkeit. Die Situation spitzt sich zu, als sich der gemeinsame Freund Götz (Thomas Mraz) als Spender anbietet. Diese Selbstlosigkeit wiederum echauffiert dessen Ehefrau Diana (Pia Hierzegger).

Und so stehen bald zwei Ehen und die Freundschaft von vier Menschen auf der Kippe, als eine überraschende Wendung das Ganze abermals auf den Kopf stellt. Eine wunderbare Komödie des österreichischen Regisseurs Michael Kreihsl, die das Publikum mit der Frage konfrontiert: "Was würdest Du tun?".


DOK am Montag:

FLY SO FAR

Mo, 13.6., 19:00

Regie: Celina Escher, SE 2020, 88 Min., span. OmdU

FLY SO FAR folgt Teodora Vázquez, der Sprecherin von "The Seventeen", einer Gruppe von Frauen, die wegen schwerem Mordes in El Salvador angeklagt sind, weil sie eine Fehlgeburt hatten. Der Film zeigt Teodoras Weg vom Gefängnis zur Aktivistin für Frauenrechte.

Als der Film beginnt, ist Teodora immer noch im Gefängnis und kämpft für ihre Freiheit. Nach fast elf Jahren Haft kommt sie dank der Hilfe der feministischen Bewegung und von Menschenrechtsorganisationen frei.

Stark und entschlossen kämpft sie weiterhin für die Freiheit der Frauen, die sich noch im Ilopango-Gefängnis befinden, sowie für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach ihrer Freilassung. Im Gefängnis warten die Frauen weiter darauf, dass ihre Urteile überprüft werden.

Der Film beleuchtet die Möglichkeiten des Widerstands durch kollektiven Kampf. Wir werden die Reise der Frauen von Opfern eines frauenfeindlichen und klassizistischen Systems, das Abtreibung unter allen Umständen kriminalisiert, zu Aktivistinnen, die für die Rechte der Frau kämpfen, genau verfolgen.

Wir werden die Frauen in ihrem täglichen Leben im Gefängnis sehen, ihre Zeugnisse hören und in einigen Fällen sehen, wie sie außerhalb von Gefängnisgittern wieder ins Leben zurückkehren. Neben ihrem Kampf werden wir die Argumente der konservativen Akteure zu hören bekommen, die das totale Abtreibungsverbot verteidigen.

FLY SO FAR ist eine Reflexion über ein System, das Frauen bestraft, aber auch über die Möglichkeiten von Empowerment und Widerstand, sowohl aus der Freiheit als auch aus dem Gefängnis.

 

In Kooperation mit dem Freundeskreis El Salvador und Amnesty International Braunschweig.


Ab 16. Juni:

SCHMETTERLINGE IM OHR

Antoine (Pascal Elbé), ein gutaussehender Geschichtslehrer in seinen frühen Fünfzigern, ist Ignorant der Extraklasse, vor allem wenn es um Symptome des eigenen Alterns geht: Wortmeldungen seiner Schüler oder die Gefühlslage seiner Freundin – geht ihn nichts an. Sogar das morgendliche Schellen seines Weckers ignoriert er. Seine neue Nachbarin Claire (Sandrine Kiberlain) treibt er mit ohrenbetäubendem Lärm in den Wahnsinn. Ihre Wutausbrüche perlen an Antoine gnadenlos ab – wie alles in dieser Welt. Erst als er in der Schule auch den Feueralarm ignoriert, ist Antoine gezwungen, sich der unangenehmen Tatsache zu stellen: Er ist so gut wie taub. Und das im besten Alter!

Mit dem Einsatz von Hörgeräten eröffnet sich ihm bald eine neue Welt, aber die bringt nicht nur Freude. Dieses Accessoire der Alten passt einfach nicht zu seinem Selbstverständnis als Mann. Noch schlimmer ist für ihn, dass er plötzlich alles mitbekommt, was er sonst entspannt ausblenden konnte. Seine demente Mutter, seine überforderte Schwester, die von ihm jahrelang brüskierte Lehrerschaft – alles prasselt nun ungefiltert auf ihn ein. Nur ein einziger Mensch bedrängt ihn nicht: Violette, die kleine Tochter Claires, die seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr spricht. Plötzlich nimmt er gegen seine Natur Anteil an anderen. Mehr noch: er verliebt sich in ihre Mutter. Aber Hörgeräte sind kein Garant für gute Verständigung. Denn die will gelernt sein...

Eine hinreißend turbulente Komödie über die Schwierigkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation und den betörenden Charme der Ignoranz. Getragen von der gnadenlosen Komik, die entstehen kann, wenn Menschen nonchalant aneinander vorbeireden, nähert sich Schauspieler und Regisseur Pascal Elbé spielerisch einem existentiellen Thema: dem Unabänderlichen im Leben und der Chancen, die darin liegen, die Herausforderungen anzunehmen.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 16.6., 18:00

Holger Reichard, Karsten Weyershausen: DIE ENTDECKUNG AMERIKAS

Für ihr Buch "Die Entdeckung Amerikas" trommelten die Herausgeber Holger Reichard und Karsten Weyershausen eine "All Star Band" (SUBWAY) zusammen, um amerikanische Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu feiern. Allerdings aus möglichst subjektiver Sicht.

Natürlich sind Namen wie Paul Auster, Raymond Chandler, Stephen King und Jack Kerouac dabei. Aber auch in unserem Sprachraum eher unbekannte Autorinnen, wie Tomi Adeyemi, Chimamanda Ngozi Adichie und Audrey Niffenegger tauchen auf. Ihr Fazit: "Unsere ersten Lieblingsbücher sind wie unsere erste Liebe: Andere Menschen mögen vielleicht über sie die Nase rümpfen; wir allerdings halten ihr die Treue. Zumindest eine Zeit lang."

Holger Reichard, geboren 1966, wohnt und arbeitet als freier Buchautor, Blogger und Webgestalter bei Braunschweig. Er ist Initiator und Mitautor des Literaturblogs wortmax und betreibt seit 2003 die deutschsprachige Website des US-Schriftstellers T.C. Boyle (www.tcboyle.de). Veröffentlichungen u. a. im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf (zuletzt erschien dort "Stadt. Land. Flucht. Kuhmist oder Kohlenmonoxid", 2015) und im WDR-Hörfunk.

Karsten Weyershausen lebt als freier Autor, Cartoonist und Illustrator in Braunschweig. Er arbeitet an Zeitschriften (u. a. "Nebelspalter", "Eulenspiegel") und Tageszeitungen mit und ist an diversen Ausstellungen beteiligt. Seine letzten Buchveröffentlichungen sind "Stadt. Land. Flucht. Kuhmist oder Kohlenmonoxid", (2015, zusammen mit Holger Reichard) und "Der finale Notausgang" (2020).

(Foto: Die Herausgeber Karsten Weyershausen (links) und Holger Reichard - ©Maic Ullmann)

 

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


SOUND ON SCREEN:

TOTAL THRASH - THE TEUTONIC STORY

Do, 16.6., 19:30

Regie: Daniel Hoffmann, DE 2022, 107 Min., Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm „TOTAL THRASH - THE TEUTONIC STORY“ zeigt in drei Kapiteln die Entwicklung des  musikalischen und kulturell extrem einflussreichen Genres „Thrash Metal“ in Deutschland. Der Fokus des Films spielt dabei in der Keimzelle des Genres - dem Ruhrpott.

Hier wollten viele Jugendliche Anfang der 80er Jahre "ausbrechen“ und ihren eigenen Weg finden. Die Flucht der Jugendlichen endete in der Musik. Diese sollte immer härter und extremer sein. Die ersten Gehversuche waren ohne Geld und musikalisches Können eher schwierig - der Zusammenhalt und die damit verbundene Kreativität der Szene einzigartig. Es entstand eine vielseitige Subkultur mit dem Zentrum Ruhrpott, Clubs und Konzerthallen wurden gefüllt und schon bald war der „Thrash Metal“ in aller Munde.

Während die musikalischen und kulturellen Einflüsse Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre den Höhepunkt erlebte, ging es mit der Szene Mitte der 90er Jahre deutlich bergab. Thrash Metal wurde kommerziell und die Szene brach regelrecht zusammen, Bands lösten sich auf und die kulturelle Landschaft veränderte sich deutschlandweit deutlich.

Seit Anfang der Jahrtausendwende erlebt das Genre eine bis heute anhaltende Renaissance. Bands wie Kreator, Sodom und Destruction haben heute internationales Ansehen erreicht. TOTAL THRASH soll einen breiten kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Einblick in 40 Jahre Musik-Geschichte geben. Der Film beleuchtet die Entwicklung des Szenegenres „Thrash Metal“ speziell in Deutschland und macht Sprünge zwischen Bands, Veranstaltern und Fans. 

In Kooperation mit dem Cafe Riptide und dem Braunschweig International Film Festival.


DOK am Montag:

DIE AUTOBAHN - KAMPF UM DIE A49

Mo, 20.6., 19:00 - mit Gast und anschließendem Filmgespräch

Die Autobahn A 49 wird neu gebaut. Und das mitten in der Klimakrise. Die Trasse führt durch jahrhundertealte Wälder, vorbei an verschlafenen Dörfern. Über 600 Aktivisten haben in Dannenrod in Mittelhessen 7 "Barrios" mit bis zu 100 Baumhäusern in schwindelerregender Höhe gebaut. Die Räumung durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei steht unmittelbar bevor. 

In Planung ist die A 49 schon seit über 50 Jahren. Klagen, Kammmolche und schlicht fehlendes Geld des Bundes verhinderten über Jahrzehnte den Weiterbau der bei Kassel begonnenen Autobahn. Besonders entschiedene Gegner des Autobahn-Neubaus waren die GRÜNEN in Hessen. Sozusagen die DNA ihres Daseins war der Protest dagegen. Und nun muss ausgerechnet der grüne Verkehrsminister, nämlich Tarek Al-Wazir, diesen Autobahnbau mit seiner schwarz-grünen Landesregierung politisch durchsetzen.

Im Dorf Wiera, 16 Luftkilometer vom besetzten Wald in Dannenrod entfernt, wird schon gerodet. Jeder 25. dort gefällte Baum gehört dem Produzenten Klaus Stern. Die Autobahn wird demnächst nur 700 Meter an dem Bauernhof seiner Eltern vorbei führen. Klaus Stern und Frank Pfeiffer begleiten Befürworter der Autobahn, langjährige entschiedene Gegner und Besetzer, adlige Waldbesitzer, Polizisten und Minister während des Rodungs- und Bauprozesses. 

Wie der Kampf um den Bau einer Autobahn die Gesellschaft spaltet.


Ab 23. Juni:

ELVIS

Mit ELVIS erscheint das neueste Filmdrama des visionären Filmemachers und Oscar®-Kandidaten Baz Luhrmann ("Moulin Rouge!", "Romeo & Julia"). In den Hauptrollen sind Austin Butler und Oscar-Preisträger Tom Hanks zu sehen.

Der Film beleuchtet das Leben und die Musik von Elvis Presley (Butler) im Kontext seiner komplizierten Beziehung zu seinem rätselhaften Manager, Colonel Tom Parker (Hanks). Die Geschichte befasst sich mit der über 20 Jahre andauernden komplexen Dynamik zwischen den beiden Männern – von Presleys Aufstieg bis hin zum beispiellosen Starkult um seine Person. Im Mittelpunkt dieser filmischen Reise steht eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen in Elvis’ Leben, Priscilla Presley (Olivia DeJonge).

ELVIS wird im Wettbewerb des Festivals von Cannes 2022 gezeigt.

"Es gab schon ein halbes Dutzend Biopics über den Rock’n’Roll-König, sie hießen 'Heartbreak Hote', 'Protecting the King' oder 'Elvis & Nixon'. Aber so ambitioniert wie das Porträt des australischen Regisseurs Luhrmann, der sich nach seiner Romanverfilmung 'The Great Gatsby' (2013) jahrelang diesem Projekt widmete, war noch keins." (Der Tagesspiegel)


DOK am Montag:

EL ENTUSIASMO

Mo, 27.6., 19:00

Regie: Luis E. Herrero, ES 2018, 80 Min., Spanisch/Katalanische OmdU, FSK: noch offen

1975 starb Europas letzter faschistischer Diktator: Francisco Franco. Sein Tod machte in Spanien den Weg frei für eine aufbegehrende Jugend, die vieles nachzuholen hatte. Aber auch die exilierten Kämpfer aus dem Spanischen Bürgerkrieg kehrten zurück. In dieser Phase der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur zur bürgerlichen Demokratie, schien alles möglich – selbst der Traum, die anarchistische Revolution von 1936 zu vollenden.

Der Film legt den Fokus auf Francos erbittertste Gegner: die Anarchisten und Syndikalisten. Ihre Organisation, die Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), bis zum Sieg Francos ein entscheidender Faktor in der spanischen Gesellschaft, erlebte eine Renaissance.

In nur zwei Jahren wurde aus einer klandestinen Untergrund-Organisation wieder eine Massenbewegung. Sie organisierte Versammlungen mit hunderttausenden Teilnehmern, Libertäre Tage, Streiks und Widerstand gegen den neuen liberalen Kapitalismus. Schnell zerrieb sich dieser Aufbruch allerdings nicht nur in internen Konflikten, sondern wurde auch massiv durch geheimdienstliche Interventionen sabotiert. EL ENTUSIASMO ist auch die Geschichte einer Niederlage.

Zu Gast: Produzent Javier Rueda.


Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen in Kürze.


Ab 30. Juni:

DER BESTE FILM ALLER ZEITEN

Als ein milliardenschwerer Unternehmer impulsiv beschließt, einen unvergesslichen Film zu drehen, ist nur das Beste gut genug.

Die exzentrische Filmemacherin Lola Cuevas (Penélope Cruz) wird rekrutiert, um bei diesem ehrgeizigen Unterfangen Regie zu führen. Vervollständigt wird das All-Star-Team durch zwei Schauspiel-Legenden mit enormem Talent, aber noch größeren Egos: Hollywood-Frauenschwarm Félix Rivero (Antonio Banderas) und das Enfant Terrible der Theaterwelt Iván Torres (Oscar Martínez), die gegensätzlicher nicht sein könnten.

Beide sind Legenden – und einander nicht gut gesonnen. Um die Dreharbeiten nicht zu gefährden, stellt Lola die beiden auf immer exzentrischere Proben. Félix und Iván müssen sich nicht nur den Fallstricken ihrer Eitelkeit stellen, sondern auch ihrem eigenen Vermächtnis.

Ausnahmeschauspieler Penélope Cruz und Antonia Banderas gemeinsam in einem Film - ein großartiges Kinovergnügen!


EXTRA:

DARK GLASSES

Sa, 2.7., ca. 23:30

Schrecken macht sich breit, als eine brutale Mordserie das sommerliche Rom in Atem hält: Ein bestialischer Killer hat es auf Edelprostituierte abgesehen, die er mit einer Cellosaite stranguliert.

Als die Sexarbeiterin Diana in sein Visier gerät, überschlagen sich die Ereignisse. Bei dem verzweifelten Versuch, dem Mörder zu entkommen, gerät sie in einen schweren Verkehrsunfall, bei dem sie ihr Augenlicht verliert. Außer ihr überlebt lediglich der junge Chin, dessen Eltern bei dem Unfall sterben. Während Diana sich langsam an die Dunkelheit gewöhnt, stellt ihr der Killer weiter nach. Gemeinsam mit Chin und ihrem Blindenhund nimmt Diana den ungleichen Kampf mit dem brutalen Psychopathen auf.

Zehn Jahre nach seinem letzten Film liefert Kultregisseur Dario Argento mit DARK GLASSES – IM AUGE DES TODES einen blutigen Horrorthriller ganz im Stile seiner alten Giallo-Meisterwerke. Neben seiner Tochter Asia Argento glänzen Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang als ungleiches Duo, das sich notgedrungen einem erbarmungslosen Serienmörder stellen muss. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der 72. Berlinale war Argentos neuer Geniestreich schließlich auch auf dem Fantasy Filmfest zu sehen.

In Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival.


DOK am Montag - "Kunst bewegt":

HEINRICH VOGELER - AUS DEM LEBEN EINES TRÄUMERS

Mo, 4.7., 19:00

In diesem Jahr jährt sich Heinrich Vogelers Geburtstag zum 150. Mal.

Grund genug für eine umfassende Ausstellung im Künstlerort Worpswede, aber auch der ideale Zeitpunkt für einen Film, der nach den Mustern einer Dokumentation erzählt, aber mit reichlich Spielszenen ausgestattet ist. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ ist so weder das eine, noch das andere, aber der vielleicht perfekte Ansatz, um den Künstler und den Zeiten im Umbruch, in denen er lebte, gerecht zu werden.

Heinrich Vogeler war einer der angesehenen Künstler des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Er sah die Schönheit seiner Umwelt und wollte sie in seiner Kunst einfangen, er war ein Handwerker, der sich die Hände gerne schmutzig machte, ein Künstler, wie er damals wohl als Solitär gelten musste.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs war er Soldat, aufgekratzt und aufgeregt wie alle anderen, der Propaganda aufgesessen, man würde die Heimat verteidigen müssen. Seine Erlebnisse im Großen Krieg prägten ihn und machten ihn zum politischen Dissidenten, der dem Faschismus entfloh und sein Glück im Kommunismus der Sowjetunion suchte.

Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ ist selbst ein Kunstwerk, das fiktive Szenen mit Archivmaterial, alten Nachrichtenschauen und Fotos, aber auch neuen Interviews und natürlich Vogelers Bildern in einer Erzählung verdichtet. Der Film gibt ein Gefühl dafür, wie es sein muss, wenn das ganze Leben in Zeiten des Umbruchs stattfindet, wenn Ideologien und Systeme aufeinandertreffen, Kriege alle Gewissheiten vernichten und der Mensch als kleines Rädchen im Getriebe versucht, etwas zu bewegen. (programmkino.de)

Mit Florian Lukas, Anna Maria Mühe, Alice Dwyer, Johann von Bülow, Samuel Finzi.


Ab 7. Juli:

RIFKIN'S FESTIVAL

Der New Yorker Filmdozent und gescheiterte Autor Mort Rifkin (Wallace Shawn) begleitet seine Frau Sue (Gina Gershon) zu den Filmfestspielen in San Sebastián, wo sie für die PR des gefeierten französischen Regisseurs Philippe (Louis Garrel) zuständig ist. Mort kann ihn genauso wenig leiden wie seine Filme und hegt den Verdacht, dass seine Frau eine Affäre mit ihm hat.

Geplagt vom Stress, den diese Vermutung mit sich bringt, entwickelt sich Mort allmählich zum Hypochonder. Er sucht immer wieder die Praxis der schönen Ärztin Jo (Elena Anaya) auf, und das bald nicht mehr nur wegen seiner vorgeblichen Gebrechen...

Woody Allens neue Komödie, voller Esprit und Melancholie, ist besetzt mit amerikanischen und europäischen Stars: Christoph Waltz, Gina Gershon, Louis Garrel, Wallace Shawn, Steve Guttenberg.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 7.7., 19:00

Dietmar Sous: EINE ELEKTRISCHE GITARRE VON NECKERMANN

"Dietmar Sous ist einer der eigenwilligsten Autoren der Gegenwart und hat sich als Chronist proletarischer Lebensläufe in der Provinz profiliert", lobt der Kritiker Denis Scheck. "Sous gelingt es", schließt sich der Germanist Werner Jung den Hymnen an, "in kurzen lakonischen Sätzen ein großes Panorama in einer kleinen Welt zu entfalten."

Recht haben die beiden – gebt dem Mann endlich Preise! In Sousʼ Romanen und Erzählungen spielt Rockmusik als Stimmungsaufheller, Symbolgeber und Handlungsbeschleuniger immer wieder eine wesentliche Rolle. In "San Tropez" tritt sogar ein gewisser David Gilmour auf. Sous liest an diesem Abend die einschlägigen Stellen und nimmt das Publikum mit auf eine kurzweilige Tour de Force durch sein erzählerisches Werk der letzten Jahre.

Dietmar Sous, 1954 in Stolberg (Rheinland) geboren, überlebte dort eine Leistenbruchoperation und das altsprachliche Goethe-Gymnasium. In der Fußballsaison 1968/69 war er zunächst Torwart der Jugendmannschaft des FC Breinigerberg, wurde aber nach einer Pannenserie ins Mittelfeld strafversetzt. Nach dem Abitur 1973 arbeitete er im Tiefbau und in Fabriken. Anschließend leistete er 16 Monate lang Zivildienst als Krankenpfleger.

Mit 27 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman "Glasdreck". Seither folgten zahlreiche Veröffentlichungen von Erzählungen und Romanen. Seine letzten drei Romane "Roxy", "San Tropez" und "Bodensee" erschienen im Transit Verlag.

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


Ab 14. Juli:

CORSAGE

Weihnachten 1877. Es ist der 40. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth von Österreich (Vicky Krieps). In ihrer Rolle als Repräsentantin an der Seite ihres Mannes Kaiser Franz Josef darf sie keine Meinungen äußern, sondern muss für immer die schöne junge Kaiserin bleiben.

Um dieser Erwartung zu entsprechen, hält sie an einem rigiden Plan aus Hungern, Sport, Frisieren und täglichen Messungen der Taille fest. Doch Elisabeth ist eine wissbegierige und lebenshungrige Frau, deren Widerstand gegen das überlebensgroße Bild ihrer selbst wächst und die nicht länger in einem höfischen Korsett leben will.

Mit CORSAGE gelingt der Wiener Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Kreutzer (DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN, WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT?) die Neuerfindung der „Sissi”. Angelehnt an der historisch gut dokumentierten Biografie der berühmten Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn entblättert die Filmemacherin Schicht um Schicht den fragilen Seelenzustand der Monarchin und schenkt ihr das Narrativ einer furchtlosen, radikalen Frau.

Kreutzer gelingt mit tiefer Empathie für die ikonische Kaiserin die Darstellung ihres Wandlungsprozesses zu einem freien Menschen, der sich von jedem Status, jeder Körperlichkeit und Erwartungsdruck löst. Unerschrocken und gleichzeitig mit großer Leichtigkeit traumwandelt die Schauspielerin Vicky Krieps (DER SEIDENE FADEN, OLD) als Elisabeth durch eine misogyne, feindselige Welt, in der sie sich unter den Augen der Öffentlichkeit und ihrer Familie ihren neuen Platz im Leben sucht.

Zum ersten Mal in der deutschen Filmgeschichte wird Kaiserin Elisabeth somit ein authentischer Mensch und eine Frau, die auf einmal nahbar und nachvollziehbar wird.


Ab 21. Juli:

MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST

Monsieur Claudes Spaziergänge durch sein Heimatstädtchen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Er und seine Frau Marie sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn!

Deren Gezänk über Äpfel, die auf Petersilie fallen, das jüdische Zuckerfest, die arabische Grillparty und die Vernissagen der Eingeweide-Malerei seiner Tochter Segolène entlocken Monsieur Claude ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden.

Indes fragt sich Marie, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn ihr 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will beschworen sein. Claude verspricht ein romantisches Abendessen à la francaise und ahnt nicht, dass die Töchter still und heimlich sein persönliches Armageddon planen: eine XXL-Familienfeier mit allen Schwiegereltern aus der ganzen Welt, bei der Claude und Marie ihr Eheversprechen erneuern sollen.

Während die Töchter inklusionssensible Hochzeitspläne schmieden, zeichnet sich am Horizont ein Massaker der interkulturellen Gehässigkeiten ab, das selbst Monsieur Claudes Erregungsskurve in den Schatten stellt...

Monsieur Claude, der Meister der formvollendeten Zerknirschung, ist zurück! Keiner beherrscht die Kunst der gerümpften Nase so unterhaltsam wie er: Christian Clavier brilliert in seinem langerwarteten neuen Leinwandabenteuer in der Königsklasse interkultureller Diplomatie: dem Großfamilienfest. MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST ist genau das: ein Fest der Situationskomik, voller Esprit und Dialogwitz, eine Kinokomödie, wie sie sein muss – mitreißend, sympathisch und vor allem extrem witzig.


Ab 28. Juli:

DER PERFEKTE CHEF

Blanco (Javier Bardem) ist der "Patron" einer Fabrik für Industriewaagen und steht unter enormem Druck: Schließlich möchte er unbedingt den lokalen Unternehmenspreis gewinnen.

Bis zur Visite der Untersuchungskommission muss alles perfekt sein, doch nichts läuft nach Plan. Ein rachsüchtiger Ex-Mitarbeiter, ein depressiver Aufsichtsbeamter und eine überambitionierte, jedoch in ihn verknallte Praktikantin machen Blanco das Leben schwer. Trotz aller Hindernisse tut er alles, um den Wettbewerb zu gewinnen, und scheut auch nicht davor zurück, moralische Grenzen zu überschreiten. Dabei löst er unwillentlich eine Kettenreaktion wilder Ereignisse aus.

Der neue Film von Fernando Léon de Aranoa ("Montags in der Sonne", "Princesas", "A perfect Day").

EL BUEN PATRÓN wurde mittlerweile mit über 30 Filmpreisen weltweit ausgezeichnet, darunter Goyas für "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Darsteller", "Bestes Drehbuch", "Bester Score" und "Bester Schnitt".

Spanische Einreichung für den Oscar 2022.


DOK am Montag:

WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN

Mo., 1.8., 19:00

Regie: Erec Brehmer, DE 2021, 81 Min

Für den Filmemacher Erec Brehmer bricht eine Welt zusammen, als seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall stirbt.

Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben.

Eine Geschichte über Identität nach dem Verlust eines geliebten Menschen.

Screening mit anschließendem Filmgespräch. Zu Gast: Regisseur Erec Brehmer


DOK am Montag:

DER LAUTE FRÜHLING - GEMEINSAM AUS DER KLIMAKRISE

Mo, 8.8., 19:00

Seit Beginn der UN-Klimakonferenzen 1992 sind die jährlichen CO2 Emissionen nicht gesunken, sondern um 60% gestiegen. Warum? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die in der Lage wäre, den Klimawandel einzudämmen?

In der Klimabewegung setzt sich zwar mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Kapitalismus und Klimaschutz unvereinbar sind, es fehlt aber eine Vorstellung davon, wie wir einen Systemwandel herbeiführen können. Der laute Frühling skizziert, wie die tiefgreifende Veränderung, die wir brauchen, aussehen könnte.

In einer Situation, in der das öffentliche Bewusstsein für die drastischen Konsequenzen des Klimawandels rapide wächst, lenkt der Film die Aufmerksamkeit auf den Elefanten im Raum: Woher kommt die politische Macht, die Dinge tatsächlich zu ändern?

Regisseurin und Produzentin Johanna Schellhagen, die den Film persönlich im Universum vorstellen wird, stellt in DER LAUTE FRÜHLING die Frage, was zu tun ist, um Barbarei, Chaos und massenhaften Hunger in der sich entfaltenden Klimakatastrophe einzudämmen. Umgesetzt wurde der Film von labournet.tv. Das Berliner Frauenkollektiv produziert und sammelt Filme über Streiks und Arbeitsbedingungen weltweit und stellt sie auf labournet.tv zur Verfügung. Dadurch entsteht ein audiovisuelles Archiv aktueller und historischer Arbeitskämpfe, das diese wichtigen Erfahrungen von Solidarität und Organisationsmacht auffindbar macht.

Auf der visuellen Ebene arbeitet DER LAUTE FRÜHLING mit einem spannenden Stil-Mix aus Dokumentaraufnahmen und Animationen. Letztere stammen aus der Feder der erfolgreichen „Graphic Novel“-Zeichnerin Lee Lai.


DOK am Montag: 

UNSERE HERZEN - EIN KLANG

Mo, 26.9., 19:00

Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft.

UNSERE HERZEN, EIN KLANG geht diesem Zauber nach. Der Film begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen.

Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten.

Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird.

Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit UNSERE HERZEN, EIN KLANG eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet. Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt.



Sie finden uns auch auf Facebook:

Klicke hier:    für das UNIVERSUM