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Vorschau

Ab 18. August:

DER GESANG DER FLUSSKREBSE

Als junges Mädchen wird Kya von ihren Eltern verlassen. In den gefährlichen Sümpfen von North Carolina zieht sie sich alleine groß und entwickelt sich zur scharfsinnigen und zähen jungen Frau. Jahrelang geisterten Gerüchte über das "Marschmädchen" durch das nahegelegene Örtchen Barkley Cove und schlossen sie von der Gemeinschaft aus.

Als sich Kya zu zwei jungen Männern aus der Stadt hingezogen fühlt, eröffnet sich für sie eine neue, verblüffende Welt. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, sieht die Gemeinde sofort in Kya die Hauptverdächtige. Im Laufe des Falles wird immer mysteriöser, was tatsächlich passiert ist - und es droht die Gefahr, dass die vielen Geheimnisse, die im Sumpf verborgen liegen, ans Licht kommen...

2019 begeisterte die amerikanische Schriftstellerin Delia Owens Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt mit ihrem Roman "Der Gesang der Flusskrebse" - das Buch wurde zu einem globalen Phänomen. Gefolgt vom Bestseller um das geheimnisvolle "Marschmädchen" kommt jetzt die fesselnde Verfilmung auf die große Leinwand.

Produzentinnen von DER GESANG DER FLUSSKREBSE sind niemand Geringere als Hollywoodstar Reese Witherspoon und Lauren Levy Neustadter, das Erfolgsteam hinter "Big Little Lies" und "Kleine Feuer überall". Regie führt Olivia Newman, die bereits durch ihren Netflix-Film "First Match" ein starkes Ausrufezeichen setzte. 


DOK am Montag:

WETTERMACHER

Mo, 22.8., 19:00

Nahe des sibirischen Polarmeers liegt die Wetterstation "Chodowaricha", auf der die drei Meteorologen Wladimir, Sascha und Alexander das Wetter beobachten. Sie leben und arbeiten dort in völliger Isolation: nur einmal im Jahr bringt ein Polarschiff lang ersehnte Vorräte.

Das alltägliche Miteinander scheint zunächst friedlich, doch die andauernde Einsamkeit fordert schleichend ihren Tribut und lässt Spannungen zwischen den Metereologen wachsen. Vor allem der wortkarge Wladimir, über dessen Vergangenheit mehr und mehr düstere Details als Licht kommen, bringt Unruhe auf die Insel. Aber auch Schneestürme und halbverhungerte Eisbären sind omnipräsente Gefahren, mit denen sich die Wettermacher konfrontiert sehen. Vor dem stets greifbaren Wahnsinn bewahren sie nur die sporadischen Besuche einiger Nomaden, russische Popsongs und nicht zuletzt der Wachhund Jack.

Der wohl einsamste Arbeitsplatz der Welt: Der preisgekrönte Kult-Regisseur Stanislaw Mucha ("Kolyma") besucht drei Wettermacher auf der Polarinsel "Chodowaricha", wo sie das Wetter ohne jegliche Elektronik mit einfachsten Hilfsmitteln messen. Unvorstellbar, denn ihre Arbeit hat auch Einfluss auf unsere Wettervorhersagen. Aber wie können die drei skurrilen Meteorologen in völliger Isolation leben und arbeiten?

In seinem tragikomischen Dokumentarfilm WETTERMACHER fängt Mucha ("Absolut Warhola", "Die Mitte", "Kolyma") in großen Bildern die eigenwillige Schönheit der sibirischen Tundra und ihrer Bewohner ein.

»Erwarten Sie keinen Film über den Klimawandel! Dort, wo wir waren, vergisst man, wie man das Wort Klima buchstabiert!« Regisseur Stanislaw Mucha


Ab 25. August:

MÄRZENGRUND

Als Sohn eines reichen Großbauern im Zillertal scheint der Lebensweg des 18-jährigen Elias (Jakob Mader) vorbestimmt zu sein: Bald schon soll er in die Fußstapfen seines Vaters treten und den Hof der Familie übernehmen. Doch der sensible junge Mann kann die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen und schlittert in eine schwere Sinnkrise.

Um wieder zu Kräften zu gelangen, schickt ihn Elias’ Vater auf eine Auszeit – zunächst auf die Hochalm "Märzengrund" mitten in den Tiroler Alpen und schließlich noch weiter hinauf, immer höher, bis weit über die Baumgrenze. Hier endlich findet Elias das, wonach er sich unten im Tal immer gesehnt hat: die bedingungslose Freiheit.

MÄRZENGRUND ist die wahre und berührende Geschichte eines jungen Mannes, der sich Ende der 1960er Jahre für ein radikales Leben im Einklang mit der Natur entscheidet. Auf der Grundlage des Theaterstücks des renommierten österreichischen Dramatikers Felix Mitterer hat Regisseur Adrian Goiginger mit seinem zweiten Spielfilm MÄRZENGRUND das Porträt eines jungen Erwachsenen geschaffen, das in Zeiten globaler Unsicherheit nicht aktueller sein könnte. 

Adrian Goiginger stellt in MÄRZENGRUND die brennenden Fragen unserer Zeit: In welcher Welt wollen wir leben? Nach welchen Werten wollen wir uns ausrichten? Und in welchem Verhältnis stehen individuelle Freiheit und gesellschaftliche Anpassung zueinander?

35. Bolzano Film Festival: Ausgezeichnet mit dem Preis des Landes Südtirol. Zur Kritik auf programmkino.de.


EXTRA:

KOMM MIT MIR IN DAS CINEMA. DIE GREGORS.

Mi, 31.8. (Uhrzeit folgt) - Mit Filmgespräch

Ein Leben ohne Kino ist möglich, aber sinnlos. Getreu dieser Devise sind Erika und Ulrich Gregor seit 1957 überall auf der Welt unterwegs gewesen, um ungewöhnliche Filme zu finden und nach Berlin zu holen. In einer assoziativen Montage verbinden sich Filmgeschichte, bundesdeutsche und Berliner Zeitgeschichte mit dem heutigen Leben der Gregors, flankiert von den Aussagen vieler Wegbegleiter.

Filmemacher und Filmemacherinnen wie Helke Sander, Jutta Brückner, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Rosa von Praunheim, Doris Dörrie, Michael Verhoeven, Edgar Reitz, Alexander Kluge, Gerd Conradt und Volker Schlöndorff erzählen von dem Einfluss, den die Gregors auf sie persönlich hatten und zeichnen so ein lebhaftes Bild der Filmkultur von den 60er- und 70er-Jahren, dem Neuen Deutschen Film bis hin zu internationalen Independent Klassikern.

Mit Archivmaterial und Filmausschnitten aus 40 Filmen wie The Chelsea Girls von Andy Warhol, Das Mädchen aus der Streichholzfabrik von Aki Kaurismäki, Shoah von Claude Lanzmann, Rote Sonne von Rudolf Thome oder Hungerjahre von Jutta Brückner spannt der Film einen weiten Bogen, dessen Zentrum Erika und Ulrich Gregor bilden.

Mit ihnen unternehmen wir eine Reise durch 70 Jahre Filmgeschichte und erhalten Einblicke in den Alltag dieses bedeutenden Filmpaares, das seit mehr als 60 Jahren verheiratet ist und immer noch jeden Tag zusammenarbeitet – getreu dem Motto von Bertolt Brecht: „Wer noch lebt, sage nicht niemals“. 


Ab 1. September:

DIE ZEIT, DIE WIR TEILEN

Die Pariser Verlegerin Joan Verra (Isabelle Huppert) trifft nach Jahrzehnten ihre erste große Liebe wieder. Aufgewühlt verlässt sie Paris und zieht sich in ihr Landhaus zurück. Dort beginnt sie, ihr Leben Revue passieren zu lassen. Joans Erinnerungen verdichten sich mehr und mehr zu einer emotionalen Reise, bei der Wunsch und Wirklichkeit verschwimmen.

Doch sie ist nicht allein: Es begleiten sie der exzentrische Schriftsteller Tim Ardenne (Lars Eidinger), der als einzige Konstante fest an ihrer Seite zu stehen scheint, und ihr Sohn Nathan (Swann Arlaud), den sie allein großzog.

Der Film mit dem Originaltitel A PROPOS DE JOAN feierte seine Weltpremiere auf der 72. Berlinale. Und damit genau dort, wo die großartige Isabelle Huppert mit dem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

In ihrem neuen Film verkörpert sie Joan Verra in ihrer Paraderolle als selbstbewusste, aber unnahbare Frau. Lars Eidinger spielt mit seinem Image als Schauspieler, der sein Leben zu einer einzigen Kunst-Performance macht, und er glänzt als unverbesserlich stur Verliebter.


DOK am Montag:

THE FIRST 54 YEARS - AN ABBREVIATED MANUAL FOR MILITARY OCCUPATION

Mo, 5.9., 19:00

"Ich kann mich als Person nicht spalten: in einen Filmemacher, einen Familienvater, einen politischen Aktivisten. Das ist alles ein und dieselbe Person. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Film zu machen, der nicht mit mir zu tun hat, mit meinem Leben, mit dem Ort, an dem ich lebe." (Avi Mograbi)

Ernsthaft in die Tat umsetzen wird hoffentlich keiner, was Avi Mograbi uns da aus dem Wohnzimmersessel anbietet: eine Kurzanleitung zur militärischen Besatzung.

Seine strategischen Betrachtungen haben den unschuldigen Anstrich allgemeiner Überlegungen, wie man ein fremdes Territorium gegen alle Widerstände erfolgreich besetzt. Als Musterbeispiel dient ihm die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete in der Westbank und im Gaza-Streifen.

Aussagen von israelischen Soldaten über ihren Dienst dort, die für die Organisation "Breaking the Silence" entstanden, veranschaulichen den jahrzehntelangen Alltag und die historischen Etappen der Besatzung. In ihrer Nüchternheit sind diese Beschreibungen von alltäglicher Willkür und Grausamkeit erschütternd und schwer erträglich.

Zeitzeugenberichte und Verwendung von Archivmaterial sind nur zwei der dokumentarischen Grundtechniken, denen Mograbi mit seiner Kurzanleitung einen reflexiven Rahmen und analytische Schärfe verleiht. Dabei konzentriert er sich, ohne Relativierungen, auf die Seite der Täter. Scharfzüngig und ironisch wie oft, angesichts der anscheinend nicht aufhaltbaren Eskalation aber auch ratlos und voller Trauer. (Text: Berlinale 2022)

1956 in Israel geboren, wuchs Avi Mograbi in einer Kinofamilie auf und sah als Kind und Jugendlicher Unmengen von Filmen. Sein Vater besaß eines der größten Kinos im Zentrum von Tel Aviv, das "Mograbi Cinema". Mograbi studierte Philosophie und Kunst und arbeitete nach dem Studium als Regie- und Produktionsassistent, bevor er 1989 seinen ersten eigenen Film drehte.

In seinem politischen Kino vermischen sich Dokumentarisches, Autobiografisches und Fiktives zu einer ähnlich verwirrenden Melange wie es der israelisch-palästinensische Konflikt auch ist. Der Komplexität und Widersprüchlichkeit der Situation angemessen, gibt Mograbi keine einfachen Antworten oder Erklärungen. Seine selbstreflexiven Filme sind voller Ironie und absurdem Humor und zeigen einen spielerischen und respektlosen Umgang mit filmischen Mitteln.

Als Aktivist der israelischen Friedensbewegung kann er Privates und Politisches ebenso wenig trennen wie er sich selbst aus seinen Filmen abstrahieren könnte. Bestandteil seiner eigenen Filme zu sein, ist für Mograbi deswegen eine logische Konsequenz der Entscheidung, Stellung zu beziehen. (Text: Arsenal Berlin)


Ab 8. September:

DAS LEBEN EIN TANZ

Für Élise (Marian Barbeau) gab es immer nur eines im Leben: den Tanz. Doch als sie sich eines Tages während einer Aufführung verletzt, scheint dieser Traum vorbei. Statt Bühnenkunst ist erst einmal Krankengymnastik angesagt. Ob sie jemals wieder wird tanzen dürfen, steht in den Sternen.

Und was nun? Um sich erst einmal neu zu orientieren, reist sie mit einer Freundin und deren Partner in die Bretagne, wo sie sich mit sich selbst, ihrer Familie und den eigenen Zielen im Leben auseinandersetzt. In Zusammenarbeit mit dem israelischen Choreografen Hofesh Shechter nimmt uns Regisseur Cédric Klapisch ("Der Wein und der Wind", "L'auberge espagnole") mit in eine Welt großer Gefühle und mitreißender Tänze, aber auch der leisen zwischenmenschlichen Geschichten und Sinnfragen.

Bewegtes und mitreißendes Drama um eine junge Tänzerin in der Existenzkrise.


DOK am Montag:

FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT

Mo 12.9., 19:00 - mit Gästen!

Regie: Sabine Lamby, Cornelia Partmann, Isabel Gathof, DE 2022, 98 Min.

Jahrzehnte nach Kriegsende finden die letzten Gerichtsverfahren zu NS-Verbrechen statt. Wie kam es dazu, dass ehemalige SS-Männer nun als Greise vor dem Jugendgericht stehen, die bis dahin von der bundesdeutschen Polizei und Justiz weitestgehend unbehelligt leben konnten?

Im Dokumentarfilm FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT erklären Staatsanwälte, Juristen, Wissenschaftler u.a., wie sich eine neue Rechtsauffassung in Deutschland gegen den Widerstand der in der BRD noch lange in Amt und Würden wirkenden NS-Funktionseliten etablieren konnte.

Mit aufrüttelnden Berichten von Überlebenden, die in den jüngsten Prozessen in Münster (2018/19) und Hamburg (2020) als Nebenkläger auftreten, entfaltet der Film nicht nur eine bedrückende Geschichte darüber, wie die Gerechtigkeit erst ihren Weg in die deutschen Gerichte fand, als die meisten Täter schon verstorben waren, sondern veranschaulicht auch die wegbereitende Bedeutung der heutigen Urteile als Mahnung für die Zukunft.

In Kooperation mit dem DGB - Region Süd-Ost-Niedersachsen.


ALICE SCHWARZER

VORPREMIERE am Mi, 14.9., 19:00 mit anschließender Diskussion.

Regulär im Programm ab 15. September.

Alice Schwarzer feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag. Die Journalistin, Autorin und Verlegerin hat es geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Ihre Bücher und die Zeitschrift Emma waren für viele Frauen Inspiration auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung. Für ihre unbeugsame Haltung, Frauenrechte als Menschenrechte zu begreifen, wird die Feministin geliebt und gehasst.

Aber wer ist der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Was sie geprägt hat und wie sich ihre Ansichten entwickelt haben, erzählt diese filmische Reise in Zeitdokumenten und aktuell gedrehtem Material: Von den frühen Anfängen in Paris, über ihre legendären TV-Auftritte bis heute bei ihrer Arbeit und auch privat.

Der Dokumentarfilm erzählt die Biografie der streitbaren Journalistin und unternimmt eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, von der zweiten Frauenbewegung bis heute. In Interviews und Archivmaterial kommen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu Wort, darunter Élisabeth Badinter, Jenny Erpenbeck, Jasmin Tabatabai, Franziska Becker, Henri Nannen, Rudolf Augstein, Margarete Mitscherlich, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre.

ALICE SCHWARZER lief auf dem DOK.fest München 2022 und gewann den Großen Diagonale-Preis für den Besten Dokumentarfilm auf der Diagonale in Graz.

In Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig.


SOUND ON SCREEN SPECIAL:

MOONAGE DAYDREAM

Do, 15.9., 21:00

Regie: Brett Morgen, US 2022, 140 Min.

„Weder Dokumentarfilm noch Biografie, sondern ein eindringliches Filmerlebnis" - mit MOONAGE DAYDREAM gelingt Brett Morgen (The Kid Stays in the Picture, Cobain: Montage of Heck, Jane) ein nie dagewesenes Porträt des Ausnahmekünstlers David Bowie. Er war nicht nur eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene, er war außerdem ein brillanter Sänger und Songwriter, der die Welt mit seinem ständig wechselnden musikalischen Stil sowie dem dazu passenden Look überraschen konnte.

Das David Bowie Estate gab dem Dokumentarfilmer Morgen einzigartigen Zugang zu ihren Archiven, eine Ehre, die bislang noch keinem Filmemacher vergönnt war. In deren Sammlung befanden sich seltene und nie zuvor gesehene Zeichnungen, Aufnahmen, Filme und Tagebücher. Morgen sichtete alles und verbrachte vier Jahre mit der Zusammenstellung des Films und weitere 18 Monate mit der Gestaltung der Soundkulisse, der Animationen und der Farbpalette. Für den Film hat das Soundteam - bestehend aus Bowies langjährigem Mitarbeiter, Freund und Musikproduzenten Tony Visconti und dem Oscar®-prämierten Tonmeister Paul Massey (Bohemian Rhapsody) - Bowies Originalaufnahmen neu abgemischt und für die Kinoleinwand aufbereitet.

Das Ergebnis ist eine expressive Collage aus Bildern und Musik, Gedanken und Inspirationen, in der David Bowie sogar größtenteils selbst zu Wort kommt. Wer vor dem Film noch kein Bowie-Fan ist, wird es spätestens nach den 140 Minuten sein. Selbst der Nachlass des Idols gab dem Film seinen Segen und das, obwohl sie sich von jedem anderen Vorgänger vehement distanzierten. MOONAGE DAYDREAM feierte seine Premiere beim renommierten Filmfestival in Cannes 2022, wo er außer Konkurrenz gezeigt wurde und das dortige Publikum begeisterte.

In Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival.


DOK am Montag:

NASIM

Mo, 19.9., 19:00 - Mit Gästen und Filmgespräch

Nasim ist 38 Jahre, stammt aus Afghanistan und kam im Februar 2020 als Geflüchtete aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland. Moria, das größte Flüchtlingslager der EU, wurde zwangsweise zum Wohnort für Nasim.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der erweiterten Familie, versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gedrängt wurde, beginnt sie nun mehr und mehr in Frage zu stellen. Ihre Schwester versucht sie zu einem neuen, unabhängigen Leben zu motivieren, doch Nasims eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen.

Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asyl-Anhörung gemeinsam mit ihrem Ehemann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das komplette Lager, und Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Demonstration, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Zukunft.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.


DOK am Montag: 

UNSERE HERZEN - EIN KLANG

Mo, 26.9., 19:00

Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft.

UNSERE HERZEN, EIN KLANG geht diesem Zauber nach. Der Film begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen.

Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten.

Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird.

Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit UNSERE HERZEN, EIN KLANG eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet. Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt.



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