"Im Dokumentarfilm werden heute oft die spannendsten Geschichten erzählt. Die Themen und erzählerischen Formen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Unsere Reihe DOKUMENTARFILME IM UNIVERSUM stellt eine Auswahl vor, mit der wir Sie für das Format begeistern wollen - nicht nur montags." (Volker Kufahl, Geschäftsführer Universum Filmtheater)
Das Universum Filmtheater Braunschweig wurde am 30. Oktober 2025 in Karlsruhe bei der Verleihung der Kino- und Verleihprogrammpreise des Bundes mit einem Preis für das sehr gute Dokumentarfilmprogramm 2024 im Wert von 5.000 Euro ausgezeichnet!
EXTRA:
THEATER UNSER
Mo, 7.9., ca. 19:00 (genaue Uhrzeit folgt) - Eintritt frei!
Regie: Agata Lewandowski & Dariusz Jarmuła, PL/DE 2026, 48 Min., poln. OmU
„Theater UNSER“ ist ein Dokumentarfilm über Menschen, die in dem Land ihrer Emigration Theater machen. An Orten, an denen zahlreiche Bühnen existieren, suchen sie ihren eigenen Ausdrucksraum und geben den Ungehörten eine Stimme. Leidenschaft, Entschlossenheit und das Bedürfnis, aus ihrer Sicht relevante Themen anzusprechen, sind dabei wichtiger als das Budget.
Der Film nimmt die Theaterprojekte des OFF Theater ZIGARRE in Braunschweig unter die Lupe. Das Theater wurde von der polnischstämmigen Sophie Delest gegründet und arbeitet eng mit dem KULT Theater Braunschweig zusammen. Die Dokumentation zeigt, wie Bürger*innen der Stadt zu Mitgestalter*innen werden – von der ersten Konzeption über partizipative Workshops bis hin zur finalen Inszenierung.
Ist das Migrantentheater ein Vorreiter einer neuen Form der Bühnenkunst? Was bedeutet es, Schauspieler*in in einem Migrantentheater zu sein? Werden Migrationserfahrungen in verschiedenen Ländern und sogar auf verschiedenen Kontinenten ähnlich wahrgenommen? Was kann das zeitgenössische Theater in Polen vom polnischen Migrantentheater in Deutschland lernen?
Begleitendes Programm: Eine kurze Performance der Regisseurin Agata Lewandowski und Sophie Delest, Leiterin des OFF Theater ZIGARRE. Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir zu einem gemeinsamen Austausch ein. Zu den Ehrengästen zählt unter anderem Jarosław Cymerman, der stellvertretende Leiter des wichtigsten Theaterinstituts Polens, dem Polnischen Theaterinstituts Warschau.
Das Projekt wurde vom Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg finanziert und wird von der LEB Braunschweig unterstützt.
DOK am Montag:
SALZ UND WASSER
Mo, 21.9., 19:00
Meter um Meter beißt sich der Forschungseisbrecher Polarstern durch das massive Eis der Ostantarktis. An Bord befinden sich die Schiffsbesatzung und die Wissenschaftler:innen, die hier in dieser schon fast unwirklichen Welt der Antarktis ihrer Arbeit nachgehen. Sie untersuchen die Zukunft des mächtigen Antarktischen Zirkumpolarstroms.
Denn sollte sich dieser aufgrund der globalen Erwärmung südwärts verlagern, bringt er warmes Wasser an die Küste der Ostantarktis. Sollte die Ostantarktis komplett schmelzen, wäre ein globaler Meeresspiegelanstieg von bis zu 52 Metern die Folge. Der Schlüssel der wissenschaftlichen Arbeit liegt aber auch in der Erfahrung und dem Fachwissen der Schiffsbesatzung. Ohne sie wäre Forschung unter diesen extremen Bedingungen nicht möglich.
Mit ihrem persönlichen Blick ermöglicht die Filmemacherin Ines Reinisch an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern ein Verständnis dafür, was eine Expedition wirklich bedeutet: ein hohes Maß an persönlichem Einsatz, Geduld, Mut, Verzicht und ein starkes Bewusstsein für die Verantwortung, die auf der Schiffscrew und der Wissenschaft liegt.
Die begleitete Polarstern-Expedition wurde ausgerichtet vom Alfred-Wegener-Institut und dem GEOMAR.
EXTRA:
DISUNITED NATIONS - DIE UNO UND DER NAHE OSTEN
Do, 24.9., 19:45
Im Anschluss: live Q&A mit UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und Regisseur Christophe Cotteret im Livestream.
2025 feierte die UNO ihr 80-jähriges Bestehen – doch statt Jubel herrscht Ernüchterung. Seit Oktober 2023 war die internationale Gemeinschaft außerstande, den von Israel verübten Massakern an palästinensischen Zivilistinnen und Zivilisten in Gaza Einhalt zu gebieten. Der Krieg glich und gleicht nach wie vor einer Bankrotterklärung des Völkerrechts, von Deutschland tatkräftig unterstützt im Namen einer “Staatsräson”.
80 Jahre nach ihrer Gründung im Zeichen des „Nie wieder“ stehen die grundlegenden Prinzipien der Weltorganisation auf dem Spiel. Die „palästinensische Frage“ – der am häufigsten behandelte Konflikt in der Geschichte der UNO – bleibt unlösbar und schürt weiter Spannungen in einer der explosivsten Regionen der Welt.
UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese bezeichnete die Gewalt in Gaza bereits im März 2024 als Völkermord und setzte sich damit Sanktionen, Repressionen und Denunziationen durch die USA, aber auch hierzulande aus.
DISUNITED NATIONS - DIE UNO UND DER NAHE OSTEN führt von New York über Genf bis in den Nahen Osten und dokumentiert die humanitären und politischen Abgründe einer Region am Rande der Katastrophe – und einer Weltorganisation in ihrer tiefsten Krise.
DOK am Montag:
WISE WOMEN - FÜNF HEBAMMEN, FÜNF KULTUREN
Mo, 28.9., 18:30 - Mit Filmgespräch
Der Vorverkauf hat begonnen!
In WISE WOMEN begleitet Regisseurin Nicole Scherg fünf Hebammen aus verschiedenen Teilen der Welt bei ihrer Arbeit: Genet Gebru aus Äthiopien, Aïcha El Fathi aus Marokko, Kanchan Mala Shrestha aus Nepal, Gunda Gutscher aus Österreich und Sheila Santos aus Brasilien. Sie alle unterstützen Frauen in einem der intensivsten und prägendsten Momente ihres Lebens: der Geburt eines Kindes.
Wie Frauen gebären, geht uns alle an. In unterschiedlichen kulturellen, sozialen und medizinischen Kontexten unterstützen die Protagonistinnen Mütter bei einem universellen und zugleich zutiefst individuellen Prozess. Ob im modernen Krankenhaus, im selbstorganisierten Geburtshaus oder unter einfacheren Bedingungen in ländlichen Regionen: Die Hebammen bewegen sich zwischen Kontrolle und Unvorhersehbarkeit, denn eine Geburt folgt keinem Drehplan.
Frauengesundheit, das wird in diesem Film schnell deutlich, folgt immer wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. WISE WOMEN zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen für eine sichere Geburt sein können.
Der Dokumentarfilm begreift Geburt als Grenzerfahrung und findet dabei intime, kraftvolle Bilder für den Beginn des Lebens, der einer Naturgewalt gleicht. Er würdigt jene Frauen, die diesen Moment begleiten und damit die Zukunft buchstäblich in ihren Händen tragen.
EXTRA:
MEETING THE BUDDHA
Sa, 10.10., 11:00 - Vorverkauf läuft!
MEETING THE BUDDHA entfaltet das außergewöhnliche Leben und das zeitlose Vermächtnis des 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje – dem Oberhaupt der tibetischen Karma-Kagyü-Linie. Der Dokumentarfilm nimmt mit auf eine emotionale Reise: Er schildert die unbeschwerten frühen Jahre des Meisters in Tibet, die Bewahrung seiner jahrhundertealten Linie im indischen Exil und sein Ziel, die Weisheit des Ostens für die westliche Welt zugänglich zu machen.
Der Wendepunkt dieser Entwicklung war das Jahr 1969, als der wilde, unangepasste Hippie aus Dänemark Ole Nydahl und seine Frau Hannah im Himalaya auf den 16. Karmapa trafen. Schon als kleines Kind hatte Ole den Wunsch verkündet, einmal der „dänische Meister des Geistes“ zu werden. Diese tief gehende Begegnung verändert das Leben von Ole und Hannah radikal.
Aus dieser engen Schüler-Lehrer-Verbindung entstand die Grundlage für ihre zukünftige Arbeit: Dem Wunsch ihres Lehrers folgend, reisen Lama Ole und Hannah fortan rund um die Welt. Sie haben über Jahrzehnte hinweg weltweit tausende Menschen berührt, den Buddhismus zu praktizieren, und im Namen von Karmapa weltweit Meditationszentren gegründet. So bleibt diese uralte Übertragung bis heute lebendig.
DOK am Montag:
LEICA - EIN JAHRHUNDERT IN BILDERN
Mo, 23.11., 19:00
Vor gut 100 Jahren erfindet LEICA die Kleinbildkamera und verändert damit die Geschichte der Fotografie für immer. Fotografen können nun ihre Kamera mitnehmen und das Geschehen um sie herum dokumentieren. Die Geburtsstunde der Street Photography, Reportage und des Fotojournalismus.
LEICA – EIN JAHRHUNDERT IN BILDERN beleuchtet diesen Wandel der globalen visuellen Kultur und lädt uns ein, 100 Jahre Dokumentarfotografie zu erkunden – mit Werken renommierter Fotografen wie Henri Cartier-Bresson, Sebastião Salgado, Steve McCurry, Jane Evelyn Atwood, Ralph Gibson und Alex Webb sowie zeitgenössischer Künstler wie JR, Greg Williams und Ragnar Axelsson und Hunderten von Bildern ihrer bahnbrechenden Arbeiten.
In Kooperation mit dem Museum für Photographie Braunschweig.

