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Dokumentarfilme

"Im Dokumentarfilm werden heute oft die spannendsten Geschichten erzählt. Die Themen und erzählerischen Formen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Unsere Reihe DOKUMENTARFILME IM UNIVERSUM stellt eine Auswahl vor, mit der wir Sie für das Format begeistern wollen - nicht nur montags." (Volker Kufahl, Geschäftsführer Universum Filmtheater)


DOK am Montag:

WETTERMACHER

Mo, 22.8., 19:00

Regie: Stanislaw Mucha, DE 2021, 92 Min.

Nahe des sibirischen Polarmeers liegt die Wetterstation "Chodowaricha", auf der die drei Meteorologen Wladimir, Sascha und Alexander das Wetter beobachten. Sie leben und arbeiten dort in völliger Isolation: nur einmal im Jahr bringt ein Polarschiff lang ersehnte Vorräte.

Das alltägliche Miteinander scheint zunächst friedlich, doch die andauernde Einsamkeit fordert schleichend ihren Tribut und lässt Spannungen zwischen den Metereologen wachsen. Vor allem der wortkarge Wladimir, über dessen Vergangenheit mehr und mehr düstere Details als Licht kommen, bringt Unruhe auf die Insel. Aber auch Schneestürme und halbverhungerte Eisbären sind omnipräsente Gefahren, mit denen sich die Wettermacher konfrontiert sehen. Vor dem stets greifbaren Wahnsinn bewahren sie nur die sporadischen Besuche einiger Nomaden, russische Popsongs und nicht zuletzt der Wachhund Jack.

Der wohl einsamste Arbeitsplatz der Welt: Der preisgekrönte Kult-Regisseur Stanislaw Mucha ("Kolyma") besucht drei Wettermacher auf der Polarinsel "Chodowaricha", wo sie das Wetter ohne jegliche Elektronik mit einfachsten Hilfsmitteln messen. Unvorstellbar, denn ihre Arbeit hat auch Einfluss auf unsere Wettervorhersagen. Aber wie können die drei skurrilen Meteorologen in völliger Isolation leben und arbeiten?

In seinem tragikomischen Dokumentarfilm WETTERMACHER fängt Mucha ("Absolut Warhola", "Die Mitte", "Kolyma") in großen Bildern die eigenwillige Schönheit der sibirischen Tundra und ihrer Bewohner ein.

»Erwarten Sie keinen Film über den Klimawandel! Dort, wo wir waren, vergisst man, wie man das Wort Klima buchstabiert!« Regisseur Stanislaw Mucha

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EXTRA:

KOMM MIT MIR IN DAS CINEMA - DIE GREGORS

Mi, 31.8., 19:00 - Mit Zoom-Filmgespräch

Ein Leben ohne Kino ist möglich, aber sinnlos. Getreu dieser Devise sind Erika und Ulrich Gregor seit 1957 überall auf der Welt unterwegs gewesen, um ungewöhnliche Filme zu finden und nach Berlin zu holen. In einer assoziativen Montage verbinden sich Filmgeschichte, bundesdeutsche und Berliner Zeitgeschichte mit dem heutigen Leben der Gregors, flankiert von den Aussagen vieler Wegbegleiter.

Filmemacher und Filmemacherinnen wie Helke Sander, Jutta Brückner, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Rosa von Praunheim, Doris Dörrie, Michael Verhoeven, Edgar Reitz, Alexander Kluge, Gerd Conradt und Volker Schlöndorff erzählen von dem Einfluss, den die Gregors auf sie persönlich hatten und zeichnen so ein lebhaftes Bild der Filmkultur von den 60er- und 70er-Jahren, dem Neuen Deutschen Film bis hin zu internationalen Independent Klassikern.

Mit Archivmaterial und Filmausschnitten aus 40 Filmen wie The Chelsea Girls von Andy Warhol, Das Mädchen aus der Streichholzfabrik von Aki Kaurismäki, Shoah von Claude Lanzmann, Rote Sonne von Rudolf Thome oder Hungerjahre von Jutta Brückner spannt der Film einen weiten Bogen, dessen Zentrum Erika und Ulrich Gregor bilden.

Mit ihnen unternehmen wir eine Reise durch 70 Jahre Filmgeschichte und erhalten Einblicke in den Alltag dieses bedeutenden Filmpaares, das seit mehr als 60 Jahren verheiratet ist und immer noch jeden Tag zusammenarbeitet – getreu dem Motto von Bertolt Brecht: „Wer noch lebt, sage nicht niemals“. 

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DOK am Montag:

THE FIRST 54 YEARS - AN ABBREVIATED MANUAL FOR MILITARY OCCUPATION

Mo, 5.9., 19:00

Ernsthaft in die Tat umsetzen wird hoffentlich keiner, was Avi Mograbi uns da aus dem Wohnzimmersessel anbietet: eine Kurzanleitung zur militärischen Besatzung.

Seine strategischen Betrachtungen haben den unschuldigen Anstrich allgemeiner Überlegungen, wie man ein fremdes Territorium gegen alle Widerstände erfolgreich besetzt. Als Musterbeispiel dient ihm die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete in der Westbank und im Gaza-Streifen.

Aussagen von israelischen Soldaten über ihren Dienst dort, die für die Organisation "Breaking the Silence" entstanden, veranschaulichen den jahrzehntelangen Alltag und die historischen Etappen der Besatzung. In ihrer Nüchternheit sind diese Beschreibungen von alltäglicher Willkür und Grausamkeit erschütternd und schwer erträglich.

Zeitzeugenberichte und Verwendung von Archivmaterial sind nur zwei der dokumentarischen Grundtechniken, denen Mograbi mit seiner Kurzanleitung einen reflexiven Rahmen und analytische Schärfe verleiht. Dabei konzentriert er sich, ohne Relativierungen, auf die Seite der Täter. Scharfzüngig und ironisch wie oft, angesichts der anscheinend nicht aufhaltbaren Eskalation aber auch ratlos und voller Trauer. (Text: Berlinale 2022)

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DOK am Montag:

FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT

Mo 12.9., 19:00 - mit Gästen!

Regie: Sabine Lamby, Cornelia Partmann, Isabel Gathof, DE 2022, 98 Min.

Jahrzehnte nach Kriegsende finden die letzten Gerichtsverfahren zu NS-Verbrechen statt. Wie kam es dazu, dass ehemalige SS-Männer nun als Greise vor dem Jugendgericht stehen, die bis dahin von der bundesdeutschen Polizei und Justiz weitestgehend unbehelligt leben konnten?

Im Dokumentarfilm FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT erklären Staatsanwälte, Juristen, Wissenschaftler u.a., wie sich eine neue Rechtsauffassung in Deutschland gegen den Widerstand der in der BRD noch lange in Amt und Würden wirkenden NS-Funktionseliten etablieren konnte.

Mit aufrüttelnden Berichten von Überlebenden, die in den jüngsten Prozessen in Münster (2018/19) und Hamburg (2020) als Nebenkläger auftreten, entfaltet der Film nicht nur eine bedrückende Geschichte darüber, wie die Gerechtigkeit erst ihren Weg in die deutschen Gerichte fand, als die meisten Täter schon verstorben waren, sondern veranschaulicht auch die wegbereitende Bedeutung der heutigen Urteile als Mahnung für die Zukunft.

In Kooperation mit dem DGB - Region Süd-Ost-Niedersachsen.

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ALICE SCHWARZER

VORPREMIERE am Mi, 14.9., 19:00 mit anschließender Diskussion.

Regulär im Programm ab 15. September.

Alice Schwarzer feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag. Die Journalistin, Autorin und Verlegerin hat es geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Ihre Bücher und die Zeitschrift Emma waren für viele Frauen Inspiration auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung. Für ihre unbeugsame Haltung, Frauenrechte als Menschenrechte zu begreifen, wird die Feministin geliebt und gehasst.

Aber wer ist der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Was sie geprägt hat und wie sich ihre Ansichten entwickelt haben, erzählt diese filmische Reise in Zeitdokumenten und aktuell gedrehtem Material: Von den frühen Anfängen in Paris, über ihre legendären TV-Auftritte bis heute bei ihrer Arbeit und auch privat.

Der Dokumentarfilm erzählt die Biografie der streitbaren Journalistin und unternimmt eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, von der zweiten Frauenbewegung bis heute. In Interviews und Archivmaterial kommen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu Wort, darunter Élisabeth Badinter, Jenny Erpenbeck, Jasmin Tabatabai, Franziska Becker, Henri Nannen, Rudolf Augstein, Margarete Mitscherlich, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre.

ALICE SCHWARZER lief auf dem DOK.fest München 2022 und gewann den Großen Diagonale-Preis für den Besten Dokumentarfilm auf der Diagonale in Graz.

In Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig.

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DOK am Montag:

NASIM

Mo, 19.9., 19:00 - Mit Gästen und Filmgespräch

Nasim ist 38 Jahre, stammt aus Afghanistan und kam im Februar 2020 als Geflüchtete aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland. Moria, das größte Flüchtlingslager der EU, wurde zwangsweise zum Wohnort für Nasim.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der erweiterten Familie, versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gedrängt wurde, beginnt sie nun mehr und mehr in Frage zu stellen. Ihre Schwester versucht sie zu einem neuen, unabhängigen Leben zu motivieren, doch Nasims eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen.

Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asyl-Anhörung gemeinsam mit ihrem Ehemann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das komplette Lager, und Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Demonstration, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Zukunft.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.

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DOK am Montag: 

UNSERE HERZEN - EIN KLANG

Mo, 26.9., 19:00

Regie: Torsten Striegnitz, Simone Dobmeier, DE 2022, 108 Min.

Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft.

UNSERE HERZEN, EIN KLANG geht diesem Zauber nach. Der Film begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen.

Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten.

Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird.

Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit UNSERE HERZEN, EIN KLANG eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet.

Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt.

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EXTRA:

DAS ZELIG

Do, 29.9., 18:45

Zu Gast: Regisseurin Tanja Cummings und Natan Grossmann - einer der Überlebenden des KZ Außenlagers Neuengamme in Vechelde (vorher KZ Birkenau), der auch als einer der Protagonisten im Film zu sehen ist.

Im Münchner Café Zelig treffen sich jede Woche letzte, aus allen Teilen Europas stammende, meist hochbetagte Holocaust-Überlebende und auch Kinder von ihnen zum gemeinsamen Miteinander. Viele tragen eine traurige, dramatische, oft traumatische Familiengeschichte in sich. Doch das Café Zelig ist kein bedrückender Ort, er ist lebendig und oft von Freude und Fröhlichkeit geprägt.

Das Wort "Zelig" geht auf das jiddische Wort für "gesegnet" zurück, spielt aber auch auf Gefühle von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit an. Im Café Zelig wird viel gelacht, gefeiert, politisch gestritten und auch getrauert.

Man ahnt, wie schwer es für sie war, wieder ins Leben zu finden - in Deutschland, im Land der Täter, in dem sie dennoch Wurzeln schlugen. Wir begegnen ihnen auch in ihrem privaten Umfeld und begleiten einige auf eine Reise in die Vergangenheit, an ihre Geburtsorte in Polen. Es ist dies eine Reise voller schmerzhafter, von Verlusten und Gewalt gezeichneter Erinnerungen. Doch mitnichten ist diese Dokumentation ein "schwerer Film", wofür vor allem die Portraitierten selbst sorgen mit ihrer Lebenskraft, ihrem Humor und ihrer Schlagfertigkeit.

In Kooperation mit der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße.

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DOK am Montag:

EUROPA PASSAGE

Mo, 3.10., 19:00 - Zu Gast: Regisseur Andrei Schwartz

Über einen Zeitraum von 5 Jahren hat Andrei Schwartz eine Gruppe von rumänischen Roma begleitet, die seit Jahren zwischen ihrer Heimat und Hamburg pendeln.

Mangels Arbeit in Rumänien verdienen sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder in Hamburg mit Betteln. Sie schlafen unter Brücken und in Parks, in ständiger Angst entdeckt und vertrieben zu werden. Für die städtischen Behörden gelten sie als „freiwillige Obdachlose“, der Zugang zu den Notprogrammen bleibt ihnen sogar im Winter verwehrt. Alle paar Monate fahren sie heim, zurück zu ihren Kindern und Verwandten. In eine Heimat, die ihnen seit der Wende weder Arbeitsplätze noch eine Perspektive bietet.

Die zwei Hauptprotagonisten Maria und Tirloi sind die einzigen, die es geschafft haben, sich ein Stück Normalität aufzubauen. Sie bilden die Brücke zwischen den beiden Welten: Er hat Arbeit, sie geht noch immer betteln. Und sie haben eine Bleibe: Eine kleine Wohnung in einem Gemeindehaus, wo sie nach Feierabend zanken und Pläne schmieden. Vielleicht ein Anfang, auch für ihre Enkelin Ioana, die inzwischen die Schule besucht. Die 13-Jährige ist die erste in der Familie, die lesen und schreiben kann.

Ein Film über das Gelingen und das Scheitern, und den Preis den man dafür zahlt.

DOK.fest München 2022: Nominierung für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts.

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DOK am Montag:

MARIUPOLIS 2

Mo, 10.10., 19:00

Regie: Mantas Kvedaravičius, LT/FR/DE 2022, 112 Min.

Bereits 2015 besuchte der litauische Filmemacher Mantas Kvedaravičius die Stadt Mariupol. 2022 kehrte der Regisseur in die Stadt zurück, diesmal herrschte offener Krieg. Kvedaravičius wollte die Leute wiedertreffen, die er bereits 2015 gefilmt hatte. MARIUPOLIS 2 rückt deshalb vor allem die Zivilisten in den Fokus, die unter dem Kriegsgeschehen zu leiden haben. Zuflucht suchen diese in einem ehemaligen Gotteshaus im Nordosten der Stadt, wo sich ein Großteil des Films abspielt. Gedreht wurde im März 2022, während das Stahlwerk in Mariupol belagert wurde, das in Sichtweite der Kirche liegt, in der der Regisseur und viele andere Schutz gefunden hatten.

Mantas Kvedaravičius konnte diesen Film tragischerweise nicht vollenden. Beim Versuch, aus Mariupol zu fliehen, wurde er Anfang April von russischen Soldaten erschossen. Die befreundete Cutterin Dounia Sichov hat mit Unterstützung von Hanna Bilobrova, der Lebensgefährtin von Mantas Kvedaravičius, den Film für ihn und die Nachwelt vollendet. Die Uraufführung des Filmes fand bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai 2022 statt.

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DOK am Montag:

DER BAUER UND DER BOBO

Mo, 17.10., 19:00

Regie: Kurt Langbein, AT 2022, 96 Min.

Bio-Bergbauer Christian Bachler und Chefredakteur Florian Klenk könnten nicht unterschiedlicher sein: Der eine bewirtschaftet den höchstgelegenen Bauernhof der Steiermark, der andere gibt in Wien die österreichische Wochenzeitung „Falter“ heraus. Als Klenk ein umstrittenes Schadensersatzurteil gutheißt, das gegen einen Bauern gefällt wurde, platzt Christian Bachler der Kragen. Auf Facebook macht er seinem Ärger Luft und fordert den „Oberbobo“ (Bobo = bourgeoise Bohemien) Klenk auf, ein Praktikum auf seinem Hof zu machen. Klenk nimmt die Herausforderung an und der Bauer und der Bobo kommen ins Gespräch: über Klimawandel, Fleischindustrie, Agrarpolitik und Banken – und werden Freunde.
Die Freundschaft der beiden zeigt, warum es sich lohnt, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt. Die beiden kämpfen nun gemeinsam für eine nachhaltige Landwirtschaft. Klenk recherchiert und berichtet über die tier- und menschenverachtende Schweineindustrie und die Agrarpolitik der EU. Und Bachler bemüht sich in Wien um die „Bobos“, die Kunden seiner Produkte werden sollen. Und der Einzelkämpfer sucht und findet Partner unter den Bauern, die wie er kaum wirtschaftliche Grundlagen finden, wenn sie naturnah produzieren.

DER BAUER UND DER BOBO ist ein wichtiger und dabei amüsant erzählter Dokumentarfilm über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, der exemplarisch die Chancen und Schwierigkeiten moderner, nachhaltiger Landwirtschaft von kleinbäuerlichen Betrieben aufzeigt. Während Klimawandel, Fleischindustrie und EU-Vorschriften dem Bio-Bauern zusetzen, öffnen sich durch die Digitalisierung neue Vermarktungschancen. Als Bachlers Hof Ende 2020 vor dem Ruin stand, fanden die beiden Freunde aus zwei Welten binnen zweier Tage 12.000 Menschen, die bereit waren, zu helfen und 420.000 Euro spendeten. Der Hof ist schuldenfrei.

In Kooperation mit Slow Food Braunschweiger Land.

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DOK am Montag:

MUTTER MUTTER KIND

Mo, 31.10., 19:00 - zu Gast: Regisseurin Annette Ernst

2009 erscheint eine Zeitungsannonce: Pedi und Anny suchen einen Samenspender. Mit dem großen Kinderwunsch der beiden Frauen beginnt diese Familiengeschichte. In einer Zeit, in der das Familienbild aus Mutter, Vater und Kind besteht und die Gesellschaft mit großer Ablehnung auf alles andere reagiert, geht ihr Traum mit Eike endlich in Erfüllung, sie bekommen drei Söhne. 

Jahre später taucht plötzlich ein Mädchen auf, das ihre Brüder kennenlernen will. Hat Eike noch anderen Familien geholfen? Alte und neue Familiengeheimnisse werden gelüftet, und der ganz normale Wahnsinn zwischen Windeln wechseln und Fußballspielen nimmt seinen Lauf.

Der Dokumentarfilm „MUTTER MUTTER KIND – Let’s do this differently“ ist ein seltenes Langzeit-Familienporträt über zwei Frauen, die an die Kraft und den Zusammenhalt ihrer Familie glauben. Ihre Kinder wachsen zu jungen Menschen heran, während das traditionelle Familienbild herausgefordert wird. Im Spiegel der Zeit sehen wir die große gesellschaftliche Beschäftigung mit gleichgeschlechtlicher Liebe, Ehe und Elternschaft.

Die Regisseurin Annette Ernst ist eine deutsche Spielfilm und Serienregisseurin (KISS AND RUNDeutsch-Les-Landes). „MUTTER MUTTER KIND – Let’s do this differently“ ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.

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DOK am Montag:

BLACK MAMBAS

Mo, 28.11., 19:00 - zu Gast: Regisseurin Lena Karbe

Jede Nacht patrouilliert die weibliche Anti-Wilderei-Einheit BLACK MAMBAS im Kruger Nationalpark, einem der beliebtesten touristischen Attraktionen von Südafrika.

Für die jungen Frauen ist der Job ein Dilemma. Er ist der Weg aus Armut und Arbeitslosigkeit mit Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben, aber gleichzeitig auch ein Bruch mit vorherrschenden Traditionen. Zudem müssen sie einen Umweltpatriotismus in ihre Gemeinden bringen, die an der Wildtierwirtschaft seit Gründung des Parks weder teilhaben, noch davon profitieren können.

Der Dokumentarfilm von Regisseurin Lena Karbe zeigt die Alltagskämpfe der Frauen mit weißen Vorgesetzten, fordernden Angehörigen und "dem System Nationalpark". Er erzählt von der Arbeit der BLACK MAMBAS, in der es um den Schutz der letzten Nashörner und den Erhalt der Artenvielfalt in einer der faszinierendsten Landschaften Afrikas geht. Gleichzeitig rückt er das Schicksal der dort lebenden Menschen in den Blick und stellt unausweichliche Fragen.

"Karbes nüchterne Herangehensweise sorgt dafür, dass die entscheidenden Nuancen des komplexen Themas zum Vorschein kommen, da es nicht möglich ist jede von ihnen völlig getrennt zu betrachten. Am Ende muss sich der Zuschauer selbst die Frage beantworten: Ist das Empowerment oder Ausbeutung? Oder kann es irgendwie beides sein?" (Cineurope)

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