Universum Newsletter | 09.06.2026
 

NEU: THE NORTH

tägl. 20:10 (außer Mo + Mi), Mo 16:15, Mi 21:10 in engl. OmU

Zehn Jahre, nachdem sie beste Freunde und Mitbewohner waren, begeben sich Chris und Lluis auf eine 600 Kilometer lange Wanderung durch die schottischen Highlands. Auf dem West Highland Way und dem Cape Wrath Trail verbringen sie 30 Tage zusammen in der Natur – in der Hoffnung, ihre einst so starke Freundschaft wieder aufleben zu lassen. 

In Kooperation mit SFU – Sachen Für Unterwegs.


CINEVILLE-PREVIEW: So, 14.6., 11:15

THE LOVE THAT REMAINS

Jedes Cineville-Mitglied kann ein +1 kostenlos mitbringen. (Die Preview ist auch für Nicht-Abonnenten zugänglich.)

Gemeinsam mit ihren Kindern führen Anna und Magnús ein unaufgeregtes Leben an der weiten Küste Islands. Dabei haben sie sich schon vor einer ganzen Weile getrennt. 

Doch irgendwie schaffen es die beiden nicht, auch ihre Leben voneinander zu trennen. Ist es nur der Kinder wegen oder ist da vielleicht noch eine Form von Liebe, die geblieben ist?

Mit gewitztem Einfallsreichtum und in Bildern großer Sinnlichkeit erzählt, ist THE LOVE THAT REMAINS ein Film, der die Seele durchatmen lässt und noch lange im Gedächtnis bleibt.

Gerade ausgezeichnet mit 7 Eddas, dem isländischen Filmpreis.


Lesung / Vortrag: Mo, 15.6., 19:00

Gerhard Hanloser: “Linker Antisemitismus" - Zur Kritik eines Kampfbegriffs.

Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen “linken Antisemitismus”, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke. 

Gerhard Hanloser, Jahrgang 1972, ist Soziologe, Historiker und Germanist. Er lebt und arbeitet in Berlin als Lehrer und Publizist, seine Schwerpunkte sind die Geschichte der Linken und Antisemitismus.


CINEMATHEK: Mi, 17.6., 18:45

FAVORITEN

Über drei Jahre begleitet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sieben bis zehn Jahren und ihre engagierte Lehrerin in einer großen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lässt uns die täglichen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah miterleben. 

Ein Film über das Lehren und das Lernen und darüber, wie die Zukunft unserer Gesellschaft auch im Klassenzimmer ausgehandelt wird.

In Kooperation mit Daumenkino (HBK Braunschweig).

Rückblick: BIS EIN ORT ERINNERT

BIS EIN ORT ERINNERT – gut besuchte Vorstellung am vergangenen Mittwoch (3.6.) mit anschließendem Filmgespräch

Die Gedenkstätte Schillstraße ist ein geschichtsträchtiger Ort, der vielen Menschen in Braunschweig nicht bekannt ist. Neben dem heutigen Gedenkstättengelände befand sich ab 1944 ein KZ-Außenlager, von dem heute kaum noch Spuren vorhanden sind und das heute von einem Einkaufszentrum mit Parkplatz überbaut ist. Bis zur Einweihung der heutigen Gedenkstätte, im Jahr 2000, war es ein langer Weg. Es galt einige Hürden und Widerstände zu überwinden, viel Überzeugungsarbeit war nötig. 

Der Film BIS EIN ORT ERINNERT der Regisseurin Sarah K. Becker beschreibt den vielfältigen Entstehungsprozess, bei dem die daran Beteiligten umfassend zu Wort kommen. Mit Archivmaterial – Fotos und Film – wird der lange und schwierige Weg authentisch dargestellt.

Mit langanhaltendem Applaus würdigten die 100 Besucher*innen die filmische Arbeit. Das anschließende Gespräch, mit vielen kleinen Geschichten und Anekdoten, vermittelte Einblicke zur Entstehung des Films und in die Arbeit der heutigen Gedenkstätte Schillstraße mit ihrem vielfältigen Programm – ein Besuch lohnt sich!

Bildunterschrift: 

Die Beteiligten am Gespräch nach dem Film BIS EIN ORT ERINNERT (von links): Paul Pockrandt (VVN-BdA), Dr. Anja Hesse (Kulturdezernentin), Sarah K. Becker (Regisseurin), Haddi Jow (Moderatorin), David Janzen (Rechtsextremismusexperte), Stina Barrenscheen-Loster (Leiterin Gedenkstätte Schillstraße).

Das Universum nimmt am Cineville-Abo teil!

Cineville ist das bundesweite Kino-Abo für alle, die gutes Kino lieben und Lust auf Entdeckungen haben.

Schon ab 20€ im Monat können Sie Teil der Cineville-Community werden. Mit der Cineville-Karte haben Sie unbegrenzten Zugang zum gesamten Filmprogramm von Deutschlands engagiertesten Kinos, zu Neustarts, Filmreihen, Festivals und Events.

Bei Cineville schließen sich die unabhängigen Kinos Deutschlands zusammen, um ein gemeinsames Abonnement zu ermöglichen, die Arthouse-Filmtheater, Programmkinos, Filmkunstkinos, Traditionshäuser und Ihr Lieblingskino um die Ecke - auch das Universum Filmtheater Braunschweig.

Die Cineville-Karte können Sie über www.cineville.de bestellen - als Abo für Sie oder als Geschenk mit limitierter Laufzeit.

Kinobistro "Abspann" für Veranstaltungen mieten

Sie möchten das Kinobistro "Abspann" für Ihre private Feier mieten? Ob Geburtstage, Weihnachtsfeiern, Empfänge oder ähnliche Veranstaltungen - unser gemütliches Kinobistro bietet Ihnen Platz für bis zu 50 Personen. Individuelles Catering (z.B. selbstgemachte Quiches, Kuchen, Salate, Antipasti) und Filme liefern wir auf Wunsch gern dazu.

Eine beliebte Kombination für eine Feierlichkeit: Kinosaal mieten für einen Wunschfilm + Sektempfang + Catering im "Abspann".

Richten Sie Ihre Anfrage gern an:

Michael Werner: abspann@universum-filmtheater.de

 

Unser Programm vom 11.06.-17.06.2026

NEU: 

THE NORTH

tägl. 20:10 (außer Mo + Mi), Mo 16:15, Mi 21:10 in engl. OmU

Regie: Bart Schrijver, NL 2025, 133 Min., FSK 6. Mit Bart Harder, Carles Pulido u.a.

Zehn Jahre, nachdem sie beste Freunde und Mitbewohner waren, begeben sich Chris und Lluis auf eine 600 Kilometer lange Wanderung durch die schottischen Highlands. Auf dem West Highland Way und dem Cape Wrath Trail verbringen sie 30 Tage zusammen in der Natur – in der Hoffnung, ihre einst so starke Freundschaft wieder aufleben zu lassen. 

Doch während Chris weiterhin mit seiner Arbeit und seinem Leben zu Hause beschäftigt ist, ist Lluis entschlossen, den Trail zu beenden, um zu beweisen, dass er es schaffen kann. Die Einsamkeit und Stille der Highlands zwingt sie dazu, sich mit harten Wahrheiten über sich selbst und ihre Freundschaft auseinanderzusetzen. Und darüber, was es wirklich bedeutet, still zu stehen und zuzuhören.

Die beiden Darsteller Bart Harder und Carles Pulido tragen den Film mit reduzierter, stimmiger Präsenz. Sie agieren mit schöner Wahrhaftigkeit: kleine Reaktionen, leichte Verschiebungen im Ton, ein Zögern im richtigen Moment. So entsteht glaubhaft das Bild zweier Menschen, die sich eigentlich gut kennen – und die sich zugleich sehr fremd geworden sind.” (programmkino.de)

In Kooperation mit SFU – Sachen Für Unterwegs.


25. CINÉFÊTE - Das Französische Schulfilmfestival

11.06.-17.06.2026

Cinéfête ist ein traditionsreiches und beliebtes Schulfilmfestival, das seit dem Jahr 2000 durch deutsche Programmkinos tourt und inzwischen rund 100.000 Schülern jährlich den Umgang mit frankophoner Filmkunst und der französischen Sprache ermöglicht.

Das Cinéfête-Programm ist ausschließlich in teilnehmenden Kinos verfügbar und ist die perfekte Möglichkeit für Schulklassen und Lehrer*innen, einen praktischen und abwechslungsreichen Französischunterricht zu gestalten.

Das Programm finden Sie hier.

Ihre Anmeldung nehmen Sie bitte mit dem Anmeldeformular per Fax oder per E-Mail an info[at]universum-filmtheater.de vor.

>> Anmeldeformular samt Spielzeiten

Sie möchten mit Ihrer Klasse lieber eine Nachmittagsvorstellung besuchen? Sprechen Sie uns an, um gemeinsam einen geeigneten Termin zu vereinbaren.


CINEVILLE-PREVIEW:

THE LOVE THAT REMAINS

So, 14.6., 11:15

Jedes Cineville-Mitglied kann eine Begleitperson kostenlos ins Kino einladen. (Die Preview ist selbstverständlich auch für Nicht-Abonnenten zugänglich.)

Regie: Hlynur Pálmason, IS/SE/DK/FR 2025, 109 Min., FSK 12. Mit Panda, Saga Garðarsdóttir, Sverrir Gudnason, Ingvar E. Sigurðsson u.a. 

Gemeinsam mit ihren drei Kindern und Familienhund „Panda“ führen Anna und Magnús ein unaufgeregtes Leben an der weiten Küste Islands. Magnús, der von allen nur Maggi genannt wird, ist als Hochseefischer oft tagelang auf dem Meer, während Anna auf ihren Durchbruch als Künstlerin hofft. 

Dazwischen wandern sie mit den Kindern in den Bergen, stechen Fische auf den Seen, laufen Schlittschuh, schießen Bogen, sammeln Heidelbeeren oder beobachten Wildpferde und Wale. Dabei haben sich Anna und Maggi schon vor einer ganzen Weile getrennt. Doch irgendwie schaffen es die beiden nicht, auch ihre Leben voneinander zu trennen. Ist es nur der Kinder wegen oder ist da vielleicht noch eine Form von Liebe, die geblieben ist?

Mit THE LOVE THAT REMAINS gelingt dem vielfach preisgekrönten Regisseur Hlynur Pálmason ein Kunststück an verspieltem Minimalismus, das den wundersamen Zauber alltäglicher Momente feiert – und dahinter tiefe Wahrheiten über das Leben findet. Die vielfältige Schönheit der isländischen Natur ist hier nicht bloße Kulisse, sondern auch Spiegel der Figuren, die rau und sanft, warm und kalt, lustig und ernst sein dürfen. 

Mit gewitztem Einfallsreichtum und in Bildern großer Sinnlichkeit erzählt, ist THE LOVE THAT REMAINS ein Film, der die Seele durchatmen lässt und noch lange im Gedächtnis bleibt.

THE LOVE THAT REMAINS wurde von Island als offizieller Kandidat für den Oscar 2026 in der Kategorie Bester internationaler Film eingereicht. 

Jüngst ausgezeichnet mit 7 Edda-Awards (isländ. Filmpreis), darunter Film of the Year, Director of the Year, Best Actress in a Leading Role, Best Actor in a Leading Role, Best Cinematography, Best Screenplay.


Gerhard Hanloser: “Linker Antisemitismus" - Zur Kritik eines Kampfbegriffs.

Lesung / Vortrag

Mo, 15.6., 19 Uhr

Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen “linken Antisemitismus”, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke. 

Wer die deutsche Staatsräson nicht teilt und andere Lehren aus NS-Geschichte, vergangener Verfolgungspraxis und Völkermord zieht, sieht sich moralischer Verdammung, zuweilen Verfolgung ausgesetzt. Die nach wie vor höchst notwendige Kritik des Antisemitismus muss sich ebenfalls diesem demagogischen “Anti-Antisemitismus” widmen.

Hier geht's zur Leseprobe.

Gerhard Hanloser ist Soziologe, Historiker und Germanist. Er lebt und arbeitet in Berlin als Lehrer und Publizist, seine Schwerpunkte sind die Geschichte der Linken und Antisemitismus. Er trägt aus seinem 2026 im Mandelbaum Verlag erschienenen Buch vor. Im Anschluss Publikumsgespräch.


CINEMATHEK:

FAVORITEN

Mi, 17.6., 18:45

Regie: Ruth Beckermann, AT 2024, 118 Min., FSK 0, Dokumentarfilm

Über drei Jahre begleitet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sieben bis zehn Jahren und ihre engagierte Lehrerin in einer großen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lässt uns die täglichen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah miterleben. 

Der Stadtteil Favoriten war einst ein Arbeiterbezirk, heute spricht ein Großteil der Kinder an den dortigen Grundschulen nicht Deutsch als Erstsprache. Mit großer Sensibilität begleitet der Film die Kinder, während ihre Lehrerin ihnen dabei hilft, einen Platz in einer Welt zu finden, in der sie sich oft nicht zugehörig fühlen. Indem wir die „Favoriten“ kennen lernen, erleben wir mit ihnen eine bewegte Zeit, die ihre Zukunft entscheidend prägen wird.

Ruth Beckermanns neuer Film ist eine Langzeitbeobachtung, die den Blick auf die strukturellen Probleme im Schulsystem lenkt und die Perspektive der Kinder ernst nimmt. Ein erstaunlich heiteres Porträt einer ungewöhnlichen Gemeinschaft, das Fragen stellt, auf die viele von uns eine Antwort suchen. 

Ein Film über das Lehren und das Lernen und darüber, wie die Zukunft unserer Gesellschaft auch im Klassenzimmer ausgehandelt wird.

In Kooperation mit Daumenkino (HBK Braunschweig).


SOMMER AUF ASPHALT

tägl. 20:30, 18:15 (außer Mo + Mi)

Regie: Simon Ostermann, DE 2026, 93 Min., FSK 12. Mit Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer | 2. Woche

Les (Mala Emde) lebt schnell, spontan und unbeschwert. Tagsüber rast sie als Fahrradkurierin durch die Stadt, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden ab. Anhalten, innehalten oder sich Gedanken über die Zukunft machen? Nicht mit Les. 

Zumindest nicht, bis ihr Vater Bert (Christoph Maria Herbst) – mit dem sie eigentlich so gut wie keinen Kontakt hat – ganz unerwartet vor der Tür steht und nach einem Unfall sogar ungefragt für seine Tochter aufs Rad steigt. Als Les dann auch noch von ihrer ungeplanten Schwangerschaft erfährt, ist sie vollends in einer neuen Realität angekommen. 

Der werdende Vater Tyler (Aaron Hilmer) hätte zwar Lust auf ein Kind, ist aber leider selbst noch eins. Les‘ Welt steht komplett Kopf – und dabei hat Bert ihr noch nicht einmal gesagt, dass er bald sterben wird...

SOMMER AUF ASPHALT von Regisseur Simon Ostermann ist eine warmherzige Vater-Tochter-Komödie über Selbstbestimmung, Familie und Zugehörigkeit. Berührend, leicht und witzig erzählt der Film von großen Entscheidungen in einer Lebensphase zwischen Aufbruch und Verantwortung und von der Suche nach dem richtigen Platz im Leben.

Die Inszenierung von Simon Ostermann, der mit ‘Sommer auf Asphalt’ seinen ersten Kinofilm vorlegt, bleibt insgesamt sehr zurückgenommen und lässt so den wirklich hervorragenden Schauspielern und Dialogen genügend Raum zum Atmen. Entstanden ist so ein leichter Sommerfilm, dessen Handlung nicht unbedingt das Rad neu erfindet, der aber das Herz definitiv am rechten Fleck hat.” (spot media)


ICH VERSTEHE IHREN UNMUT

Sa + So 14:10, Di 18:30

Regie: Kilian Armando Friedrich, DE 2026, 90 Min., mit Sabine Thalau u.a. | 2. Woche

Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in einer Reinigungsfirma und vermittelt täglich zwischen Kund*innen, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. 

Sie hat versucht, einen nicht offiziell angemeldeten Arbeiter eines Subunternehmers abzuwerben und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Nun droht der Subunternehmer, die Zusammenarbeit einzustellen, wenn Heike ihm nicht mehr Arbeitsstunden und Einnahmen zusichert. Um diesen Forderungen nachzukommen, muss sie einen ihrer eigenen Mitarbeiter entlassen – einen Kollegen, den ihre Freundin Taja sehr schätzt.

Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter*innen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor. Das Drama, das von Erfahrungen des Regisseurs inspiriert ist, bleibt dicht an der Protagonistin und schildert realitätsnah von Druck, Abhängigkeit und dem daraus folgenden psychischen Stress für Angestellte, die keine Lobby haben.

Kilian Armando Friedrichs Spielfilmdebüt war eine der großen Entdeckungen der diesjährigen Berlinale. Ganz nah bei seiner Protagonistin und packend wie ein Thriller, vermittelt "Ich verstehe Ihren Unmut" einen realistischen Einblick in die harten Bedingungen im Niedriglohnsektor – beglaubigt durch eigene Erfahrungen des Regisseurs, vor allem aber durch die Authentizität seiner Darsteller*innen, fast durchweg Laien, die im wahren Leben ebenfalls als Reinigungskräfte arbeiten. 

Als Heike beeindruckt insbesondere Sabine Thalau mit einer kraftvollen, berührend facettenreichen Darstellung.

Es ist ein ungeschönter und zugleich humanistischer Blick, den Kilian Armando Friedrich in seinem Debütspielfilm auf Menschen im Niedriglohnsektor wirft.” (taz)

Hier geht's zur Kritik.

 


EXTRA:

DAS GEWICHT DER WELT

So 11:15

Protagonist Prof. Dr. Sebastian Seiffert steht nach dem Film für Publikumsfragen zur Verfügung.

Regie: Florian Heinzen-Ziob, DE 2025, 98 Min., o.A., Dokumentarfilm 

Wissenschaft soll sachlich sein: Fakten statt Gefühle. Aber eine neue Generation Naturwissenschaftler*innen erlebt, wie ihre Forschung durch den Klimawandel aus den Fugen gerät. 

Statt die Wunder der Natur zu entdecken, sind Maria, Doktorin der Glaziologie, Sebastian, Professor für Physikalische Chemie, und Nana, Molekularbiologin, Chronisten einer untergehenden Welt. Aber niemand hört auf sie. Was tun? Statt sich frustriert in den Elfenbeinturm ihrer Forschung zurückzuziehen, verlassen Maria, Sebastian und Nana das Labor und werden zu Aktivist*innen, denn sie tragen auf ihren Schultern das Gewicht der Welt.

DAS GEWICHT DER WELT ist mehr als ein Klimadokumentarfilm – es ist ein zutiefst menschliches Porträt dreier Naturwissenschaftler*innen, die erkennen, dass ihre Forschung alleine nicht mehr ausreicht. In Zeiten zunehmender Klimakatastrophen, politischer Lähmung und gesellschaftlicher Spaltung bietet der Film einen emotionalen Zugang zu einer der zentralen Fragen unserer Zeit: 

Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen?


VERFLUCHT NORMAL

tägl. 18:10 (außer Di), 15:50 (außer Mo), So + Mo 18:10 in engl. OmU

Regie: Kirk Jones, UK 2025, 121 Min., FSK 12. Mit Robert Aramayo, Maxine Peake, Peter Mullan u.a. | 3. Woche

Dass ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet werden würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. 

In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf, als er im Alter von 12 Jahren beginnt unter heftigen Nerventicks zu leiden. Mit dem Ausbruch einer erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf. 

Weder in der Schule noch Zuhause werden seine Ticks und spontan ausgestoßenen Flüche als Symptome gesehen, sondern er wird ermahnt, gehänselt und sogar bestraft. 

Fast 15 Jahre später lebt John (Robert Aramayo) mit Mitte 20 noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Er nimmt so starke Medikamente, dass ihm die Nebenwirkungen fast jeden Lebensmut rauben. 

Die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (Maxine Peak) bringt endlich eine Wendung. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (Peter Mullan). 

Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Ticks und Flüche reagiert, legt den Grundstein für eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Und langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind.

Das Außenseiter-Drama kommt (fast) ohne Kitsch und falsche Töne aus. Statt Sentimentalitäten beherrschen Wahrhaftigkeit und feiner britischer Humor das exzellent gespielte, sehr bewegende Aufklärungsstück. Nicht nur ein Feel-Good-, sondern ein Feel-Better-Movie! Für Arthaus-Kinos ist dieser smarte Crowdpleaser wie ein Sechser im Lotto!” (programmkino.de)


VIVALDI UND ICH

tägl. 16:00 (Sa in ital. OmU)

Regie: Damiano Michieletto, IT/FR 2025, 111 Min., FSK 12. Mit Tecla Insolia, Michele Riondino u.a. | 4. Woche

Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia (Tecla Insolia) im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. 

Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Vorbei an den strengen gesellschaftlichen Regeln und mit der befreienden Kraft der Musik kämpft Cecilia um ihr Schicksal und ein Leben jenseits vorgezeichneter Rollen. 

VIVALDI UND ICH (OT: Primavera) erzählt eine wundervolle Geschichte weiblicher Selbstbestimmung, eingebettet in die atmosphärische Kulisse des barocken Venedigs und getragen von der Musik Antonio Vivaldis – dem Schöpfer der “Vier Jahreszeiten”. 

Der preisgekrönte Theater- und Opernregisseur Damiano Michieletto verwebt in seinem Spielfilmdebüt die Biografie des weltberühmten Komponisten, der zu seiner Zeit unterschätzt wurde, mit dem Schicksal einer jungen Waise, die in der Musik die Inspiration findet, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. 

Dabei stellt der gefeierte Opernregisseur unter Beweis, dass er die Magie von Vivaldis Musik auch auf der großen Leinwand zur vollen Wirkung bringen kann.

Das Drama ist nicht nur klug ausgedacht und mit teils wunderschönen Bildern aus dem alten Venedig in Szene gesetzt, sondern es erzählt auch eine Geschichte, die Ihren Reiz immer stärker durch das Zusammenwirken von Handlung und Musik entfaltet.” (programmkino.de)


DER VERLORENE MANN

Sa + So 13:45

Regie: Welf Reinhart, DE 2026, 102 Min., FSK 12. Mit Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer, August Zirner | 6. Woche

Die Künstlerin Hanne (Dagmar Manzel) und der pensionierte Pfarrer Bernd (August Zirner) führen eine glückliche, nach Jahren etwas eingefahrene Ehe, als wie aus dem Nichts Hannes früherer Ehemann Kurt (Harald Krassnitzer) vor ihrer Tür steht. Durch seine Demenzerkrankung kann sich Kurt nicht mehr erinnern, dass er und Hanne bereits seit 20 Jahren geschieden sind. 

Als das Paar ihn vorübergehend bei sich aufnimmt, kehrt eine verloren geglaubte Leichtigkeit in ihre Ehe zurück. Doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker gerät ihr gemeinsames Leben aus den Fugen. 

DER VERLORENE MANN erzählt eine berührende Geschichte über Liebe und Freundschaft, Erinnern und Vergessen, über Abschied und den Mut, neu zu beginnen. Mit großer Sensibilität und einem feinen Gespür für die Zwischentöne zeigt er die tragischen genau wie die komischen Momente, die gerade das Alter mit sich bringt und die unser Leben zu dem machen, was es ist. 

DER VERLORENE MANN ist das Spielfilmdebüt von Welf Reinhart, der gemeinsam mit Tünde Sautier auch das Drehbuch geschrieben hat. Welf Reinhart gewann 2022 mit seinem Kurzfilm EIGENHEIM den Studenten-Oscar®. 

DER VERLORENE MANN feierte Ende Januar Weltpremiere auf dem renommierten International Film Festival Rotterdam im Rahmen der ,Tiger Competition‘, dem Wettbewerb für internationale Debütfilme.

Vorschau

Ab 18. Juni:

THE LOVE THAT REMAINS

THE LOVE THAT REMAINS erzählt die Geschichte eines Paares, das sich getrennt hat, aber einander nicht entkommen kann: Die bildende Künstlerin Anna und der Fischer Magnus haben jung geheiratet und sich jetzt auseinandergelebt. 

Während er auf dem Fischtrawler seine Männlichkeit schwinden sieht, kümmert sie sich um die aufgeweckt-unverblümten Kinder sowie ihre Karriere, die nicht recht vorankommt. Vor der atemberaubenden Landschaftskulisse Islands und mit viel Sinn für das Surreale erzählt Hlynur Pálmason von Gefühlen, die vergebliche Hoffnung sind, aber nicht vergehen. (Viennale | Gerhard Midding)

THE LOVE THAT REMAINS ist sowohl existenzialistisch als auch poetisch, vor allem aber geht er über konventionelle Erzählformen hinaus. Die isländische Oscar-Einreichung 2026 feierte ihre Premiere auf dem Festival von Cannes 2025.


EXTRA:

PERSEPOLIS

So, 21.6., 11:00

Marjane ist acht Jahre alt, als die Mullahs den Schah aus Persien vertreiben und die Macht übernehmen. Die Welt ist auf einmal eine andere. Doch die rebellische Marjane denkt gar nicht daran, sich den neuen strengen Regeln zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBA und Iron Maiden und macht erste Erfahrungen mit Jungs. Sie ahnt nicht, dass ihr spielerischer Protest gefährlich ist – nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familie...

Der unkonventionelle Zeichentrickfilm über das Leben in Teheran während und nach der islamischen Revolution basiert auf der ebenfalls renommierten gleichnamigen Graphic Novel. Die Regie übernahm die Autorin und Zeichnerin Marjane Satrapi selbst, zusammen mit Vincent Paronnaud. 

PERSEPOLIS wurde unter anderem in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und war für einen Oscar® und einen Golden Globe als Bester Animationsfilm nominiert. In der deutschen Synchronfassung leiht Jasmin Tabatabai der Hauptfigur Marjane ihre Stimme, die im Original von Chiara Mastroianni gesprochen wird.

Anlässlich des Todes von Marjane Satrapi.


DOK am Montag:

KOMMUNIST

Mo, 22.6., 19:00 - Zu Gast: Regisseur Lutz Pehnert 

Die Geschichte beginnt in den Kriegs- und Nachkriegsjahren und erlebt ihren Höhepunkt in einer neugegründeten deutschen Teil-Republik. Als Kronprinz von Erich Honecker machte Egon Krenz Karriere in der SED, am Ende war er Staatschef der DDR. Doch er führte das Land nur 50 Tage, nach der Wiedervereinigung wurde er wegen seiner Mitverantwortung für die Mauertoten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Seit seiner Entlassung 2003 lebt er in Dierhagen an der Ostsee.

Wer ist Egon Krenz am Ende seines Lebens? In KOMMUNIST zeichnet Regisseur Lutz Pehnert (BETTINA) den Aufstieg und Fall des Mannes nach und beleuchtet seine politischen Entscheidungen im Kontext des Kalten Krieges. 

Krenz' politische Laufbahn spiegelt den gesellschaftlichen Verlauf einer Utopie wider und zeigt die verschiedenen Lebensläufe und Erfahrungen der Menschen, die in der DDR aufwuchsen.


Ab 25. Juni:

HALLO BETTY

Eine Werbetexterin erfindet in den 1950er-Jahren die Köchin Betty Bossi – und wird selbst zur Ikone. Zwischen Ruhm, Rollenbildern und Familie muss sich Emmi Creola emanzipieren. HALLO BETTY erzählt mit Humor und Retro-Charme die wahre Geschichte einer Frau, die ihrer Zeit voraus war. Eine echte Erfolgsstory.

1956 erfindet die schüchterne Werbetexterin Emmi Creola (Sarah Spale) im Rahmen einer Kampagne für Speiseöl die Kunstfigur Betty Bossi – und trifft damit den Nerv der Zeit. Aus einer Marketingidee wird die „Köchin und Hausfrau der Nation“, aus Emmi eine unfreiwillige öffentliche Figur. Denn die Schweiz liebt Betty – und verlangt bald ein echtes Gesicht. 

Emmi schlüpft widerwillig in die Rolle ihrer eigenen Erfindung und wird selbst zur gefeierten Koch-Ikone. Doch der Erfolg fordert seinen Preis: In einer von Männern dominierten Branche muss sie sich behaupten, während sie zugleich versucht, den Erwartungen als Ehefrau und Mutter gerecht zu werden.

Humorvoll gewürzt und mit nostalgischem Retro-Charme serviert, zeichnet diese wahre Emanzipationsgeschichte ein bewegendes Sittengemälde jener Zeit. Kino und Kochen sind seit jeher ein gutes Rezept für Unterhaltung der bekömmlichen Art.” (programmkino.de)


EXTRA:

durchgedreht24 - Das Selbstfilmfest in Braunschweig

So, 28.6., 09:00 - Screening aller Filme | 21:00 - Gala mit Siegerehrung (Eintritt frei)

Der Braunschweiger Kurzfilmfestverein „durchgedreht24" veranstaltet dieses Wochenende sein 23. Selbstfilmfest. Von Freitag 20:00 bis Samstag 20:00 dürfen die antretenden Filmteams in 24 Stunden einen maximal 5-minütigen Film mit 3 Begriffen und nur 1 Kamera drehen. Und 0 (Bild-)Nachbearbeitung! 

Am Sonntag werden beim Screening um 9:00 im Universum Filmtheater, Saal 1, alle eingereichten Filme gezeigt und um 21:00 ist große Gala mit Preisverleihung durch unsere Jury. Dieses Jahr dabei: Norbert Eberlein, Silke Schröckert und Leon Kluth! Alle Interessierten sind eingeladen, Eintritt frei solange Vorrat reicht. Mehr zum Filmfest:

www.durchgedreht24.dewww.instagram.com/durchgedreht24


DOK am Montag

INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR

Mo, 29.6., 19:00

In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. 

Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. 

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. 

INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.


Ab 2. Juli:

THE PIANO TUNER

Die überaus sensiblen Fähigkeiten eines hoch talentierten Klavierstimmers lassen ihn eine unerwartete Begabung zum Knacken von Tresoren entdecken – was sein Leben total auf den Kopf stellt. 

Mit seinem Spielfilmdebüt eröffnet uns Daniel Roher, der Oscar©-prämierte Regisseur von NAWALNY, eine Welt voller ungeahnter Möglichkeiten in einem sehr speziellen Beruf und lässst uns das Talent des aufstrebenden Stars Leo Woodall entdecken, an der Seite seines Mentors – verkörpert von niemand Geringerem als Dustin Hoffman!


DOK am Montag:

BORN TO FAKE

Mo, 6.7., 19:00

BORN TO FAKE ist ein Film über den Moment, in dem Bilder wichtiger wurden als ihre Wahrheit.

Der Fall Michael Born markiert einen medialen Kipppunkt in Deutschland: die Stelle, an der Sensation, Tempo und Sendelogik begannen, die Wirklichkeit zu überholen. Born verstand früh, was ein System sehen wollte. Und er lieferte es. Nicht trotz seiner Dreistigkeit, sondern gerade deshalb. Seine gefälschten Beiträge liefen im Privatfernsehen, weil sie passten: zu den Erwartungen der Redaktionen, zur Dramaturgie der Magazine, zum Hunger nach starken Bildern. 

Im Zentrum des Skandals stand vor allem stern TV — die Sendung war von Borns Fälschungen so direkt betroffen wie kaum ein anderes deutsches TV-Format. Für Günther Jauch, das damalige Gesicht der Sendung im RTL Programm, wurde die Born-Affäre zur heiklen öffentlichen Belastung, die seine Glaubwürdigkeit als Moderator massiv erschütterte und zeitweise sogar karrieregefährdend wirkte.

Genau darin liegt die beunruhigende Gegenwart dieses Falls. BORN TO FAKE blickt nicht nostalgisch auf die 1990er zurück. Der Film zeigt, wie früh ein Bildregime sichtbar wurde, das uns heute in neuer Form wieder begegnet: Wirklichkeit wird modellierbar, Bilder werden billiger, perfekter, manipulierbarer. Was damals mit Camcorder, Schnittplatz und Chuzpe möglich war, ist im Zeitalter generativer KI radikal skaliert.

Der Film zwingt dazu, die Verantwortung nicht nur bei einem Fälscher zu suchen, sondern im Blick selbst. Im System. Im Publikum. In unserer Gegenwart.


Ab 9. Juli:

AUF ZWEI RÄDERN

Manchmal weist der Blick zurück den Weg nach vorn: Gemeinsam mit seinem besten Freund Philippe und Hund Lucky steigt Filmemacher Mathias aufs Fahrrad und begibt sich auf einen ebenso ungewöhnlichen wie persönlichen Trip quer durch Europa. 

Das chaotische Trio folgt der Route, die Mathias‘ verstorbener Sohn Youri einige Jahre zuvor selbst unternommen hat – von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer. Was als leise Spurensuche beginnt, wird zu einem überraschend heiteren Abenteuer voller unerwarteter Begegnungen. Mit jeder Etappe nähern sich die beiden Freunde mal auf berührende, mal auf humorvolle Weise dem Verlust – und feiern doch das Leben.

AUF ZWEI RÄDERN ist ein zutiefst berührendes und zugleich lebensbejahendes Roadmovie voller Wärme, Witz und Menschlichkeit, das mühelos zwischen feiner Situationskomik und Ernst, Melancholie und tröstlicher Freude balanciert. In Frankreich avancierte der Film zum Publikumsliebling und wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet. Auch in Wien gibt es einen (höchst amüsanten) Zwischenstopp.


CINEMATHEK:

THE MASTERMIND

Mi, 15.7., 19:00 in engl. OmU

Es ist kein Diebstahl, wenn man nicht erwischt wird…

Ein beschaulicher Vorort in Massachusetts, Anfang der 1970er Jahre: Der arbeitslose Familienvater J. B. Mooney bereitet seinen ersten Kunstraub vor. Das Museum ist ausgekundschaftet, die Komplizen sind rekrutiert und der Plan scheint narrensicher - zumindest glaubt er das.

Mit kunstvollem Blick und der freien Rhythmik des Jazz entwirft Kelly Reichardt (FIRST COW) in diesem Cannes-Hit eine eigenwillige Neuinterpretation des Heist-Films. Als zerzauster Antiheld verleiht Josh O’Connor dieser ironischen Vision des amerikanischen Individualismus eine charmant mürrische Unruhe.

In Kooperation mit Daumenkino (HBK Braunschweig).


Ab 16. Juli:

SO KLINGT DAS LEBEN

Zwei Jahre nach einem tragischen Schiffsunglück, das eine kleine Fischergemeinde erschütterte, beschließt ein Dorf an der galicischen Küste Spaniens, sein traditionelles „Rondallas“-Musikensemble wiederzubeleben und am jährlichen regionalen Musikwettbewerb teilzunehmen. 

Durch die gemeinsamen Proben findet die Dorfgemeinschaft wieder zusammen. Nach und nach gelingt es ihnen, ihre Begeisterung zurückzugewinnen und die Trauer hinter sich zu lassen.

Vor der rauen, eindrucksvollen Landschaft Galiciens erzählt die Tragikomödie SO KLINGT DAS LEBEN mit lakonischem Humor und einer äußerst charmanten Besetzung von Verlust und Versöhnung, von Schuld, Liebe und dem Mut zum Neuanfang. 

Untermalt von einem mitreißenden Soundtrack, gelingt Regisseur und Drehbuchautor Daniel Sánchez Arévalo (DUNKELBLAUFASTSCHWARZ) ein warmherziger, vielstimmiger Film über die heilende Kraft von Musik und Gemeinschaft. Seine Weltpremiere feierte der spanische Publikumsliebling auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastián im September 2025.

„Ein warmherziger, bittersüßer Film über kollektive Trauer und Neuanfang – erzählt mit feinem Humor und zutiefst menschlich.” (El País)

 


Ab 23. Juli:

DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN

Jennifer ist ebenso reich wie attraktiv und genießt ein glamouröses Leben als Philanthropin in der amerikanischen High Society. Niemand ahnt, dass sie während ihrer regelmäßigen Aufenthalte in Mexiko eine leidenschaftliche Beziehung mit dem jungen Balletttänzer Fernando führt – einem vielversprechenden Talent ihrer Kulturstiftung. 

Verliebt und voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft in den USA wagt Fernando eines Tages den gefährlichen Weg über die Grenze. Als er plötzlich in Jennifers luxuriösem Apartment in San Francisco auftaucht, gerät ihre sorgfältig kontrollierte Welt aus den Fugen.

Ballettstar Isaac Hernández brilliert in seiner ersten Filmrolle an der Seite von Oscar®-Preisträgerin Jessica Chastain in Michel Francos provokantem, beklemmend aktuellem Erotikdrama über Machtgefälle, liberale Heuchelei und toxisches Begehren. DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN feierte seine Premiere im Wettbewerb der Berlinale.


Ab 23. Juli

WAS HABEN WIR GELACHT

WAS HABEN WIR GELACHT erzählt die jüngere Geschichte des deutschen Unterhaltungsfernsehens erstmals aus weiblicher Perspektive. 

Sie zeigt, welches Frauenbild in den Shows der 90er- und 00er-Jahre geprägt wurde: Witze auf Kosten von Frauen, schwierige Talkshow-Auftritte und der harte Kampf „lustiger Frauen“ um Sichtbarkeit neben den großen Showmastern. Eine ganze Generation wurde von Harald Schmidt, Thomas Gottschalk, Rudi Carrell, Stefan Raab u.a. humortechnisch sozialisiert. 

Der Film fragt: Worüber haben wir gelacht– und worüber nicht? Und was hat Humor mit Gleichberechtigung zu tun? Darauf antworten Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins.


Ab 30. Juli:

BITTERES FEST

Zwei Zeitebenen und zwei Perspektiven verweben sich zu einem vielschichtigen Spiel zwischen Realität und Fiktion: Die erfolgreiche Werbefilmregisseurin Elsa stürzt sich nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Arbeit, ohne sich Raum zum Trauern zu geben. 

In einer anderen Zeit in der gleichen Stadt arbeitet der erfolgreiche Autor und Regisseur Raúl Durán, der gegen eine lange kreative Krise ankämpft, an seinem neuen Werk – und schreibt genau jene Geschichte, die Elsas Leben erzählt.

Pedro Almodóvar, der Meisterregisseur des spanischen Kinos, erforscht in BITTERES FEST die fragile Grenze zwischen Leben und Kunst, zwischen Erlebtem und Erdachtem. Der Film beleuchtet, wie Wahrheit und Fiktion untrennbar verbunden sind, manchmal auf schmerzhafte Art und Weise. 

Oscar-Preisträger Almodóvar, bekannt u.a. für ALLES ÜBER MEINE MUTTER, SPRICH MIT IHR, VOLVER oder LEID UND HERRLICHKEIT, übernahm wie gewohnt Regie und schrieb das Drehbuch. BITTERES FEST wurde von El Deseo produziert und in Madrid sowie auf Lanzarote gedreht.


DOK am Montag:

FLUSS

Mo, 3.8., 19:00 - Zu Gast: Regisseur Timo Großpietsch

Diese dokumentarische Reise entlang der Elbe, von ihrer Quelle im nebelverhangenen Riesengebirge bis zur breiten Mündung in die Nordsee, entlarvt die tiefgreifende Prägung und Nutzung des Flusses durch den Menschen und dekonstruiert die vermeintliche Natürlichkeit der Landschaften.

Im Riesengebirge, einer Region durchdrungen von Mythen und dem Geist Rübezahls, beginnt die Elbe ihren Lauf. Ein schlichter Betonring markiert die Quelle, die hier unter den Augen pilgernder Touristen entspringt. Der Film nimmt uns mit durch die tiefen, dunklen Gänge der Staudämme und führt uns entlang der alten innerdeutschen Grenze, zu Hochwassern und Umweltzerstörung bis hin zu den weiten Mündungsgebieten bei Cuxhaven. 

Jede der 28 Staustufen sind Zeugen der menschlichen Eingriffe. Sand und Kies werden dem Boden entrissen, Schiffe fahren mit überdimensionierten Fahrstühlen und gleiten durch die Nacht. Großpietsch zeigt in beeindruckenden Bildern, wie der Fluss durch die Jahrhunderte vom Menschen geformt und genutzt wurde.

FLUSS ist eine filmische Erkundung, die tief unter die Oberfläche der sichtbaren Realität dringt und die Spuren menschlicher Einflüsse offenlegt. Der Dokumentarfilmer Timo Großpietsch schließt mit FLUSS seine Trilogie STADT, LAND, FLUSS ab.


Ab 6. August:

LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS

Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt auf einer Hühnerfarm wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. 

Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes und besonders kluges Hühnchen eines Tages entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Federtier auf den Hinterhof eines heruntergekommenen Restaurants. Dessen alternder Besitzer steht nur scheinbar besser da, denn der Laden läuft nicht mehr und schlecht gelaunte Schmuggler gehen ein und aus. 

Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen der dort lebenden Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der unerschrockenen Henne unweigerlich durchkreuzt.

Von Hühnern und Menschen: LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS ist ein humorvoller, berührender und sehr genau beobachteter Film über das Tier im Menschen und den Menschen im Tier. Von ihrer manchmal komplizierten Koexistenz erzählt der preisgekrönte Regisseur György Pálfi eindringlich und mit einem genialen Kunstgriff: LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS ist sowohl die emanzipierte Autobiographie einer Körnerpickerin als auch eine sehr originelle Geschichte über das Abenteuer des Erzählens.


Ab 20. August:

SPAZIERGANG NACH SYRAKUS

Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz (Charly Hübner). Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottlieb Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982, und Paul lebt in der DDR. 

Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? Alles wird abgelehnt! 

Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne (Lina Beckmann). Paul ersinnt einen verwegenen Plan …

Regisseur Lars Jessen (MITTAGSSTUNDE) erzählt in SPAZIERGANG NACH SYRAKUS von unstillbarer Sehnsucht und großem Mut, von tiefer Liebe und inniger Loyalität – und vom Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren. 

Der Film entstand nach Motiven des Romans „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ von Friedrich Christian Delius (erschienen im Rowohlt Verlag), der wiederum auf der realen Flucht von Klaus Müller beruht. Mit feinem Humor und großen Emotionen blickt der Film auf deutsche Geschichte – und verhandelt dabei erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit sowie die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren.

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