Universum Newsletter | 07.04.2026
 

NEU: LA GRAZIA

tägl. 18:40 (außer Mi), Sa + So 13:30, Mo 18:40 in ital. OmU

Liebe. Zweifel. Verantwortung. Vaterschaft. Ethik. Diese Themen begleiten Mariano De Santis (Toni Servillo), den scheidenden Präsidenten Italiens. Während sich seine Amtszeit dem Ende zuneigt, steht er vor folgenschweren Entscheidungen – politischer wie persönlicher Natur. 

Der neue Film von Paolo Sorrentino (LA GRANDE BELLEZA - DIE GROSSE SCHÖNHEIT, EWIGE JUGEND) ist eine eindringliche Erkundung von Liebe, Pflicht und persönlicher Freiheit. 


NEU: SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF

Do – Sa 20:50, So auch 11:10

Regisseurin Sabine Lidl zeigt Siris Hustvedts ganz eigene Art zu leben und zu denken und verbindet ihr Schreiben mit den großen Themen des Lebens: Liebe und Abschied – besonders im Zusammenhang mit der tiefen persönlichen und künstlerischen Verbundenheit zu ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Paul Auster. 

SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF ist ein berührendes Porträt einer Schriftstellerin, die zu einer der wichtigsten intellektuellen und feministischen Stimmen der amerikanischen Literatur gehört.


EXTRA: So, 12.4., 11:00

CHRONOS - FLUSS DER ZEIT

Der Fluss Chronos, antiker Name der Memel, durchfließt die Region Sarmatien, den historischen Landschaftsraum östlich der Weichsel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. 

Ihm folgt der berühmte Dokfilmer Volker Koepp auf der Suche nach den Schicksalen der Menschen, die an diesen Ufern leben – und kehrt dabei immer wieder zu jenen zurück, die seine früheren Filme geprägt haben. Doch CHRONOS - FLUSS DER ZEIT ist auch das Porträt einer Region im Wandel. 


DOK am Montag, 13.4., 18:45 in OmU

THE GOSPEL OF REVOLUTION

In den 1960er Jahren breiteten sich in ganz Lateinamerika revolutionäre Bewegungen gegen Diktatoren und Regierungen aus. Die Befreiungstheologie, eine Richtung der christlichen Theologie, inspirierte Millionen von Christen dazu, sich den Revolutionen anzuschließen. 

Die Dokumentation begleitet einen belgischen Pastor, der sich in der Befreiungstheologie engagiert, und nimmt uns mit auf eine Reise in revolutionäre Bewegungen in El Salvador, Brasilien, Nicaragua und Mexiko. Ein Film über Kraft und Konflikt durch und mit dem eigenen Glauben.


EXTRA: Mi, 15.4., 18:45 in jap. OmU

KOKUHO - MEISTER DES KABUKI

Das historische Drama ist ein mehrere Jahrzehnte umfassendes epochales Meisterwerk. Mitreißend, bildgewaltig und zugleich sinnlich erzählt der Film die Geschichte zweier Ausnahmekünstler, die sich ab Mitte der sechziger Jahre in der traditionellen Theaterform Kabuki behaupten wollen und dabei unerwartete Hürden überwinden müssen. 

Nur einer von ihnen wird zum größten Meister seiner Kunst mit dem Ehrentitel „Kokuho" (Nationalschatz).

Gewann 11 Auszeichnungen beim 49. Japan Academy Film Prize!

In Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft e.V. Region BS-PE-WOB.

Das Universum nimmt am Cineville-Abo teil!

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Schon ab 20€ im Monat können Sie Teil der Cineville-Community werden. Mit der Cineville-Karte haben Sie unbegrenzten Zugang zum gesamten Filmprogramm von Deutschlands engagiertesten Kinos, zu Neustarts, Filmreihen, Festivals und Events.

Bei Cineville schließen sich die unabhängigen Kinos Deutschlands zusammen, um ein gemeinsames Abonnement zu ermöglichen, die Arthouse-Filmtheater, Programmkinos, Filmkunstkinos, Traditionshäuser und Ihr Lieblingskino um die Ecke - auch das Universum Filmtheater Braunschweig.

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Kinobistro "Abspann" für Veranstaltungen mieten

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Eine beliebte Kombination für eine Feierlichkeit: Kinosaal mieten für einen Wunschfilm + Sektempfang + Catering im "Abspann".

Richten Sie Ihre Anfrage gern an:

Michael Werner: abspann@universum-filmtheater.de

 

Unser Programm vom 09.04.-15.04.2026

NEU:

LA GRAZIA

tägl. 18:40 (außer Mi), Sa + So 13:30, Mo 18:40 in ital. OmU

Regie: Paolo Sorrentino, IT 2025, 131 Min., FSK 12. Mit Toni Servillo, Anna Ferzetti, Massimo Venturiello u.a.

Liebe. Zweifel. Verantwortung. Vaterschaft. Ethik. Diese Themen begleiten Mariano De Santis (Toni Servillo), den scheidenden Präsidenten Italiens. Während sich seine Amtszeit dem Ende zuneigt, steht er vor folgenschweren Entscheidungen – politischer wie persönlicher Natur. 

Inmitten moralischer Dilemmata muss er sich seinem Gewissen stellen und Rat bei den Menschen suchen, die ihm am nächsten stehen, darunter seine Tochter Dorotea (Anna Ferzetti). Gemeinsam stellen sie sich der zeitlosen Frage: Wem gehören unsere Tage?

Als intime Reflexion über Identität und Erinnerung zeichnet LA GRAZIA die unauslöschlichen Spuren nach, die ein Mensch durch Familie und Handeln hinterlässt. Mit Sorrentinos unverkennbarem poetischem Blick und einem stimmungsvollen Soundtrack wird der Film zu einem visuell eindrucksvollen und emotional tief berührenden Kinoerlebnis.

Ein auf der visuellen Ebene streng durchkomponiertes Drama, das die Sehnsucht nach Schwerelosigkeit in einer Fülle ausgekosteter Bildeinfälle zum Ausdruck bringt. Die Charakterstudie des fiktiven Politikers führt Wehmut und Abgeklärtheit zusammen und zeigt die Tragweite politischer Verantwortung auf.” (film-dienst.de)

Der neue Film von Paolo Sorrentino (LA GRANDE BELLEZA - DIE GROSSE SCHÖNHEIT, EWIGE JUGEND).


NEU:

SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF

Do – Sa 20:50, So auch 11:10

Regie: Sabine Lidl, DE/CH 2025, 110 Min., FSK 12, Dokumentarfilm

Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. 

Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster.

Doch während die beiden über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben herein: Paul Auster wird schwer krank. Auch nach seinem Tod endet die gemeinsame Geschichte nicht: Siri Hustvedt beginnt den Verlust ihres „Lebensmenschen“ im Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“ literarisch zu verarbeiten.

Vier Jahre lang folgt Sabine Lidl den Gedanken und Geschichten, die Siri Hustvedt zu einer der wichtigsten intellektuellen und feministischen Stimmen der amerikanischen Literatur gemacht haben. Gemeinsam sind sie immer in Bewegung, durch Zeit und Raum, imaginär zwischen den Disziplinen, deren Grenzen Siri Hustvedt nicht gelten lässt. 

Dabei hält der Film auch einen der verletzlichsten Momente fest, als Siri Hustvedt und Paul Auster mit der Diagnose seiner Krebserkrankung konfrontiert werden. 

Es ist ein intensives, eindringliches, einfühlsames Porträt einer außergewöhnlichen Frau.” (epd-film.de)

Hier geht's zu einem NDR-Bericht zum Film.

 


EXTRA:

CHRONOS - FLUSS DER ZEIT

So, 12.4., 11:00

Regie: Volker Koepp, DE 2026, 198 Min., FSK 12, Dokumentarfilm

„Strom, alleine immer kann ich dich lieben nur …“ (Johannes Bobrowski: Sarmatische Zeit)

Der Fluss Chronos, antiker Name der Memel, durchfließt die Region Sarmatien. Ihm folgt Volker Koepp auf der Suche nach den Schicksalen der Menschen, die an diesen Ufern leben – und kehrt dabei immer wieder zu jenen zurück, die seine früheren Filme geprägt haben. Doch CHRONOS - FLUSS DER ZEIT ist auch das Porträt einer Region im Wandel. 

Über fünf Jahre dauerten die Dreharbeiten. Die russische Invasion der Ukraine, die Covid-19-Pandemie prägen das Erleben genauso wie sowjetische Vergangenheit und die Narben, die der Holocaust in den Gemeinschaften hinterlassen hat.

Auf den Spuren der Gedichte von Johannes Bobrowski drehte Volker Koepp 1972 seinen ersten Film im historischen Landschaftsraum östlich der Weichsel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, in der Spätantike „Sarmatien“ genannt. Eine Welt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum sowjetischen Imperium gehörte. Später drehte Koepp in dieser Gegend mit KALTE HEIMAT (1994), HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN (1998) oder IN SARMATIEN (2013) einen ganzen Zyklus von Filmen. 

Es ging um Begegnungen mit Menschen, ihrem Alltag, ihren von politischen Umbrüchen geprägten Biografien, um nationalsozialistischen Terror, die Ermordung der Juden, stalinistische Verfolgung und Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen. CHRONOS - FLUSS DER ZEIT fügt diesen Geschichten ein neues, entscheidendes Kapitel hinzu – als filmische Montage, in der sich Vergangenheit und Gegenwart fragmentarisch verbinden.

Hier geht es zu einem schönen Radio-Interview mit Volker Koepp im MDR.


DOK am Montag:

THE GOSPEL OF REVOLUTION

Mo, 13.4., 18:45 in OmU

Regie: François-Xavier Drouet, FR/BE 2024, 115 Min., FSK 12, Dokumentarfilm

In den 1960er Jahren breiteten sich in ganz Lateinamerika revolutionäre Bewegungen gegen Diktatoren und Regierungen aus. Die Befreiungstheologie, eine Richtung der christlichen Theologie, inspirierte Millionen von Christen dazu, sich den Revolutionen anzuschließen. 

Die Dokumentation begleitet einen belgischen Pastor, der in der Gegenbewegung in Nicaragua kämpft und nimmt uns mit auf eine Reise in revolutionäre Bewegungen in El Salvador, Brasilien, Nicaragua und Mexiko. Ein Film über Kraft und Konflikt durch und mit dem eigenen Glauben.

Ermordete und in einem Massengrab verscharrte Nonnen. Katechismuslehrer, die in ihren eigenen Häusern erschossen wurden. Ein Erzbischof wurde in seiner Kathedrale ermordet, während er eine Messe hielt. 

Jahrzehntelang spielte die Befreiungstheologie, ein basisdemokratischer Zweig des Katholizismus, der sich auf die Seite der Armen und Unterdrückten stellte, eine mächtige und einflussreiche Rolle in den revolutionären Bewegungen Lateinamerikas. Ihr Grundgedanke ist, so die nicaraguanische Theologin und Journalistin María López Vigil, dass Gott nicht neutral ist und auf der Seite der Armen steht. Und deshalb waren ihre Anhänger Zielscheiben.

Für die USA war die Befreiungstheologie gefährlicher als der Kommunismus. Für einen zunehmend konservativen Vatikan war sie eine Bewegung, die unterdrückt werden musste. Jetzt, Jahrzehnte nach der Zeit des revolutionären Aufbruchs in Lateinamerika, reist THE GOSPEL OF REVOLUTION durch die Region, trifft Schlüsselfiguren und zeichnet die Geschichte der Befreiungstheologie nach.

Anhand von eindrucksvollem Archivmaterial und zeitgenössischen Interviews zeigt der Film, wie diese radikalen Katholiken an der Seite von Bauern, Arbeitern und indigenen Völkern gegen Ungerechtigkeit kämpften und sich weigerten, Armut und Unterdrückung hinzunehmen. Die Befreiungstheologie betonte strukturelle Veränderungen und gegenseitige Hilfe, im Gegensatz zu den heutigen, eher auf sich selbst konzentrierten evangelikalen Bewegungen. 

In einer Zeit, in der das evangelikale Christentum auf dem Vormarsch ist und mit konservativer Politik assoziiert wird, erinnert THE GOSPEL OF REVOLUTION eindringlich daran, dass es nicht so sein muss.

Regisseur Drouet gelingt ein in sich geschlossener Film – was angesichts der Fülle an Geschichten, die in verschiedenen Momenten an unterschiedlichen Ecken Lateinamerikas spielen, eine erhebliche Leistung ist. So schafft er ein spannendes Abbild hoffnungsvollerer Zeiten, ohne dabei ins Nostalgische abzurutschen.” (junge Welt)

 


EXTRA:

KOKUHO - MEISTER DES KABUKI

Mi, 15.4., 18:45 in jap. OmU

Regie: Lee Sang-il, JP 2025, 174 Min., FSK 12. Mit Ryo Yoshizawa, Ryusei Yokohama, Ken Watanabe u.a.

Nagasaki, 1964 – Nach dem Tod seines Vaters, dem Anführer einer Yakuza-Bande, wird der 14-jährige Kikuo von einem berühmten Kabuki-Schauspieler unter seine Fittiche genommen. Zusammen mit dem einzigen Sohn des Schauspielers, Shunsuke, beschließt er, sich dieser traditionellen Theaterform zu widmen. 

Über Jahrzehnte hinweg wachsen und entwickeln sich die beiden jungen Männer gemeinsam weiter. Von der Schauspielschule bis zu den größten Bühnen, inmitten von Skandalen und Ruhm, Brüderlichkeit und Verrat... Jedoch kann nur einer von ihnen zum größten Meister der Kabuki-Kunst werden.

Das historische Drama, das als erster japanischer Film eine Oscar®-Nominierung in der Kategorie „Bestes Make-up und Hairstyling" erhalten hat, ist ein mehrere Jahrzehnte umfassendes epochales Meisterwerk. 

Mitreißend, bildgewaltig und zugleich sinnlich erzählt der Film die Geschichte zweier Ausnahmekünstler, die sich ab Mitte der sechziger Jahre in der traditionellen Theaterform Kabuki behaupten wollen und dabei unerwartete Hürden überwinden müssen. Nur einer von ihnen wird zum größten Meister seiner Kunst mit dem Ehrentitel „Kokuho" (Nationalschatz).

Die Kinosensation mit über 14 Millionen Kinobesucher:innen in Japan triumphierte beim soeben vergebenen 49. Japan Academy Film Prize. Der Film gewann in 11 Kategorien, darunter: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Bestes Drehbuch.

Der bildmächtige Film ist überzeugend gespielt, oft mitreißend inszeniert und vermittelt eindrücklich die Faszination dieser besonderen Theatergattung, auch wenn ihm Hintergrund die These steht, dass man für wahre Kunst leiden muss.” (filmdienst.de)

In Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft e.V. Region BS-PE-WOB.


LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN

tägl. 16:40

Regie: Éric Besnard, FR 2025, 98 Min., FSK 12. Mit Bernard Campan, Isabelle Carré, Alexandra Lamy, Grégory Gadebois | 2. Woche

Wir schreiben das Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. 

Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. Er irrt verzweifelt durch den Süden Frankreichs und sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf, wird aber immer wieder abgewiesen. 

Unwissentlich findet Jean Valjean Zuflucht und Gastfreundschaft im Haus von Bischof Bienvenu, der mit seiner Schwester und seiner Magd ein einfaches Leben führt. Jean Valjean ist überrascht vom herzlichen Empfang des Bischofs, und seine inneren Dämonen beginnen nach und nach zu schwinden. 

Doch die Rachegefühle und die Vorurteile der Dorfbewohner lassen ihn nicht los. Wird er sich dennoch zu einem anderen Menschen wandeln können? Jean Valjean steht am Scheideweg seines Lebens.

Der französische Erfolgsregisseur Éric Besnard (DIE EINFACHEN DINGE, BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL) wagt sich mit LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN mutig an Victor Hugos Monumentalwerk.

Er zaubert aus den ersten 150 Seiten des Romans ein fulminantes Leinwanderlebnis über die Entstehung und Entwicklung des späteren Romanhelden und verbindet dabei kongenial die Sprache des 19. Jahrhunderts mit der des 21. Jahrhunderts. 

In erschütternden Rückblenden erzählt er, wie die Grausamkeiten im Gefängnis einen sensiblen Menschen in einen wütenden Mann verwandeln und konzentriert sich dann auf die Begegnung des Außenseiters mit einem gutherzigen Mann der Kirche. Dieses Treffen lenkt Jean Valjeans Leben in andere Bahnen.

Die vier Hauptrollen sind wunderbar besetzt: Bernard Campan als Geistlicher, Isabelle Carré als seine Schwester, Alexandra Lamy als Hausangestellte und ein herausragender Grégory Gadebois, der mit großer Intensität Valjeans inneren Kampf nach außen trägt.

Hier geht's zum Interview mit Regisseur Éric Besnard.


PILLION

Do – Di 21:15 (So in engl. OmU)

Regie: Harry Lightons, GB 2025, 107 Min., FSK 16. Mit Alexander Skarsgård, Harry Melling u.a. | 2. Woche

Als der schüchterne Colin in einer Bar auf den charismatischen Ray trifft, ist es sofort um ihn geschehen. Dass der attraktive Biker ausgerechnet ihn zu seinem neuen Gefährten erwählt, kann er kaum fassen. Ray fordert absolute Unterwerfung, zu der Colin nur allzu gern bereit ist. Er putzt, kocht, kauft ein und schläft anstandslos auf dem Bettvorleger. 

Im Gegenzug öffnet ihm Ray die Tür zu einer aufregenden Welt wilder Abenteuer und sexueller Ekstase. Während sich seine Eltern zunehmend Sorgen machen, genießt Colin sein neues Leben in vollen Zügen. Doch langsam erwacht in ihm eine leise Sehnsucht nach etwas, das Ray ihm vielleicht niemals geben kann.

Alexander Skarsgård und Harry-Potter-Star Harry Melling brillieren in Harry Lightons überraschend sensibler DomCom mit einer herausragenden Performance voller Humor, Zärtlichkeit und emotionaler Tiefe. PILLION basiert auf der preisgekrönten Romanvorlage „Box Hill“ und feierte seine umjubelte Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Cannes, wo er den Drehbuchpreis in der Sektion „Un Certain Regard“ erhielt.

“Die Rollen in der Sado-Maso-Beziehung sind klar verteilt. Ray macht die Ansagen. Colin erfüllt alle Wünsche mit Begeisterung: je erniedrigender, desto lieber. Doch plötzlich probt der Sklave den Aufstand und die Beziehungskarten werden neu gemischt. 

Was „Fifty Shades of Grey” gerne gewesen wäre, das liefert dieses lässige Debüt des britischen Regisseurs, dessen Name wie aus einem 007 klingt: Harry Lighton. Seine Absichten: „Make you laugh, make you think, make you feel and make you horny!”. Eine queere RomCom im SM-Milieu, so frech und freizügig wie von Ralf König ausgedacht!” (Programmkino.de)


BLUE MOON

Mi 20:50

Regie: Richard Linklater, US/IE 2025, 100 Min., FSK 12. Mit Ethan Hawke, Andrew Scott, Margaret Qualley, Bobby Cannavale | 3. Woche

BLUE MOON erzählt die Geschichte des legendären Songwriters Lorenz Hart, dessen berufliches und privates Leben während der Premierenfeier für das Musical „Oklahoma!“, mit dem sein ehemaliger Partner, der Komponist Richard Rodgers, einen großen Erfolg feiert, ins Wanken gerät. 

Mit einer Vielzahl an Schriftsteller*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen, Freund*innen und Protegés – eine Parade der Berühmten und derer, die es werden wollen –, werden über 100 Minuten in Echtzeit die Ereignisse in der Bar Sardi’s am Abend des 31. März 1943 geschildert. Das Ergebnis ist eine Betrachtung über Freundschaft, Kunst und Liebe.

Dem fünffach Oscar®-nominierten Regisseur Richard Linklater (BOYHOOD, BEFORE MIDNIGHT) gelingt es mit seinem Talent fürs Komödiantische, die Ereignisse dieses einzigartigen Abends perfekt einzufangen. Das Drehbuch stammt von Robert Kaplow

BLUE MOON besticht mit wunderbaren Darbietungen von Ethan Hawke (LEAVE THE WORLD BEHIND) als Lorenz Hart, Andrew Scott (ALL OF US STRANGERS) als Richard Rodgers, Margaret Qualley (THE SUBSTANCE) als Harts Schützling Elizabeth und Bobby Cannavale (STANDING UP) als Barkeeper, Freund und Vertrauter von Hart.


DJ AHMET

tägl 16:10

Regie: Georgi M. Unkovski, MK 2025, 99 Min., FSK 12. Mit Arif Jakup, Dora Akan Zlatanova u.a. | 4. Woche

Beats vom Traktor: Wenn der 15-Jährige Schafhirte Ahmet durch die nordmazedonische Hügellandschaft tuckert, wummern basslastige Songs aus seiner selbstgebastelten Soundanlage. Die elektronischen Klänge verheißen einen Ausweg aus der konservativen Dorfgemeinschaft. 

Leider ist die nächste Disco unerreichbar weit entfernt, die örtliche Download-Geschwindigkeit katastrophal und sein strenger Vater versucht alles, um ihm die Liebe zur Musik auszutreiben. 

Einzig sein stummer Bruder Naim teilt seine Begeisterung – bis die wunderschöne Aya auf Heimaturlaub aus dem fernen Deutschland bei den Nachbarn einzieht. Die Neue hat nicht nur einen ausgezeichneten Musikgeschmack, unbändigen Freiheitswillen und ein Faible für Tiktok-Tänze, sondern auch ein Handy mit unbegrenztem Datenvolumen im Gepäck. 

Bei heimlichen Raves auf dem Acker kommen sich die beiden im Takt der Musik unweigerlich näher – dumm nur, dass ihre Hand bereits einem Anderen versprochen ist. Um die anstehende Vermählung zu verhindern, startet Ahmet mit Aya einen verzweifelten Versuch, sich aus den Traditionen zu befreien.

Unprätentiös und authentisch: DJ AHMET entwirft das Bild jugendlicher Rebellion in Zeiten von Social Media. Mit viel Musikleidenschaft, einer Prise schwarzem Humor und großem Respekt vor seinen Charakteren verbindet Regisseur Georgi M. Unkovski die Suche zweier Außenseiter nach der ersten Liebe und ihren Kampf um einen Platz in einer auf Uniformität ausgerichteten Gesellschaft zu einer einzigartigen „Boy-Meets-Girl“-Geschichte.

Ausgezeichnet beim Braunschweig International Film Festival mit dem Publikumspreis "Heinrich" und dem VWFS-Jurypreis.


DIE WILDE NORDSEE

Sa + So 14:45

Regie: Mark Verkerk, NL 2025, 89 Min., FSK 0, Dokumentarfilm | 4. Woche

Ein atemberaubender Blick unter eine bislang verborgene Oberfläche: DIE WILDE NORDSEE entführt das Publikum auf eine spektakuläre Reise durch eines der unerforschtesten, rauesten und zugleich faszinierendsten Meere Europas. Filmemacher Mark Verkerk führt in eine Region, die von starken Gegensätzen geprägt ist: tosende Stürme, unberechenbare Strömungen und zugleich eine erstaunliche Artenvielfalt.

Zwischen tosenden Wellen und geheimnisvollen Tiefen entfaltet sich das verborgene Leben der Nordsee – mit eindrucksvollen Bildern, seltenen Tierbegegnungen und berührenden Geschichten aus einer Welt im Wandel. Ein visuell überwältigendes Naturerlebnis, das Staunen weckt – und zum Nachdenken anregt.

“Bildmächtiger Dokumentarfilm über die Schönheit und Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt in der Nordsee. Der Film zeigt auf, wie wenig man über die Nordsee weiß, die eine Fläche von 57.000 Quadratkilometern bedeckt und zu den nährstoffreichsten Meeren der Erde gehört.

Und noch weniger über die geheimnisvolle Welt, die sich unter den ungestümen Wellen verbirgt. Denn im Wasser und auf dem Meeresboden erschließen sich eine reichhaltige Pflanzenwelt und eine große Vielfalt von Tierarten, vom winzigen Plankton bis zum zehn Meter langen Riesenhai. Trotz der deutlichen Kritik an der menschlichen Hybris lässt der Film Raum für Hoffnung.” (Filmdienst.de)


NOUVELLE VAGUE

Di 20:50

Regie: Richard Linklater, FR 2025, 105 Min., FSK 12. Mit Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Paolo Luka-Noé | 5. Woche

Richard Linklaters mitreißende Hommage an ein ikonisches Werk der Filmgeschichte war ein Publikums- und Kritikerliebling der Internationalen Filmfestspiele in Cannes 2025.

AUSSER ATEM gehört zweifellos zu den großen Filmklassikern. Doch was ist die Geschichte dahinter? NOUVELLE VAGUE wirft einen Blick auf die Dreharbeiten von Jean-Luc Godards bahnbrechendem Krimidrama – mit viel Liebe zum Detail, zahlreichen Verweisen und Humor.

In der Hauptrolle glänzt Guillaume Marbeck als Regisseur, der so ziemlich mit allen Regeln des Filmbusiness bricht. Besonders amüsant sind die Scharmützel mit seiner US-Hauptdarstellerin Jean Seberg (Zoey Deutch), die seinen unorthodoxen Methoden wenig abgewinnt. Großartig an ihrer Seite Aubry Dullin als Jean-Paul-Belmondo, für den NOUVELLE VAGUE den internationalen Durchbruch brachte.

Der Clou an der Sache: der Kult-Regisseur und große Cineast Richard Linklater (BOYHOOD, BEFORE SUNRISE) hat seinen Film im Stil seines Vorbilds gedreht, in Schwarz-Weiß, im Format 1:1,37, mit viel Humor und dem unwiderstehlichen Esprit der frühen Sixties.

Ausgezeichnet mit 4 Césars (französischer Filmpreis) - u.a. für Richard Linklater als bester Regisseur.

Golden Globes 2026: Nominierung für Bester Film – Musical/Comedy.


GELBE BRIEFE

Mo 21:05

Regie: İlker Çatak, DE/FR/TK 2025, 128 Min., FSK 12. Mit Özgü Namal, Tansu Biçer, Leyla Smyrna Cabas | 6. Woche

Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen.

Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.

Nach dem international gefeierten und preisgekrönten Film DAS LEHRERZIMMER legt der Oscar®-nominierte Regisseur İlker Çatak mit GELBE BRIEFE erneut ein brisantes und packendes Meisterwerk vor. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. 

Eindrucksvoll getragen von den türkischen Schauspielstars Özgü Namal und Tansu Biçer schafft İlker Çatak ein intensives und brandaktuelles Drama über Mut und Macht, das die universellen, großen gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit in den Fokus nimmt.

Gewinner des Goldenen Bären als bester Film bei der Berlinale 2026!

Gilde-Filmpreis des Arthouse-Kinoverbands AG Kino – Gilde e.V.


FATHER MOTHER SISTER BROTHER

So 20:50 in engl. OmU

Regie: Jim Jarmusch, US/IE/FR 2025, 110 Min., FSK 12. Mit Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps | 7. Woche

Drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.

In seinem neuesten Geniestreich lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. 

FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

"Jim Jarmusch vertraut seinen Stars und ihrer Fähigkeit, in Pausen, Blicken und Gesten manchmal mehr zu sagen als mit Worten. Dazu passt das ruhige Erzähltempo, das aber gerade dadurch eine große emotionale Genauigkeit erreicht. 

Mit feinem Humor zeigt Jim Jarmusch das Modell der Kleinfamilie als lebenslange Übung im Aushalten, Annähern, Finden und Loslassen – eigentlich unspektakulär, aber wichtig." (programmkino.de)


ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE

tägl. 18:10 (außer Mo)

Regie: Simon Verhoeven, DE 2025, 137 Min., FSK 6. Mit Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Karoline Herfurth, Laura Tonke, Devid Striesow, Anne Ratte-Polle u.a. | 8. Woche

Mit 20 wird Joachim unerwartet an der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht in die Villa zu seinen Großeltern, Inge und Hermann. Zwischen den skurrilen Herausforderungen der Schauspielschule und den exzentrischen, meist alkoholgetränkten Ritualen seiner Großeltern versucht Joachim seinen Platz in der Welt zu finden – ohne zu wissen, welche Rolle er darin eigentlich spielt.

Verfilmung des autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff, in dem dieser von seiner Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schauspielschule erzählt. Halt gibt dem an seinem Weg und seinem Talent zweifelnden und um seinen verstorbenen Bruder trauernden jungen Mann, dass er im Haus seiner exzentrischen Großeltern wohnen kann. 

Der Film bleibt eng an der Vorlage und nimmt nur diskrete, dramaturgisch stimmige Änderungen vor. Die sorgfältige Inszenierung trifft den heiter-melancholischen Tonfall des Romans und gießt ihn in eine atmosphärisch überzeugende filmische Form. Perfekt besetzt und gespielt, entsteht eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film, Familiendrama, Milieu-Komödie und Biografie.” (Filmdienst.de)

Vorschau

Ab 16. April:

VIER MINUS DREI

Barbara (Valerie Pachner) und ihr Partner Heli (Robert Stadlober) führen mit ihren beiden Kindern Fini und Thimo ein glückliches und liebevolles Familienleben. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben nicht zu ernst und wissen, dass man auch über das lachen kann, was misslingt. Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Unfall ihre Familie verliert, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Verlust lässt sie am Clownsein und dem eigenen Lebenssinn zweifeln. 

Doch Barbara stellt sich ihrem Schicksal. Mutig und unkonventionell findet sie ihren Weg, mit der Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.

Mit ihrer gleichnamigen Autobiografie landete Barbara Pachl-Eberhart 2010 einen Bestseller: Eindringlich und mit viel Stärke beschreibt sie darin, wie es ihr nach dem tragischen Tod ihrer Familie gelang, sich dem Leben neu zu stellen. 

Nun hat der für seine sehr persönlichen Filmarbeiten gefeierte Regisseur Adrian Goiginger (RICKERL - MUSIK IST HÖCHSTENS A HOBBY, DER FUCHS, DIE BESTE ALLER WELTEN) diese bewegende Lebensgeschichte verfilmt. Sensibel und mit feinem Gespür für seine Charaktere, inszeniert er in VIER MINUS DREI die lebendige, hoffnungsvolle Geschichte einer Frau, die nicht aufgibt. 


CINEVILLE-PREVIEW:

ROSE

So, 19.4., 11:15

Jedes Cineville-Mitglied kann eine Begleitperson kostenlos ins Kino einladen. (Die Preview ist selbstverständlich auch für Nicht-Abonnenten zugänglich.)

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. 

Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen.

Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich.

ROSE – die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben.

Sandra Hüller gewann bei der diesjährigen Berlinale für ihre Darbietung in ROSE den Silbernen Bären als beste Schauspielerin.


DOK am Montag: 

BLAME

Mo, 20.4., 19:00 - Mit anschließender Diskussion

Zu Gast: Prof. Dr. Melanie Brinkmann, Virologin an der TU Braunschweig und am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung HZI, damaliges Mitglied des Beraterstabs und stellvertretende Vorsitzende des Corona-Expertenrats der Bundesregierung. 

Prof. Dr. Monika Taddicken, Leiterin des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Braunschweig. Sie forscht u.a. zu Vertrauen in Wissenschaft und zum Aufeinandertreffen von Öffentlichkeit und Wissenschaft in digitalen Umgebungen.

Moderation: Andreas Hebbelmann, Leiter Forschungsservice der TU Braunschweig.
 

Ein bildgewaltiges Plädoyer für die Wissenschaft.

Desinformation ist zu einem Instrument geworden, um Wissenschaftlerinnen und Gesundheitsexperten anzugreifen und zu diskreditieren und damit politische Vorteile zu erzielen. Populäre Mythen und unbelegte Narrative spielten auch eine wichtige Rolle für die Wiederwahl von Präsident Trump. 

BLAME ist eine bildgewaltige Filmreise über die Rolle der Wissenschaft in zunehmend dunkleren Zeiten. Sachlich und unaufgeregt zeigt der Film, wie die Welt durch das gezielte Schüren und Bewirtschaften von Ängsten und faktenfreien Mythen aus den Fugen geriet.

In BLAME begleitet Regisseur Christian Frei (WAR PHOTOGRAPHER) die Wissenschaftler*innen Linfa Wang, Peter Daszak und Zhengli Shi, die zu den Ursprüngen von COVID-19 forschen und sich massiven Anfeindungen ausgesetzt sehen. Nach Jahren des Eintauchens in entlegenen Fledermaushöhlen geraten die Forschenden ins grelle Licht der Politik und schwerer Anschuldigungen. 

Als sie vor Pandemien in der Zukunft warnten, wurden sie nicht gehört. Als die Welt von der COVID-19-Pandemie heimgesucht wird, müssen dieselben Wissenschaftler nicht nur gegen das Virus kämpfen, sondern auch gegen eine Welle von Fehlinformationen, Verschwörungstheorien und politischer Schuldzuweisung, die drohen, die Wahrheit zu überlagern.

Dies ist ihre Geschichte.

Regisseur Christian Frei wurde für seinen Film WAR PHOTOGRAPHER für den Oscar nominiert, und für seinen Film SPACE TOURISTS gewann er den World Cinema Directing Award beim Sundance Festival.

Nominiert für den Schweizer Filmpreis!

In Kooperation mit Science and Art Lab / TU Braunschweig.


EXTRA:

IN LIEBE, EURE HILDE

Di, 21.4., 19:00

Berlin 1942. Hilde ist verliebt. In Hans. In ihrer Leidenschaft vergessen die beiden oft Krieg und Gefahr. Dann sind sie nur zwei junge Menschen am Beginn ihres Lebens. Hilde bewundert den Mut ihres Liebsten. Er bewegt sich in Widerstandskreisen. 

Sie selbst ist eher ängstlich, beteiligt sich aber immer beherzter an den Aktionen einer Gruppe, die man später die „Rote Kapelle“ nennen wird. Es ist der schönste Sommer ihres Lebens. Als er sich neigt, werden alle verhaftet. Und Hilde ist im achten Monat schwanger. Im Gefängnis bringt sie ihren Sohn zur Welt und entwickelt eine Kraft, die ihr niemand zugetraut hätte.

IN LIEBE, EURE HILDE ist die achte gemeinsame Arbeit von Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler. IN LIEBE, EURE HILDE basiert auf der wahren Geschichte von Hilde und Hans Coppi, die in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Insgesamt wurden zwischen 1942 und 1943 mehr als 50 Mitglieder der kommunistischen Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ ermordet. Der Film erzählt eine nahezu zeitlose, wuchtige Liebesgeschichte über Anstand und Widerstand, Intuition und zivile Courage, Würde und Angst.

Das Drama berührt durch die kompromisslose Nähe zu seiner weiblichen Hauptfigur – radikal und ohne Pathos spielt Liv Lisa Fries (BABYLON BERLIN) Hilde Coppi als starke, stille Heldin. An ihrer Seite ist Johannes Hegemann (Thalia Theater Hamburg) in seinem Leinwanddebüt als Hans Coppi zu sehen. 

Ausgezeichnet auf der Filmkunstmesse Leipzig 2024 als “Bester Film" (national). Hier geht's zur Kritik.

In Kooperation mit dem Forum gegen Rechts e.V.


EXTRA: 

MEIN NEUES ALTES ICH

Mi, 22.4., 19:00 - Mit anschließendem Filmgespräch.

Der Vorverkauf hat begonnen!

In MEIN NEUES ALTES ICH begibt sich die Filmemacherin Louise Unmack Kjeldsen auf eine emotionale Reise in das Mysterium der Menopause. Louise und andere betroffene Frauen aus aller Welt erzählen offen über ihre Erlebnisse mit starken Symptomen der Menopause.

Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung die Menopause erlebt und viele Frauen darunter so leiden, dass ihr Alltag stark beeinträchtigt ist, ist diese Lebensphase noch immer wenig erforscht. Über Jahrhunderte trugen historische Vorurteile dazu bei, dass viele Betroffene im Stillen litten und Wissen bis heute begrenzt ist.

Nun suchen Forschende weltweit nach Antworten, um die Auswirkungen des Östrogenrückgangs auf Körper und Gehirn zu ergründen.

Warum haben vier von fünf Frauen Hitzewallungen, mehr als ein Viertel Schlafstörungen? Warum leiden 41% unter Gedächtnisproblemen? Warum hat die Altersgruppe 45-54 Jahre die höchste Selbstmordrate? Wie hängen Menopause-Symptome mit dem dreifach höheren Alzheimer-Risiko von Frauen und Depressionen zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, entgegen zu wirken?

MEIN NEUES ALTES ICH bricht Tabus, deckt Mythen und Fehlinformationen auf und rückt die Menopause in ein neues Licht.

In Kooperation mit DGB Frauen - Region SüdOstNiedersachsen.


Ab 23. April:

DIE REICHSTE FRAU DER WELT

Die reichste Frau der Welt: Voller Schönheit, Intelligenz und grenzenloser Macht. Sie begegnet einem Fotografen voll unverschämtem Ehrgeiz und angetrieben von einem Wahnsinn, der auch Genie sein könnte. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Mit kreativer Boshaftigkeit nistet er sich ein – in den altehrwürdigen Machtstrukturen dieser Familie und ihrem grenzenlosen Luxus. 

Doch da ist auch noch eine Tochter, die um ihr Erbe, die Familie und die Liebe ihrer Mutter kämpft. Und ein Butler, der mehr weiß als er sagt. Über Familiengeheimnisse und fragwürdige Spenden in astronomischen Höhen. Es beginnt ein Krieg, in dem alle Mittel recht sind.

Ein berauschend komisches Drama, das in seinen Abgründen an Shakespeare erinnert: DIE REICHSTE FRAU DER WELT mit einer brillanten Isabelle Huppert in der Titelrolle ist eine so grandiose wie doppelbödige Satire über die Macht des Geldes und den verführerischen Glauben an eine Familie, die ihr widerstehen könnte.

Ein elegantes, ironisches Familiendrama über Geld, Macht, Gier und Liebe: Thierry Klifa verwandelt das Drehbuch, das er gemeinsam mit Cédric Anger und Jacques Fieschi nach einer wahren Geschichte schrieb, in ein herrlich boshaftes und amüsantes Gesellschaftsporträt – mit einer bravourös aufspielenden Isabelle Huppert in der Hauptrolle.” (programmkino.de)


DOK am Montag:

WIR ERBEN

Mo, 27.4., 19:00

Als Kind habe ich (Filmemacher Simon Baumann) meine Eltern im Fernsehen beobachtet, mich für sie geschämt und sie dennoch bewundert. Sie kämpften als Nationalräte für eine naturnahe Landwirtschaft und verwirklichten später ihre Ideale in einem Hof in Südfrankreich. 

Weil der abgelegene Hof nicht als Alterswohnsitz taugt, möchten sie ihn nun an meinen Bruder und mich vererben. Sollen wir weiterführen, was sie begonnen haben, oder sie enttäuschen? 

Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns gegenüber unseren Eltern positionieren müssen. Während mein Bruder als Bauer und Nationalrat ihre politischen Kämpfe weiterführt, entdeckte ich im Filmemachen die Möglichkeit auf Distanz zu gehen und ihnen doch nahe zu bleiben. 

Die Arbeiterfamilie der Mutter, die Bauerndynastie des Vaters – meine Eltern sind von ihrer Herkunft geprägt. Ihre Leben erzählen aber auch von einer Generation, die sich entfalten konnte und uns jetzt zu Verwaltern ihrer Hinterlassenschaften macht. 

Das Erbe unserer Eltern ist Last und Privileg zugleich. Es ist mit der Erwartung verbunden, für andere einzustehen und Sorge zu tragen zu Boden und Besitz, es ist aber auch materielle Sicherheit, die andere nicht haben. Für die Zukunft unseres Hofes zeichnet sich schliesslich eine Lösung ab. Aber ist diese gerecht? Und was wird aus meinen Eltern?

Schweizer Filmpreis 2025: Bester Dokumentarfilm.


EXTRA:

LUISA

Di, 28.4., 19 Uhr - Zu Gast: Regisseurin Julia Roesler

LUISA ist vor kurzem von zu Hause ausgezogen und neugierig, was das Leben für sie bereithält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und kleine Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung am Rande einer deutschen Kleinstadt. Dort erhält sie Unterstützung in ihrem oft turbulenten Alltag. 

Unbemerkt wird Luisa zunehmend stiller, in der Wohngruppe geht das alltägliche Leben weiter, bis unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist. 

Luisa selbst sagt nicht, wie das passiert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton nicht zeugungsfähig ist. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch liegt nahe. Luisa entschließt sich, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Die Polizei wird eingeschaltet und versucht herauszufinden, ob eine Straftat vorliegt. 

Die Ermittlungen werden zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton und für das gesamte Personal der Wohneinrichtung.

In Kooperation mit den Stifterinnen der TILDA auf dem Braunschweig International Film Festival. 


EXTRA:

KAPODISTRIAS

Mi, 29.4., 18:45, griech. OmdU

Regisseur Yiannis Smaragdis kehrt mit seinem neuen Film KAPODISTRIAS zurück – einem Werk über das Leben des großen griechischen Politikers und Diplomaten Ioannis Kapodistrias. Das Drehbuch zu diesem ambitionierten historischen Epos stammt aus der Feder des Regisseurs selbst. In der Rolle des ersten Gouverneurs des neu gegründeten griechischen Staates ist Antonis Myriagkos zu sehen.

Kapodistrias ist ein historischer Spielfilm, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist und die wahre Geschichte des bedeutendsten griechischen Politikers und ersten Gouverneurs Griechenlands, Ioannis Kapodistrias, nach der Befreiung des Landes von der osmanischen Herrschaft erzählt.

Mit Mut, Menschlichkeit und Würde setzt er sich kompromisslos für die Freiheit jedes Einzelnen ein. Dafür bringt er selbst das große Glück seines Lebens dar – die Liebe – und scheut sich nicht, den Mächten des Bösen entgegenzutreten. Er verzichtet auf Reichtum, Ruhm und internationale Anerkennung.

Als Griechenland seine Unabhängigkeit erlangt, wird Kapodistrias gebeten, das Amt des ersten Gouverneurs zu übernehmen. Obwohl er die Gefahr erkennt, die mit dieser Aufgabe verbunden ist, nimmt er sie an. Er stellt den Dienst an seinem Land über persönliche Sicherheit und bleibt seinem Weg bis zuletzt treu. Sein Handeln prägt die junge Nation nachhaltig und hinterlässt ein Vermächtnis, das weit über seinen Tod hinausreicht.

In Kooperation mit der Griechischen Gemeinde Braunschweig und Umgebung e.V.


Ab 30. April:

ROSE

In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. 

Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen.

Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich.

ROSE – die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben.

Sandra Hüller gewann bei der diesjährigen Berlinale für ihre Darbietung in ROSE den Silbernen Bären als beste Schauspielerin.


Ab 30. April:

DER FROSCH UND DAS WASSER

Für Abenteuer ist in Stefan Buschs Alltag in einer betreuten Wohngemeinschaft kein Platz. Doch während eines Gruppenausflugs nimmt sein Leben eine schicksalhafte Wendung: Ohne zu zögern schließt sich der junge Mann, den alle nur Buschi nennen, einer japanischen Reisegruppe an. 

Auf diesem ungewöhnlichen Roadtrip beginnt die behutsame Freundschaft zwischen Buschi und Hideo Kitamura. Buschi, der sich sein ganzes Leben lang geweigert hat, über Sprache mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, blüht in dieser fremden Umgebung auf. 

Als Stefan Busch, genannt Buschi, steht der Bremer Schauspieler Aladdin Detlefsen (BLAUMEIER ATELIER) zum ersten Mal in einer Kino-Hauptrolle vor der Kamera. Kanji Tsuda (ONODA - 10.000 NÄCHTE IM DSCHUNGEL) spielt seinen Reisebegleiter Herr Kitamura. In weiteren Rollen sind Bettina Stucky, Meltem Kaptan, Yuki Iwamoto, Cornelius Schwalm u.v.a. zu sehen. Der Film feiert im November 2025 seine Weltpremiere im Wettbewerb des 29. Tallinn Black Nights Film Festival.

Der neue Film von Thomas Stuber (DIE STILLEN TRABANTEN, IN DEN GÄNGEN).


Ab 7. Mai:

DER VERLORENE MANN

Die Künstlerin Hanne (Dagmar Manzel) und der pensionierte Pfarrer Bernd (August Zirner) führen eine glückliche, nach Jahren etwas eingefahrene Ehe, als wie aus dem Nichts Hannes früherer Ehemann Kurt (Harald Krassnitzer) vor ihrer Tür steht. Durch seine Demenzerkrankung kann sich Kurt nicht mehr erinnern, dass er und Hanne bereits seit 20 Jahren geschieden sind. 

Als das Paar ihn vorübergehend bei sich aufnimmt, kehrt eine verloren geglaubte Leichtigkeit in ihre Ehe zurück. Doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker gerät ihr gemeinsames Leben aus den Fugen. 

DER VERLORENE MANN erzählt eine berührende Geschichte über Liebe und Freundschaft, Erinnern und Vergessen, über Abschied und den Mut, neu zu beginnen. Mit großer Sensibilität und einem feinen Gespür für die Zwischentöne zeigt er die tragischen genau wie die komischen Momente, die gerade das Alter mit sich bringt und die unser Leben zu dem machen, was es ist. 

Im Zentrum des Films stehen Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer und August Zirner, die zwischen Ernsthaftigkeit und leisem Humor als Hanne, Kurt und Bernd brillieren. 

DER VERLORENE MANN ist das Spielfilmdebüt von Welf Reinhart, der gemeinsam mit Tünde Sautier auch das Drehbuch geschrieben hat. Welf Reinhart gewann 2022 mit seinem Kurzfilm EIGENHEIM den Studenten-Oscar®. 

DER VERLORENE MANN feierte Ende Januar Weltpremiere auf dem renommierten International Film Festival Rotterdam im Rahmen der ,Tiger Competition‘, dem Wettbewerb für internationale Debütfilme.


EXTRA:

DEIN UNBEKANNTER BRUDER (1981)

So, 10.5., 11:00

Hamburg 1935. Widerstand gegen die Nationalsozialisten regt sich. „Seid einig!“ malen Männer an eine Wand, ehe sie von der Gestapo verhaftet werden. Man hat sie verraten. 

Die Szene spielt sich in der Erinnerung von Arnold Clasen (gespielt von Uwe Kockisch) ab, der nach einer Haft im Lager als Kinovorführer arbeitet. Früh positionierte er sich gegen das Nazi-Regime. Nun hat er Angst, lebt zurückgezogen, will nicht auffallen. Er sucht die Freundschaft zu seinem Kontaktmann, dem Kommunisten Walter (Michael Gwisdek). Doch kann er ihm vertrauen? Es kommt zu Verhaftungen in der Widerstandsbewegung... 

Verfilmung des Romans des aus Hamburg stammenden Arbeiterschriftstellers Willi Bredel, den dieser in den 1930er-Jahren im Exil verfasste. 

Die Idee zum Film geht auf den Schriftsteller Wolfgang Trampe (1939–2025) zurück, der erstmals für die DEFA arbeitete. Trampe war es ein Anliegen zu ergründen, wie Menschen sich gefühlt haben, die zwischen 1933 und 1945 Widerstand leisteten angesichts einer unüberwindlich scheinenden Übermacht. Dabei ging es ihm nicht darum, ein weiteres Heldenbild des Widerstands zu kreieren: Angst, Verzweiflung, die Schrecken der Isolation sollten sichtbar werden – ein „Psychogramm der Illegalität“.

Regisseur Ulrich Weiß war jemand, der egal wie hart ihm der Wind entgegenschlug, sich in der DDR nicht verbiegen ließ. „Für das als wahr erkannte Argument war Ulrich Weiß bereit, sich bedingungslos einzusetzen. Als kämpfte er um Leben und Tod“, erinnerte sich Wolfgang Trampe an den Filmemacher. (Quelle: DEFA-Stiftung)

Sondervorstellung des DEFA-Klassikers zum Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus am 8. Mai.


EXTRA:

BABA KUSH

Di, 12.5., 19:00 - Zu Gast: Regisseur Leon Kluth

BABA KUSH ist ein Coming-of-Age-Kammerspiel, das fast ausschließlich in einer Telefonzelle spielt.

Die Teenager Max und Uli werden beim Hotboxen (=Cannabis rauchen) in einer Telefonzelle von einer Polizeistreife überrascht. Panisch verbarrikadieren sie sich und sind gefangen: draußen die Beamten, drinnen die beiden Jungs. Und im Laufe der Nacht wird ihnen klar, dass sie eigentlich keine Freunde mehr sind...

BABA KUSH feierte seine Premiere auf den Hofer Filmtage, war u.a. für den Bunte New Faces Award (Bester Debütfilm) nominiert und lief 2025 in der Reihe “Heimspiel” auf dem Braunschweig International Film Festival


Ab 14. Mai:

PALÄSTINA 36

Palästina 1936: Immer mehr Dörfer erheben sich gegen die britische Kolonialmacht, die ihren Einfluss mit Gewalt durchsetzt. 

Gleichzeitig drängen europäische Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, in die Region. Zwischen seinem ländlichen Heimatdorf und dem zunehmend angespannten Jerusalem pendelt der unparteiische Yusuf. Nach einem folgenschweren Ereignis schlägt sich der junge Mann auf die Seite des Widerstands. 

Er schließt sich Verbündeten wie dem Hafenarbeiter Khalid an, der angesichts der eskalierenden Situation keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zur Waffe zu greifen. Während sich persönliche Schicksale und politische Umbrüche unaufhaltsam verweben, spitzt sich die Lage dramatisch zu – ein entscheidender Moment, welcher den Ursprung des Konflikts der gesamten Region markiert.

Das jüngste Werk der palästinensischen Filmemacherin Annemarie Jacir (DAS SALZ DES MEERES, WAJIB) und offizieller Oscar®-Beitrag für Palästina, feierte seine umjubelte Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival, wo es mit 20-minütigen Standing Ovations geehrt wurde. Mit ihrer neuen Regiearbeit schafft Jacir ein leidenschaftliches, bildgewaltiges Historienepos über den arabischen Aufstand von 1936, das diesem prägenden Moment der Geschichte ihres Landes ein filmisches Denkmal setzt.

PALÄSTINA 36 verortet präzise den Beginn des palästinensischen Widerstands und den Wendepunkt für das britische Empire. Gedreht an Originalschauplätzen in Palästina und Jordanien, entstand der Film trotz aller Komplikationen mit spürbarer Nähe zu den Orten der Geschichte. 

An der Seite der Schauspiel-Neuentdeckungen Karim Daoud Anaya und Wardi Elabouni versammelt Jacir eine beeindruckende Starbesetzung, darunter Hiam Abbass (GAZA MON AMOUR, SUCCESSION), Robert Aramayo (DER HERR DER RINGE: DIE RINGE DER MACHT), Saleh Bakri (IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS), Billy Howle (DUNKIRK), Liam Cunningham (DER MEDICUS II) sowie Oscar®-Gewinner Jeremy Irons.


SOUND ON SCREEN SPECIAL:

IRON MAIDEN: BURNING AMBITION

Do, 14.5., 21:00 in engl. OmU

ACHTUNG: Der Termin wurde vom 7.5. auf den 14.5. verschoben. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, können aber auch auf Wunsch an der Kinokasse erstattet werden. Wir bedauern, wenn es durch die Verlegung des Films durch den Verleih zu Unannehmlichkeiten gekommen ist.

Der mit Spannung erwartete Dokumentarfilm IRON MAIDEN: BURNING AMBITION taucht in die 50-jährige Geschichte der legendären englischen Heavy-Metal-Band ein. 

Mit beispiellosem Zugang zu den offiziellen Archiven und persönlichen Erinnerungen der aktuellen und ehemaligen Bandmitglieder lädt Iron Maiden die Fans ein, eine der legendärsten Reisen der Musikgeschichte mitzuerleben. Dieser mitreißende Dokumentarfilm spannt einen Bogen über fünf Jahrzehnte und zeichnet den Aufstieg der Band von den Pubs im Osten Londons bis zu den größten Stadien der Welt nach. 

Mit exklusiven Interviews mit Bandmitgliedern und Mitwirkenden wie Javier Bardem, Lars Ulrich und Chuck D sowie brandneuen Animationssequenzen mit Eddie, dem legendären Maskottchen der Band, bietet der Film einen seltenen und intimen Einblick in die kompromisslose Vision von Iron Maiden und ihre unerschütterliche Verbindung zu ihrer wahrhaft globalen Fangemeinde.

In Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival.


EXHIBITION ON SCREEN:

FRIDA KAHLO

Mo, 18.5., 19:00 in OmU

Wer war Frida Kahlo? Jeder hat schon von ihr gehört, doch was für ein Mensch verbirgt sich hinter den leuchtenden Farben, den buschigen Augenbrauen und den Blumenkränzen? Wir entführen Sie auf eine Reise durch das Leben dieser ikonischen Malerin: Entdecken Sie ihre Kunst und die Wahrheit über ihr bewegtes Leben. 

Dieser maßstabsetzende Film vermittelt tiefe Einblicke in zentrale Werke von Frida Kahlo. Dank neuester Aufnahmetechnik sehen Sie diese in bislang unvorstellbarer Qualität. Die Produktion verrät Kahlos tiefste Gefühle und entschlüsselt die Geheimnisse und Symbole, die sich hinter ihrer Kunst verbergen. Als Leitfaden durch den Film dienen ihre Briefe.

Wie bei “Exhibition on Screen” üblich, verbindet unser ganz persönlicher, intimer Film Interviews mit Kommentaren und detaillierten Kunstanalysen. Er präsentiert ein wahres Feuerwerk an Farben, feiert die Kraft des Lebens und bietet Ihnen einen einmaligen Zugang zu Kahlos Werken: Erfahren Sie mehr über ihre fieberhafte Kreativität, ihre Widerstandskraft und ihre beispiellose Lust am Leben, an Politik, Männern und Frauen.

Der ultimative Film zum Leben und Werk einer wahren Ikone. Mit zahlreichen Aufnahmen aus Kahlos »Blauem Haus« in Mexico City. In Zusammenarbeit mit Experten, die Kahlo persönlich kannten oder ihr Werk erforscht und kuratiert haben


EXTRA:

SOY CUBA - ICH BIN KUBA (1964)

Mi, 20.5., 19:00 in OmU

Kuba hat die Welt verteidigt, und jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt Kuba verteidigt.” (Greta Thunberg)

Die mörderische Erdrosselung Kubas durch den Schurkenstaat USA hat verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung. Wir schauen nicht weg, sondern zeigen mit dieser Filmvorführung unsere Solidarität mit dem kubanischen Volk.

In vier Episoden entwirft der legendäre russische Regisseur Michail Kalatosow, der mit WENN DIE KRANICHE ZIEHEN Filmgeschichte schrieb, eine Hymne auf die kubanische Revolution. Er spricht zu den Zuschauern, erzählt vom Zucker, von Kubas Menschen, seiner Geschichte und von Havanna, das vor 1959 eine moderne Großstadt war. Die Hymne auf die kubanische Revolution entstand 1964, also nach der gescheiterten Invasion von Exil-Kubanern in der Schweinebucht, als Kuba sich für den sozialistischen Weg entschied. 

In den beiden ersten Episoden wird die soziale Ungerechtigkeit der dafür verantwortlichen Yankees angeprangert, in den anderen Teilen des Films der Heroismus und die Opferbereitschaft der Revolutionäre geschildert: Der Film beschreibt die Zeit in einer phänomenalen Bildsprache, in atemberaubenden Kamerabewegungen und einer Montage, die aus dem Vollen der sowjetischen Filmkunst schöpft.

Zu Gast: Angelika Becker mit einem Bericht zur aktuellen Situation in Kuba.

Sie ist seit fast 20 Jahren in der Kuba-Solidarität aktiv und im Vorstand des Netzwerks Cuba, einem Zusammenschluss von rund 40 Gruppen in Deutschland. Der Partner des Netzwerks in Kuba ist das Kubanische Institut für Völkerfreundschaft. Durch zahlreiche Reisen kennt sie die Insel gut und verfolgt ihre Situation kontinuierlich.

Hier geht's zur Abschlusserklärung des Bundestreffens der AG Cuba sí vom 23. März 2026.

Eintritt: 15 Euro, davon 5 Euro Spende für Cuba Sí.

Eine Soli-Veranstaltung für Kuba - in Kooperation mit Cuba Sí Braunschweig.


Ab 21. Mai:

VIVALDI UND ICH

Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia (Tecla Insolia) im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. 

Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Vorbei an den strengen gesellschaftlichen Regeln und mit der befreienden Kraft der Musik kämpft Cecilia um ihr Schicksal und ein Leben jenseits vorgezeichneter Rollen. 

VIVALDI UND ICH (OT: Primavera) erzählt eine wundervolle Geschichte weiblicher Selbstbestimmung, eingebettet in die atmosphärische Kulisse des barocken Venedigs und getragen von der Musik Antonio Vivaldis – dem Schöpfer der Vier Jahreszeiten. 

Der preisgekrönte Theater- und Opernregisseur Damiano Michieletto verwebt in seinem Spielfilmdebüt die Biografie des weltberühmten Komponisten, der zu seiner Zeit unterschätzt wurde, mit dem Schicksal einer jungen Waise, die in der Musik die Inspiration findet, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. 

Dabei stellt der gefeierte Opernregisseur unter Beweis, dass er die Magie von Vivaldis Musik auch auf der großen Leinwand zur vollen Wirkung bringen kann.


Ab 28. Mai: 

VERFLUCHT NORMAL

Dass ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet werden würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. 

In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf, als er im Alter von 12 Jahren beginnt unter heftigen Nerventicks zu leiden. Mit dem Ausbruch einer erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf. 

Weder in der Schule noch Zuhause werden seine Ticks und spontan ausgestoßenen Flüche als Symptome gesehen, sondern er wird ermahnt, gehänselt und sogar bestraft. 

Fast 15 Jahre später lebt John (Robert Aramayo) mit Mitte 20 noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Er nimmt so starke Medikamente, dass ihm die Nebenwirkungen fast jeden Lebensmut rauben. 

Die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (Maxine Peak) bringt endlich eine Wendung. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (Peter Mullan). 

Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Ticks und Flüche reagiert, legt den Grundstein für eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Und langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind.

Das Außenseiter-Drama kommt (fast) ohne Kitsch und falsche Töne aus. Statt Sentimentalitäten beherrschen Wahrhaftigkeit und feiner britischer Humor das exzellent gespielte, sehr bewegende Aufklärungsstück. Nicht nur ein Feel-Good-, sondern ein Feel-Better-Movie! Für Arthaus-Kinos ist dieser smarte Crowdpleaser wie ein Sechser im Lotto!” (programmkino.de)

 


EXTRA:

BIS EIN ORT ERINNERT

Mi, 3.6., 18:45 Uhr - Mit Gästen und Gespräch

Regie: Sarah K. Becker, DE 2025, 39 Min., Dokumentarfilm

Anschließendes Filmgespräch mit: Sarah K. Becker (Regisseurin), Stina Barrenscheen-Loster (Leiterin Gedenkstätte Schillstraße), Anja Hesse (Kulturdezernentin), Antje Kämpfe (REFUGIUM e.V.) und Paul Pockrandt (VVN-BdA).

Mitten in Braunschweig lag über Jahrzehnte ein Ort, an den kaum jemand erinnern wollte: das KZ-Außenlager Schillstraße. Die Spuren waren überbaut, die Geschichte verdrängt. Erst in den 1990er Jahren regte sich Widerstand. Zivilgesellschaftliche Proteste forderten ein Gedenken an die ehemaligen Häftlinge und stellten die Frage, warum dieser Ort so lange aus dem Stadtbild und dem Bewusstsein verschwinden konnte.

Der Film erzählt von Protesten, politischen Konflikten und einer aufgeheizten öffentlichen Debatte. Am nahegelegenen Schilldenkmal wurde jedes Jahr am Volkstrauertag der gefallenen deutschen Soldaten gedacht – nur wenige Meter vom ehemaligen Lagergelände entfernt.

Als dort Forderungen nach einem Erinnerungsort für die NS-Opfer laut wurden, prallten unterschiedliche Vorstellungen von Gedenken unmittelbar aufeinander. Viele hielten zunächst an bestehenden Formen des Erinnerns fest, während andere ein sichtbares Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus einforderten.

Anhand von Interviews mit Zeitzeug*innen sowie historischem Video- und Bildmaterial rekonstruiert „Bis ein Ort erinnert" die Auseinandersetzungen die schließlich zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahr 2000 führten – und macht deutlich, wie umkämpft Erinnerung ist.

In Kooperation mit der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße, REFUGIUM e.V. und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA).


Gerhard Hanloser: “Linker Antisemitismus" - Zur Kritik eines Kampfbegriffs.

Lesung / Vortrag

Mo, 15.6., 19 Uhr

Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen “linken Antisemitismus”, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke. 

Wer die deutsche Staatsräson nicht teilt und andere Lehren aus NS-Geschichte, vergangener Verfolgungspraxis und Völkermord zieht, sieht sich moralischer Verdammung, zuweilen Verfolgung ausgesetzt. Die nach wie vor höchst notwendige Kritik des Antisemitismus muss sich ebenfalls diesem demagogischen “Anti-Antisemitismus” widmen.

Gerhard Hanloser ist Soziologe, Historiker und Germanist. Er lebt und arbeitet in Berlin als Lehrer und Publizist, seine Schwerpunkte sind die Geschichte der Linken und Antisemitismus. Er trägt aus seinem 2026 im Mandelbaum Verlag erschienenen Buch vor. Im Anschluss Publikumsgespräch.

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