Universum Newsletter | 02.08.2022

NEU: EINE SEKUNDE

tägl. 21:05 (Mi 21:15), Sa auch 14:30

China während der Kulturrevolution: Ein Katz- und Maus-Spiel um eine Filmrolle führt einen Artbeitslagerflüchtling, eine Vagabundin und einen Filmvorführer zusammen...

Die Tagikomödie des chinesischen Meisterregisseurs Zhang Yimou ("Hero", "House of Flying Daggers", "Rote Laterne") ist eine Liebeserklärung an die Magie des Kinos und erzählt mit bittersüßem Humor vom Zauber des Zelluloids.


DOK am Montag:

DER LAUTE FRÜHLING - GEMEINSAM AUS DER KLIMAKRISE

Mo, 8.8., 19:00 - Zu Gast: Regisseurin Johanna Schellhagen

Der Dokumentarfilm DER LAUTE FRÜHLING stellt die Frage, was zu tun ist, um Barbarei, Chaos und massenhaften Hunger in der sich entfaltenden Klimakatastrophe einzudämmen und skizziert, wie die tiefgreifende Veränderung, die wir brauchen, aussehen könnte. 


VORPREMIERE:

DER GESANG DER FLUSSKREBSE

Mi, 10.8., 19:00 (engl. OmU)

2019 begeisterte die Schriftstellerin Delia Owens Leser*innen auf der ganzen Welt mit ihrem Roman "Der Gesang der Flusskrebse" - das Buch wurde zu einem globalen Phänomen. Gefolgt vom Bestseller um das geheimnisvolle "Marschmädchen" kommt jetzt die fesselnde Verfilmung auf die große Leinwand - unter der Regie von Olivia Newman.

Regisseur Erec Brehmer zu Besuch im Universum

Im Rahmen seiner Kinotour präsentierte Regisseur Erec Brehmer gestern seinen zutiefst berührenden Dokumentarfilm WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN persönlich im Universum. (Im Foto rechts, zusammen mit Marit Vahjen vom Universum).

Der sehr intime Film dokumentiert Brehmers Trauerprozess, nachdem er 2019 seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall verlor. Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben.

Bei der gut besuchten Veranstaltung nahmen neben interessierten Zuschauer*innen und Betroffenen auch Mitwirkende verschiedener Hospizvereine und Trauergruppen aus Braunschweig und Region teil. Im regen Austausch wurde dem gesellschaftlich noch immer recht tabuisierten Thema "Trauer" mit viel Offenheit begegnet und betont, dass niemand allein durch einen Prozess der Trauerbewältigung gehen muss.

Wir danken Erec Brehmer für seinen Besuch und seinen wertvollen filmischen Beitrag sowie allen Besucher*innen für die Beteiligung an dieser sehr emotionalen und wichtigen Zusammenkunft!

WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN wird noch einmal wiederholt am Sonntag, 7.8. um 14:30 Uhr.

Unser Programm vom 04.08.-10.08.2022

NEU: EINE SEKUNDE

tägl. 21:05 (Mi 21:15), Sa auch 14:30

Regie: Zhang Yimou, CN 2020, 103 Min., ab 12. Mit Yi Zhang, Haocun Liu, Wei Fan u.a.

China während der Kulturrevolution: Ein Mann flieht aus einem Arbeitslager im trostlosen Nordwesten Chinas, nur um in einem Dorfkino die Wochenschau anschauen zu können, in der seine Tochter zu sehen sein soll. Doch zur Vorstellung kommt er zu spät und erfährt nur, dass die Filmrollen nun ins nächste Dorf gebracht werden, wo bereits eine andere Dorfgemeinschaft der wöchentlichen Filmvorführung entgegenfiebert.

Ehe sich der Flüchtling auf den Weg ins nächste Dorf macht, wird er Zeuge, wie eine Vagabundin eine der Filmrollen entwendet. Es beginnt ein Katz- und Maus-Spiel, bei dem ausgerechnet die Filmrolle der Wochenschau stark verschmutzt wird. Die einzige Rettung verspricht der Filmvorführer „Kino-Onkel", der Mithilfe der gesamten Dorfgemeinschaft die verschmutze Filmrolle sorgsam zu reinigen und trocknen vermag.

"Eine Sekunde" des chinesischen Regisseur Zhang Yimou ist eine Liebeserklärung an die Magie des Kinos und erzählt mit bittersüßem Humor vom Zauber des Zelluloids.

Seine Weltpremiere sollte der Film 2019 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin feiern, wurde dann aber kurzfristig zurückgezogen, wegen angeblicher technischer Schwierigkeiten in der Postproduktion. 2021 eröffnete der Film, mittlerweile um eine Minute gekürzt, das Filmfestival von San Sebastian.

Zhang Yimou gehört zu den bedeutendsten Filmemachern Chinas und den großen Regisseuren des Weltkinos ("Hero", "House of Flying Daggers", "Rote Laterne", "Das rote Kornfeld" u.v.a.).

Zur Kritik in der taz.


DOK am Montag:

DER LAUTE FRÜHLING - GEMEINSAM AUS DER KLIMAKRISE

Mo, 8.8., 19:00 - Zu Gast: Regisseurin Johanna Schellhagen

Regie: Johanna Schellhagen, DE 2022, 62 Min.

Seit Beginn der UN-Klimakonferenzen 1992 sind die jährlichen CO2 Emissionen nicht gesunken, sondern um 60% gestiegen. Warum? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die in der Lage wäre, den Klimawandel einzudämmen?

In der Klimabewegung setzt sich zwar mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Kapitalismus und Klimaschutz unvereinbar sind, es fehlt aber eine Vorstellung davon, wie wir einen Systemwandel herbeiführen können. Der laute Frühling skizziert, wie die tiefgreifende Veränderung, die wir brauchen, aussehen könnte.

In einer Situation, in der das öffentliche Bewusstsein für die drastischen Konsequenzen des Klimawandels rapide wächst, lenkt der Film die Aufmerksamkeit auf den Elefanten im Raum: Woher kommt die politische Macht, die Dinge tatsächlich zu ändern?

Regisseurin und Produzentin
Johanna Schellhagen stellt in DER LAUTE FRÜHLING die Frage, was zu tun ist, um Barbarei, Chaos und massenhaften Hunger in der sich entfaltenden Klimakatastrophe einzudämmen. Umgesetzt wurde der Film von labournet.tv.

Das Berliner Frauenkollektiv produziert und sammelt Filme über Streiks und Arbeitsbedingungen weltweit und stellt sie auf labournet.tv zur Verfügung. Dadurch entsteht ein audiovisuelles Archiv aktueller und historischer Arbeitskämpfe, das diese wichtigen Erfahrungen von Solidarität und Organisationsmacht auffindbar macht.

Auf der visuellen Ebene arbeitet DER LAUTE FRÜHLING mit einem spannenden Stil-Mix aus Dokumentaraufnahmen und Animationen. Letztere stammen aus der Feder der erfolgreichen „Graphic Novel“-Zeichnerin Lee Lai.


VORPREMIERE:

DER GESANG DER FLUSSKREBSE

Mi, 10.8., 19:00 (engl. OmU)

Regie: Olivia Newman, US 2022, 125 Min., ab 12. Mit Daisy Edgar-Jones, Taylor John Smith, Harris Dickinson u.a.

Als junges Mädchen wird Kya von ihren Eltern verlassen. In den gefährlichen Sümpfen von North Carolina zieht sie sich alleine groß und entwickelt sich zur scharfsinnigen und zähen jungen Frau. Jahrelang geisterten Gerüchte über das "Marschmädchen" durch das nahegelegene Örtchen Barkley Cove und schlossen sie von der Gemeinschaft aus.

Als sich Kya zu zwei jungen Männern aus der Stadt hingezogen fühlt, eröffnet sich für sie eine neue, verblüffende Welt. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, sieht die Gemeinde sofort in Kya die Hauptverdächtige. Im Laufe des Falles wird immer mysteriöser, was tatsächlich passiert ist - und es droht die Gefahr, dass die vielen Geheimnisse, die im Sumpf verborgen liegen, ans Licht kommen...

2019 begeisterte die amerikanische Schriftstellerin Delia Owens Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt mit ihrem Roman "Der Gesang der Flusskrebse" - das Buch wurde zu einem globalen Phänomen. Gefolgt vom Bestseller um das geheimnisvolle "Marschmädchen" kommt jetzt die fesselnde Verfilmung auf die große Leinwand.

Produzentinnen von DER GESANG DER FLUSSKREBSE sind niemand Geringere als Hollywoodstar Reese Witherspoon und Lauren Levy Neustadter, das Erfolgsteam hinter "Big Little Lies" und "Kleine Feuer überall". Regie führt Olivia Newman, die bereits durch ihren Netflix-Film "First Match" ein starkes Ausrufezeichen setzte.

Der Vorverkauf hat begonnen!

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DER PERFEKTE CHEF

tägl. 18:50 (außer Mo), 16:30, Mo auch 21:15 in OmU

Regie: Fernando Léon de Aranoa, ES 2021, 120 Min., mit Javier Bardem, Manolo Solo, Almudena Amor, Óscar de la Fuente u.a. | 2. Woche

Der neue Film von Fernando Léon de Aranoa ("Montags in der Sonne", "Princesas", "A perfect Day").

Julio Blanco (Javier Bardem) scheint der perfekte Chef zu sein: kompetent, charismatisch und sehr fürsorglich. Als Inhaber eines Familienunternehmens für Industriewaagen ist er beseelt vom Glauben an Gleichgewicht und Gerechtigkeit. Er ist davon überzeugt, dass sein Wort Gesetz ist und seine Entscheidungen einzig dem Wohl der Firma dienen. Das hat ihm Reichtum beschert, Respekt eingebracht und viele Preise. Nur einer fehlt noch, der Preis für exzellente Unternehmensführung der Regierung. Dieses Jahr soll es endlich klappen!

Doch die glanzvolle Fassade beginnt zu bröckeln, als sich der Firmenchef mit einem entlassenen Mitarbeiter, einem deprimierten Produktionsleiter und einer verliebten Praktikantin herumschlagen muss. In einem grotesken Wettlauf gegen die Zeit versucht er verzweifelt, die Probleme seiner Angestellten zu lösen – und überschreitet dabei allerhand moralische Grenzen.

Mit einer köstlich schwarzen Komödie kehrt Superstar Javier Bardem („No Country for Old Men“) in sein Heimatland Spanien zurück, mit einem furiosen Auftritt als Patriarch einer erfolgreichen Fabrik, dem die Kontrolle über sein souverän geführtes Reich zu entgleiten droht. In seiner dritten Zusammenarbeit mit Regisseur Fernando Léon de Aranoa („Loving Pablo“) zieht der Oscargewinner alle Register seines Könnens und macht Firmenchef Blanco zu einer unvergesslichen Figur des modernen Kinos.

EL BUEN PATRÓN wurde mittlerweile mit über 30 Filmpreisen weltweit ausgezeichnet, darunter Goyas für "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Darsteller", "Bestes Drehbuch", "Bester Score" und "Bester Schnitt".

Zu Javier Bardem finden Sie ein schönes Portrait hier.

Spanische Einreichung für den Oscar 2022.


WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN

So 14:30

Regie: Erec Brehmer, DE 2021, 81 Min, Dokumentarfilm

Für den Filmemacher Erec Brehmer bricht eine Welt zusammen, als seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall stirbt.

Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben.

Eine Geschichte über Identität nach dem Verlust eines geliebten Menschen.

"Ich möchte meine Geschichte nutzen, um dem Thema Trauer gesellschaftlich einen Raum zu geben und es aus der Verdrängung zu holen. Und nicht zuletzt soll der Film all jenen Kraft schenken, die wie ich einen geliebten Menschen verloren haben und sich fragen: Wie geht das denn, trauern? Und was kann da alles auf mich zukommen?

Ich wünsche mir, dass dieser Film viele Menschen erreicht, vor allem diejenigen, die einen Raum für ihre Trauer brauchen und diesen bisher noch nicht gefunden haben. Der intime, persönliche und doch gesellschaftliche Raum der Kinoerlebnisses scheint mir dafür am besten geeignet." (Erec Brehmer)

"...[Brehmer] erzählt von den Phasen der Trauer und von neuen Bekanntschaften. Und so paradox es klingen mag: Die Öffentlichkeit dieses Films scheint genau der richtige Ort für die Intimität seiner Geschichte zu sein." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST

tägl. 19:00 (außer Mi), 17:00, Mi auch 21:15 in OmU

Regie: Philippe de Chauveron, FR 2021, 98 Min., o. A., mit Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan, Frédéric Chau, Noom Diawara | 3. Woche

Monsieur Claudes Spaziergänge durch sein Heimatstädtchen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Er und seine Frau Marie sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn!

Deren Gezänk über Äpfel, die auf Petersilie fallen, das jüdische Zuckerfest, die arabische Grillparty und die Vernissagen der Eingeweide-Malerei seiner Tochter Segolène entlocken Monsieur Claude ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden.

Indes fragt sich Marie, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn ihr 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will beschworen sein. Claude verspricht ein romantisches Abendessen à la francaise und ahnt nicht, dass die Töchter still und heimlich sein persönliches Armageddon planen: eine XXL-Familienfeier mit allen Schwiegereltern aus der ganzen Welt, bei der Claude und Marie ihr Eheversprechen erneuern sollen.

Während die Töchter inklusionssensible Hochzeitspläne schmieden, zeichnet sich am Horizont ein Massaker der interkulturellen Gehässigkeiten ab, das selbst Monsieur Claudes Erregungsskurve in den Schatten stellt...

Monsieur Claude, der Meister der formvollendeten Zerknirschung, ist zurück! Keiner beherrscht die Kunst der gerümpften Nase so unterhaltsam wie er: Christian Clavier brilliert in seinem langerwarteten neuen Leinwandabenteuer in der Königsklasse interkultureller Diplomatie: dem Großfamilienfest. MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST ist genau das: ein Fest der Situationskomik, voller Esprit und Dialogwitz, eine Kinokomödie, wie sie sein muss – mitreißend, sympathisch und vor allem extrem witzig.


CORSAGE

So 14:45

Regie: Marie Kreutzer AT/LX/DE/FR 2022, 114 Min., ab 12. Mit Vicky Krieps, Florien Teichtmeister, Katharina Lorenz u.a. | 4. Woche

Weihnachten 1877. Es ist der 40. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth von Österreich. In ihrer Rolle als Repräsentantin an der Seite ihres Mannes Kaiser Franz Josef darf sie keine Meinungen äußern, sondern muss für immer die schöne junge Kaiserin bleiben.

Um dieser Erwartung zu entsprechen, hält sie an einem rigiden Plan aus Hungern, Sport, Frisieren und täglichen Messungen der Taille fest. Doch Elisabeth ist eine wissbegierige und lebenshungrige Frau, deren Widerstand gegen das überlebensgroße Bild ihrer selbst wächst und die nicht länger in einem höfischen Korsett leben will.

Mit tiefer Empathie gelingt der Wiener Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Kreutzer die Neuerfindung der „Sissi”. Angelehnt an der historisch gut dokumentierten Biografie der berühmten Kaiserin entblättert die sie Schicht um Schicht den fragilen Seelenzustand der Monarchin und schenkt ihr das Narrativ einer furchtlosen, radikalen Frau.

Unerschrocken und gleichzeitig mit großer Leichtigkeit traumwandelt die Schauspielerin Vicky Krieps als Elisabeth durch eine misogyne, feindselige Welt, in der sie sich unter den Augen der Öffentlichkeit und ihrer Familie ihren neuen Platz im Leben sucht.


ELVIS

Sa 14:00

Regie: Baz Luhrmann, US/AU 2022, 160 Min, ab 6. Mit Austin Butler, Tom Hanks, Olivia DeJonge u.a. | 7. Woche

Mit ELVIS erscheint das neueste Filmdrama des visionären Filmemachers und Oscar®-Kandidaten Baz Luhrmann ("Moulin Rouge!", "Romeo & Julia"). In den Hauptrollen sind Austin Butler und Oscar-Preisträger Tom Hanks zu sehen.

Der Film beleuchtet das Leben und die Musik von Elvis Presley (Butler) im Kontext seiner komplizierten Beziehung zu seinem rätselhaften Manager, Colonel Tom Parker (Hanks). Die Geschichte befasst sich mit der über 20 Jahre andauernden komplexen Dynamik zwischen den beiden Männern – von Presleys Aufstieg bis hin zum beispiellosen Starkult um seine Person. Im Mittelpunkt dieser filmischen Reise steht eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen in Elvis’ Leben, Priscilla Presley (Olivia DeJonge).

ELVIS wurde im Wettbewerb des Festivals von Cannes 2022 aufgeführt.

"Es gab schon ein halbes Dutzend Biopics über den Rock’n’Roll-König, sie hießen 'Heartbreak Hote', 'Protecting the King' oder 'Elvis & Nixon'. Aber so ambitioniert wie das Porträt des australischen Regisseurs Luhrmann, der sich nach seiner Romanverfilmung 'The Great Gatsby' (2013) jahrelang diesem Projekt widmete, war noch keins." (Der Tagesspiegel)


EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE

tägl. 21:15 (außer Mo & Mi), Sa + So in OmU

Regie: Daniel Scheinert, Daniel Kwan, US 2022, 139 Min., ab 16. Mit Michelle Yeoh, Jamie Lee Curtis, Stephanie Hsu u.a. | 13. Woche

Waschsalonbesitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, die Wünsche der Kunden bringen sie an ihre Grenzen und die anstehende Steuererklärung wächst ihr komplett über den Kopf. Der Gang zum Finanzamt ist unausweichlich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinandergewirbelt.

Ein Film über eine Frau, die versucht, ihre Steuererklärung zu machen - Das Regie - Duo Dan Kwan und Daniel Scheinert, auch genannt "Die Daniels", legen mit EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE ein überbordendes Sci-fi-/ Action-/ Kung-Fu-Abenteuer vor, das in Lichtgeschwindigkeit durch multidimensionale Universen hüpft. 

Vorschau

Ab 11. August: ALCARRÀS - DIE LETZTE ERNTE

Seit 80 Jahren hat die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche angebaut. Nun versammelt sie sich, um gemeinsam die letzte Ernte zu realisieren. Denn das Land gehört ihnen nicht, der Großgrundbesitzer Pinyol hatte es ihnen einst überlassen, als Dank für seine Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Nun will der junge Pinyol vom Handschlag seines Urgroßvaters nichts mehr wissen. Er will das Land zurück, um eine einträgliche Photovoltaik-Anlage darauf zu errichten.

Auf einzigartige, vielstimmige, mit überbordender Energie und berührenden Momenten der Stille orchestrierte Weise erzählt „Alcarràs“ von der letzten Ernte der Solés – so handfest, zärtlich und sinnlich, dass wir uns bald selbst als Mitglied der Familie wähnen.

Der Großvater Rogelio gibt die Hoffnung nicht auf, den jungen Pinyol zum Einlenken zu bewegen. Vater Quimet stützt sich in die Erntearbeit, als gäbe es doch noch ein Morgen. Seine Frau Dolors hält Haus und Familie mit fröhlicher Geduld zusammen, doch auch sie kann beherzt Grenzen ziehen. Die älteren Kinder Roger und Mariona, Quimets Schwestern Glòria und Nati und Schwager Cisco helfen bei der Arbeit, inmitten der unbändigen Kinderspiels der kleinen Iris, Teia, Pau und Pere.

Eine ausführliche Kritik finden Sie hier.

Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären als bester Film bei der Berlinale 2022.


DOK am Montag: DIE UNENDLICHE WEITE DES HIMMELS

Mo, 15.8., 19:00

Inspiriert von einer 75 Jahre alten Schwarz-Weiss-Fotografie des Denali (früher bekannt als Mount McKinnley), der mit 6190 Metern höchste Berg Amerikas, lassen sich drei renommierte Kletterer auf das ultimative Abenteuer ein und zeigen uns, warum der Mensch erforschen und erleben muss.

Sie versuchen den Berg auf einer halsbrecherischen Route zu erklimmen, die vorher noch niemand gewagt hat, und ziehen den Zuschauer dadurch regelrecht in ihren Bann.

Der Regisseur von THE SANCTITY OF SPACE, Renan Ozturk, war einer der Kameraleute und Bergsteiger bei MERU, dem Durchbruchs- und Erfolgsfilm der FREE SOLO-Regisseure Jimmy Chin und E. Chai Vasarhely, und ist auch Kameramann sowie Regisseur von Höhenszenen bei SHERPA & MOUNTAIN.


Ab 18. August: DER GESANG DER FLUSSKREBSE

Als junges Mädchen wird Kya von ihren Eltern verlassen. In den gefährlichen Sümpfen von North Carolina zieht sie sich alleine groß und entwickelt sich zur scharfsinnigen und zähen jungen Frau. Jahrelang geisterten Gerüchte über das "Marschmädchen" durch das nahegelegene Örtchen Barkley Cove und schlossen sie von der Gemeinschaft aus.

Als sich Kya zu zwei jungen Männern aus der Stadt hingezogen fühlt, eröffnet sich für sie eine neue, verblüffende Welt. Doch als einer von ihnen tot aufgefunden wird, sieht die Gemeinde sofort in Kya die Hauptverdächtige. Im Laufe des Falles wird immer mysteriöser, was tatsächlich passiert ist - und es droht die Gefahr, dass die vielen Geheimnisse, die im Sumpf verborgen liegen, ans Licht kommen...

2019 begeisterte die amerikanische Schriftstellerin Delia Owens Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt mit ihrem Roman "Der Gesang der Flusskrebse" - das Buch wurde zu einem globalen Phänomen. Gefolgt vom Bestseller um das geheimnisvolle "Marschmädchen" kommt jetzt die fesselnde Verfilmung auf die große Leinwand.

Produzentinnen von DER GESANG DER FLUSSKREBSE sind niemand Geringere als Hollywoodstar Reese Witherspoon und Lauren Levy Neustadter, das Erfolgsteam hinter "Big Little Lies" und "Kleine Feuer überall". Regie führt Olivia Newman, die bereits durch ihren Netflix-Film "First Match" ein starkes Ausrufezeichen setzte. 


DOK am Montag: WETTERMACHER

Mo, 22.8., 19:00

Nahe des sibirischen Polarmeers liegt die Wetterstation "Chodowaricha", auf der die drei Meteorologen Wladimir, Sascha und Alexander das Wetter beobachten. Sie leben und arbeiten dort in völliger Isolation: nur einmal im Jahr bringt ein Polarschiff lang ersehnte Vorräte.

Das alltägliche Miteinander scheint zunächst friedlich, doch die andauernde Einsamkeit fordert schleichend ihren Tribut und lässt Spannungen zwischen den Metereologen wachsen. Vor allem der wortkarge Wladimir, über dessen Vergangenheit mehr und mehr düstere Details als Licht kommen, bringt Unruhe auf die Insel. Aber auch Schneestürme und halbverhungerte Eisbären sind omnipräsente Gefahren, mit denen sich die Wettermacher konfrontiert sehen. Vor dem stets greifbaren Wahnsinn bewahren sie nur die sporadischen Besuche einiger Nomaden, russische Popsongs und nicht zuletzt der Wachhund Jack.

Der wohl einsamste Arbeitsplatz der Welt: Der preisgekrönte Kult-Regisseur Stanislaw Mucha ("Kolyma") besucht drei Wettermacher auf der Polarinsel "Chodowaricha", wo sie das Wetter ohne jegliche Elektronik mit einfachsten Hilfsmitteln messen. Unvorstellbar, denn ihre Arbeit hat auch Einfluss auf unsere Wettervorhersagen. Aber wie können die drei skurrilen Meteorologen in völliger Isolation leben und arbeiten?

In seinem tragikomischen Dokumentarfilm WETTERMACHER fängt Mucha ("Absolut Warhola", "Die Mitte", "Kolyma") in großen Bildern die eigenwillige Schönheit der sibirischen Tundra und ihrer Bewohner ein.

»Erwarten Sie keinen Film über den Klimawandel! Dort, wo wir waren, vergisst man, wie man das Wort Klima buchstabiert!« Regisseur Stanislaw Mucha


Ab 25. August: MÄRZENGRUND

Als Sohn eines reichen Großbauern im Zillertal scheint der Lebensweg des 18-jährigen Elias (Jakob Mader) vorbestimmt zu sein: Bald schon soll er in die Fußstapfen seines Vaters treten und den Hof der Familie übernehmen. Doch der sensible junge Mann kann die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen und schlittert in eine schwere Sinnkrise.

Um wieder zu Kräften zu gelangen, schickt ihn Elias’ Vater auf eine Auszeit – zunächst auf die Hochalm "Märzengrund" mitten in den Tiroler Alpen und schließlich noch weiter hinauf, immer höher, bis weit über die Baumgrenze. Hier endlich findet Elias das, wonach er sich unten im Tal immer gesehnt hat: die bedingungslose Freiheit.

MÄRZENGRUND ist die wahre und berührende Geschichte eines jungen Mannes, der sich Ende der 1960er Jahre für ein radikales Leben im Einklang mit der Natur entscheidet. Auf der Grundlage des Theaterstücks des renommierten österreichischen Dramatikers Felix Mitterer hat Regisseur Adrian Goiginger mit seinem zweiten Spielfilm MÄRZENGRUND das Porträt eines jungen Erwachsenen geschaffen, das in Zeiten globaler Unsicherheit nicht aktueller sein könnte. 

Adrian Goiginger stellt in MÄRZENGRUND die brennenden Fragen unserer Zeit: In welcher Welt wollen wir leben? Nach welchen Werten wollen wir uns ausrichten? Und in welchem Verhältnis stehen individuelle Freiheit und gesellschaftliche Anpassung zueinander?

35. Bolzano Film Festival: Ausgezeichnet mit dem Preis des Landes Südtirol. Zur Kritik auf programmkino.de.


EXTRA:

KOMM MIT MIR IN DAS CINEMA - DIE GREGORS

Mi, 31.8., 19:00 - Mit Zoom-Filmgespräch

Ein Leben ohne Kino ist möglich, aber sinnlos. Getreu dieser Devise sind Erika und Ulrich Gregor seit 1957 überall auf der Welt unterwegs gewesen, um ungewöhnliche Filme zu finden und nach Berlin zu holen. In einer assoziativen Montage verbinden sich Filmgeschichte, bundesdeutsche und Berliner Zeitgeschichte mit dem heutigen Leben der Gregors, flankiert von den Aussagen vieler Wegbegleiter.

Filmemacher und Filmemacherinnen wie Helke Sander, Jutta Brückner, Wim Wenders, Jim Jarmusch, Rosa von Praunheim, Doris Dörrie, Michael Verhoeven, Edgar Reitz, Alexander Kluge, Gerd Conradt und Volker Schlöndorff erzählen von dem Einfluss, den die Gregors auf sie persönlich hatten und zeichnen so ein lebhaftes Bild der Filmkultur von den 60er- und 70er-Jahren, dem Neuen Deutschen Film bis hin zu internationalen Independent Klassikern.

Mit Archivmaterial und Filmausschnitten aus 40 Filmen wie The Chelsea Girls von Andy Warhol, Das Mädchen aus der Streichholzfabrik von Aki Kaurismäki, Shoah von Claude Lanzmann, Rote Sonne von Rudolf Thome oder Hungerjahre von Jutta Brückner spannt der Film einen weiten Bogen, dessen Zentrum Erika und Ulrich Gregor bilden.

Mit ihnen unternehmen wir eine Reise durch 70 Jahre Filmgeschichte und erhalten Einblicke in den Alltag dieses bedeutenden Filmpaares, das seit mehr als 60 Jahren verheiratet ist und immer noch jeden Tag zusammenarbeitet – getreu dem Motto von Bertolt Brecht: „Wer noch lebt, sage nicht niemals“. 


Ab 1. September: DIE ZEIT, DIE WIR TEILEN

Die Pariser Verlegerin Joan Verra (Isabelle Huppert) trifft nach Jahrzehnten ihre erste große Liebe wieder. Aufgewühlt verlässt sie Paris und zieht sich in ihr Landhaus zurück. Dort beginnt sie, ihr Leben Revue passieren zu lassen. Joans Erinnerungen verdichten sich mehr und mehr zu einer emotionalen Reise, bei der Wunsch und Wirklichkeit verschwimmen.

Doch sie ist nicht allein: Es begleiten sie der exzentrische Schriftsteller Tim Ardenne (Lars Eidinger), der als einzige Konstante fest an ihrer Seite zu stehen scheint, und ihr Sohn Nathan (Swann Arlaud), den sie allein großzog.

Der Film mit dem Originaltitel A PROPOS DE JOAN feierte seine Weltpremiere auf der 72. Berlinale. Und damit genau dort, wo die großartige Isabelle Huppert mit dem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

In ihrem neuen Film verkörpert sie Joan Verra in ihrer Paraderolle als selbstbewusste, aber unnahbare Frau. Lars Eidinger spielt mit seinem Image als Schauspieler, der sein Leben zu einer einzigen Kunst-Performance macht, und er glänzt als unverbesserlich stur Verliebter.


DOK am Montag:

THE FIRST 54 YEARS - AN ABBREVIATED MANUAL FOR MILITARY OCCUPATION

Mo, 5.9., 19:00

"Ich kann mich als Person nicht spalten: in einen Filmemacher, einen Familienvater, einen politischen Aktivisten. Das ist alles ein und dieselbe Person. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Film zu machen, der nicht mit mir zu tun hat, mit meinem Leben, mit dem Ort, an dem ich lebe." (Avi Mograbi)

Ernsthaft in die Tat umsetzen wird hoffentlich keiner, was Avi Mograbi uns da aus dem Wohnzimmersessel anbietet: eine Kurzanleitung zur militärischen Besatzung.

Seine strategischen Betrachtungen haben den unschuldigen Anstrich allgemeiner Überlegungen, wie man ein fremdes Territorium gegen alle Widerstände erfolgreich besetzt. Als Musterbeispiel dient ihm die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete in der Westbank und im Gaza-Streifen.

Aussagen von israelischen Soldaten über ihren Dienst dort, die für die Organisation "Breaking the Silence" entstanden, veranschaulichen den jahrzehntelangen Alltag und die historischen Etappen der Besatzung. In ihrer Nüchternheit sind diese Beschreibungen von alltäglicher Willkür und Grausamkeit erschütternd und schwer erträglich.

Zeitzeugenberichte und Verwendung von Archivmaterial sind nur zwei der dokumentarischen Grundtechniken, denen Mograbi mit seiner Kurzanleitung einen reflexiven Rahmen und analytische Schärfe verleiht. Dabei konzentriert er sich, ohne Relativierungen, auf die Seite der Täter. Scharfzüngig und ironisch wie oft, angesichts der anscheinend nicht aufhaltbaren Eskalation aber auch ratlos und voller Trauer. (Text: Berlinale 2022)

1956 in Israel geboren, wuchs Avi Mograbi in einer Kinofamilie auf und sah als Kind und Jugendlicher Unmengen von Filmen. Sein Vater besaß eines der größten Kinos im Zentrum von Tel Aviv, das "Mograbi Cinema". Mograbi studierte Philosophie und Kunst und arbeitete nach dem Studium als Regie- und Produktionsassistent, bevor er 1989 seinen ersten eigenen Film drehte.

In seinem politischen Kino vermischen sich Dokumentarisches, Autobiografisches und Fiktives zu einer ähnlich verwirrenden Melange wie es der israelisch-palästinensische Konflikt auch ist. Der Komplexität und Widersprüchlichkeit der Situation angemessen, gibt Mograbi keine einfachen Antworten oder Erklärungen. Seine selbstreflexiven Filme sind voller Ironie und absurdem Humor und zeigen einen spielerischen und respektlosen Umgang mit filmischen Mitteln.

Als Aktivist der israelischen Friedensbewegung kann er Privates und Politisches ebenso wenig trennen wie er sich selbst aus seinen Filmen abstrahieren könnte. Bestandteil seiner eigenen Filme zu sein, ist für Mograbi deswegen eine logische Konsequenz der Entscheidung, Stellung zu beziehen. (Text: Arsenal Berlin)


Ab 8. September: DAS LEBEN EIN TANZ

Für Élise (Marian Barbeau) gab es immer nur eines im Leben: den Tanz. Doch als sie sich eines Tages während einer Aufführung verletzt, scheint dieser Traum vorbei. Statt Bühnenkunst ist erst einmal Krankengymnastik angesagt. Ob sie jemals wieder wird tanzen dürfen, steht in den Sternen.

Und was nun? Um sich erst einmal neu zu orientieren, reist sie mit einer Freundin und deren Partner in die Bretagne, wo sie sich mit sich selbst, ihrer Familie und den eigenen Zielen im Leben auseinandersetzt. In Zusammenarbeit mit dem israelischen Choreografen Hofesh Shechter nimmt uns Regisseur Cédric Klapisch ("Der Wein und der Wind", "L'auberge espagnole") mit in eine Welt großer Gefühle und mitreißender Tänze, aber auch der leisen zwischenmenschlichen Geschichten und Sinnfragen.

Bewegtes und mitreißendes Drama um eine junge Tänzerin in der Existenzkrise.


DOK am Montag:

FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT

Mo 12.9., 19:00 - mit Gästen!

Regie: Sabine Lamby, Cornelia Partmann, Isabel Gathof, DE 2022, 98 Min.

Jahrzehnte nach Kriegsende finden die letzten Gerichtsverfahren zu NS-Verbrechen statt. Wie kam es dazu, dass ehemalige SS-Männer nun als Greise vor dem Jugendgericht stehen, die bis dahin von der bundesdeutschen Polizei und Justiz weitestgehend unbehelligt leben konnten?

Im Dokumentarfilm FRITZ BAUERS ERBE - GERECHTIGKEIT VERJÄHRT NICHT erklären Staatsanwälte, Juristen, Wissenschaftler u.a., wie sich eine neue Rechtsauffassung in Deutschland gegen den Widerstand der in der BRD noch lange in Amt und Würden wirkenden NS-Funktionseliten etablieren konnte.

Mit aufrüttelnden Berichten von Überlebenden, die in den jüngsten Prozessen in Münster (2018/19) und Hamburg (2020) als Nebenkläger auftreten, entfaltet der Film nicht nur eine bedrückende Geschichte darüber, wie die Gerechtigkeit erst ihren Weg in die deutschen Gerichte fand, als die meisten Täter schon verstorben waren, sondern veranschaulicht auch die wegbereitende Bedeutung der heutigen Urteile als Mahnung für die Zukunft.

In Kooperation mit dem DGB - Region Süd-Ost-Niedersachsen.


ALICE SCHWARZER

VORPREMIERE am Mi, 14.9., 19:00 mit anschließender Diskussion.

Regulär im Programm ab 15. September.

Alice Schwarzer feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag. Die Journalistin, Autorin und Verlegerin hat es geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Ihre Bücher und die Zeitschrift Emma waren für viele Frauen Inspiration auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung. Für ihre unbeugsame Haltung, Frauenrechte als Menschenrechte zu begreifen, wird die Feministin geliebt und gehasst.

Aber wer ist der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Was sie geprägt hat und wie sich ihre Ansichten entwickelt haben, erzählt diese filmische Reise in Zeitdokumenten und aktuell gedrehtem Material: Von den frühen Anfängen in Paris, über ihre legendären TV-Auftritte bis heute bei ihrer Arbeit und auch privat.

Der Dokumentarfilm erzählt die Biografie der streitbaren Journalistin und unternimmt eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, von der zweiten Frauenbewegung bis heute. In Interviews und Archivmaterial kommen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu Wort, darunter Élisabeth Badinter, Jenny Erpenbeck, Jasmin Tabatabai, Franziska Becker, Henri Nannen, Rudolf Augstein, Margarete Mitscherlich, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre.

ALICE SCHWARZER lief auf dem DOK.fest München 2022 und gewann den Großen Diagonale-Preis für den Besten Dokumentarfilm auf der Diagonale in Graz.

In Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig.


SOUND ON SCREEN SPECIAL:

MOONAGE DAYDREAM

Do, 15.9., 21:00

„Weder Dokumentarfilm noch Biografie, sondern ein eindringliches Filmerlebnis" - mit MOONAGE DAYDREAM gelingt Brett Morgen (The Kid Stays in the Picture, Cobain: Montage of Heck, Jane) ein nie dagewesenes Porträt des Ausnahmekünstlers David Bowie. Er war nicht nur eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene, er war außerdem ein brillanter Sänger und Songwriter, der die Welt mit seinem ständig wechselnden musikalischen Stil sowie dem dazu passenden Look überraschen konnte.

Das David Bowie Estate gab dem Dokumentarfilmer Morgen einzigartigen Zugang zu ihren Archiven, eine Ehre, die bislang noch keinem Filmemacher vergönnt war. In deren Sammlung befanden sich seltene und nie zuvor gesehene Zeichnungen, Aufnahmen, Filme und Tagebücher. Morgen sichtete alles und verbrachte vier Jahre mit der Zusammenstellung des Films und weitere 18 Monate mit der Gestaltung der Soundkulisse, der Animationen und der Farbpalette. Für den Film hat das Soundteam - bestehend aus Bowies langjährigem Mitarbeiter, Freund und Musikproduzenten Tony Visconti und dem Oscar®-prämierten Tonmeister Paul Massey (Bohemian Rhapsody) - Bowies Originalaufnahmen neu abgemischt und für die Kinoleinwand aufbereitet.

Das Ergebnis ist eine expressive Collage aus Bildern und Musik, Gedanken und Inspirationen, in der David Bowie sogar größtenteils selbst zu Wort kommt. Wer vor dem Film noch kein Bowie-Fan ist, wird es spätestens nach den 140 Minuten sein. Selbst der Nachlass des Idols gab dem Film seinen Segen und das, obwohl sie sich von jedem anderen Vorgänger vehement distanzierten. MOONAGE DAYDREAM feierte seine Premiere beim renommierten Filmfestival in Cannes 2022, wo er außer Konkurrenz gezeigt wurde und das dortige Publikum begeisterte.

In Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival.


DOK am Montag: NASIM

Mo, 19.9., 19:00 - Mit Gästen und Filmgespräch

Nasim ist 38 Jahre, stammt aus Afghanistan und kam im Februar 2020 als Geflüchtete aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland. Moria, das größte Flüchtlingslager der EU, wurde zwangsweise zum Wohnort für Nasim.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der erweiterten Familie, versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gedrängt wurde, beginnt sie nun mehr und mehr in Frage zu stellen. Ihre Schwester versucht sie zu einem neuen, unabhängigen Leben zu motivieren, doch Nasims eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen.

Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asyl-Anhörung gemeinsam mit ihrem Ehemann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das komplette Lager, und Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Demonstration, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Zukunft.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen.


Ab 22. September: MITTAGSSTUNDE

Ingwer, 47 Jahre alt und Dozent an der Kieler Uni, fragt sich schon länger, wo eigentlich sein Platz im Leben sein könnte. Als seine „Olen“ nicht mehr allein klarkommen, beschließt er, dem Leben in der Stadt den Rücken zuzukehren, um in seinem Heimatdorf Brinkebüll im nordfriesischen Nirgendwo ein Sabbatical zu verbringen.

Doch den Ort seiner Kindheit erkennt er kaum wieder: auf den Straßen kaum Menschen, denn das Zusammenleben findet woanders statt, keine Dorfschule, kein Tante-Emma-Laden, keine alte Kastanie auf dem Dorfplatz, keine Störche, auf den Feldern wächst nur noch Mais, aus gewundenen Landstraßen wurden begradigte Schnellstraßen. Als wäre eine ganze Welt versunken.

Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Knicks und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und seine Eltern mit dem Gasthof sitzen ließ? Wann verschwand die Mttagsruhe mit all ihren Herrlichkeiten und Heimlichkeiten?

Sönke Feddersen, de Ole, hält immer noch stur hinter seinem Tresen im alten Dorrrug die Stellung, während Ella, seine Frau, mehr und mehr ihren Verstand verliert. Beide lassen Ingwer spüren, dass er sich schon viel zu lange nicht um sie gekümmert hat. Und nur in kleinen Schritten erkennt er, dass er noch längst nicht alle Geheimnisse entblättert hat.

Lars Jessens Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Dörte Hansen ist eine große Erzählung über die Menschen des Nordens. Mit Charly Hübner, Peter Franke, Hildegard Schmahl, Rainer Bock, Gabriela Maria Schmeide und Gro Swantje Kohlhof.


CINEMA! ITALIA!

22.9.-28.9.2022

Auch dieses Jahr zeigen wir wieder eine ganze Woche lang italienische Filme:
Cinema! Italia!

Im Herbst 2022 präsentieren wir in Kooperation mit ital-lingua und der Deutsch-italienischen Kulturgesellschaft im Universum Filmtheater, für alle die, die der italienischen Sprache mächtig sind oder ihre italienischen Kenntnisse aufbessern möchten, 6 neue italienische Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Wir wünschen Ihnen schon jetzt VIEL VERGNÜGEN bei den Filmen der Cinema! Italia! Reihe im Universum Filmtheater!

Das Programm:

ARIAFERMA | Verriegelte Luft

CALCINCULO | Karussell

COME UN GATTO IN TANGENZIALE - RITORNO A COCCIA DI MORTE | Wie eine Katze auf der Autobahn – Die Rückkehr

IL LEGIONARIO | Der Legionär

WELCOME VENICE

DESERTO ROSSO | Rote Wüste (1964)

>>Weiterführende Informationen zur Reihe gibt es auf der Cinema Italia Webseite

 


DOK am Montag:  UNSERE HERZEN - EIN KLANG

Mo, 26.9., 19:00

Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft.

UNSERE HERZEN, EIN KLANG geht diesem Zauber nach. Der Film begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen.

Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten.

Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird.

Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit UNSERE HERZEN, EIN KLANG eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet.

Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt.


Ab 29. September: WEINPROBE FÜR ANFÄNGER

Jacques (Bernard Campan), ein mürrischer Mitfünfziger und schon viel zu lange Single, betreibt einen kleinen Weinladen und pflegt zu seinen Weinen eine innigere Beziehung als zu Menschen. Die charmante Hortense (Isabelle Carré) hat zwar ein großes Herz, aber niemandem mit dem sie es teilen kann außer ihrer Katze und ihrer verbitterten Mutter. Durch Zufall landet Hortense eines Tages in Jacques´ Weinladen: zwei Welten - die unterschiedlicher nicht sein könnten - prallen aufeinander und doch merken beide, dass da was ist, am jeweils anderen, dass sie nicht loslässt. Zunächst scheint das Glück auf ihrer Seite, doch dann nehmen Missverständnisse ihren Lauf und als beide dann noch von ihrer Vergangenheit, unerfüllten Träumen und großen Hoffnungen eingeholt werden, ist Chaos vorprogrammiert.


EXTRA: DAS ZELIG

Do, 29.9., 18:45

Zu Gast: Regisseurin Tanja Cummings und Natan Grossmann - einer der Überlebenden des KZ Außenlagers Neuengamme in Vechelde (vorher KZ Birkenau), der auch als einer der Protagonisten im Film zu sehen ist.

Im Münchner Café Zelig treffen sich jede Woche letzte, aus allen Teilen Europas stammende, meist hochbetagte Holocaust-Überlebende und auch Kinder von ihnen zum gemeinsamen Miteinander. Viele tragen eine traurige, dramatische, oft traumatische Familiengeschichte in sich. Doch das Café Zelig ist kein bedrückender Ort, er ist lebendig und oft von Freude und Fröhlichkeit geprägt.

Das Wort "Zelig" geht auf das jiddische Wort für "gesegnet" zurück, spielt aber auch auf Gefühle von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit an. Im Café Zelig wird viel gelacht, gefeiert, politisch gestritten und auch getrauert.

Man ahnt, wie schwer es für sie war, wieder ins Leben zu finden - in Deutschland, im Land der Täter, in dem sie dennoch Wurzeln schlugen. Wir begegnen ihnen auch in ihrem privaten Umfeld und begleiten einige auf eine Reise in die Vergangenheit, an ihre Geburtsorte in Polen. Es ist dies eine Reise voller schmerzhafter, von Verlusten und Gewalt gezeichneter Erinnerungen. Doch mitnichten ist diese Dokumentation ein "schwerer Film", wofür vor allem die Portraitierten selbst sorgen mit ihrer Lebenskraft, ihrem Humor und ihrer Schlagfertigkeit.

In Kooperation mit der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße.


DOK am Montag: EUROPA PASSAGE

Mo, 3.10., 19:00

Über einen Zeitraum von 5 Jahren hat Andrei Schwartz eine Gruppe von rumänischen Roma begleitet, die seit Jahren zwischen ihrer Heimat und Hamburg pendeln.

Mangels Arbeit in Rumänien verdienen sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder in Hamburg mit Betteln. Sie schlafen unter Brücken und in Parks, in ständiger Angst entdeckt und vertrieben zu werden. Für die städtischen Behörden gelten sie als „freiwillige Obdachlose“, der Zugang zu den Notprogrammen bleibt ihnen sogar im Winter verwehrt. Alle paar Monate fahren sie heim, zurück zu ihren Kindern und Verwandten. In eine Heimat, die ihnen seit der Wende weder Arbeitsplätze noch eine Perspektive bietet.

Die zwei Hauptprotagonisten Maria und Tirloi sind die einzigen, die es geschafft haben, sich ein Stück Normalität aufzubauen. Sie bilden die Brücke zwischen den beiden Welten: Er hat Arbeit, sie geht noch immer betteln. Und sie haben eine Bleibe: Eine kleine Wohnung in einem Gemeindehaus, wo sie nach Feierabend zanken und Pläne schmieden. Vielleicht ein Anfang, auch für ihre Enkelin Ioana, die inzwischen die Schule besucht. Die 13-Jährige ist die erste in der Familie, die lesen und schreiben kann.

Ein Film über das Gelingen und das Scheitern, und den Preis den man dafür zahlt.

DOK.fest München 2022: Nominierung für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts


Ab 6. Oktober: IN EINEM LAND, DAS ES NICHT MEHR GIBT

Ostberlin, 1989: Kurz vor dem Abitur fliegt die 18-jährige Suzie von der Schule und muss sich als Facharbeiterin im Kabelwerk Oberspree bewähren. Auf dem Weg zur Arbeit wird sie zufällig fotografiert. Das Bild landet auf dem Cover des Modejournals SIBYLLE, und Suzie wird über Nacht zum Fotomodel. Das ist ihre Chance, dem sozialistischen Fabrikalltag doch noch zu entkommen und in die glamouröse Modewelt einzutauchen. Dort trifft sie auf den extravaganten Rudi, der mit Leidenschaft und Fantasie seine eigene Mode in der Underground-Szene erfindet, und auf den rebellischen Fotografen Coyote, dessen sinnliche Bilder alle verzaubern, aber trotzdem nicht gedruckt werden. Gemeinsam erleben die drei einen intensiven Sommer voller Freundschaft, Liebe und Solidarität, aber auch mit Geheimnissen, schmerzhaften Trennungen und Verrat ...

Regisseurin Aelrun Goette wurde Ende der 80er Jahre selbst auf einer Straße in Ostberlin als Mannequin entdeckt. IN EINEM LAND, DAS ES NICHT MEHR GIBT basiert auf ihren Erinnerungen und anderen wahren Begebenheiten, die das Publikum in eine für viele völlig unbekannte Welt führt: die Modeszene der ehemaligen DDR.


Ab 13. Oktober: TRIANGLE OF SADNESS

Die Models Carl und Yaya bewegen sich in der Welt der Mode, während sie gleichzeitig die Grenzen ihrer Beziehung ausloten. Das Paar sagt zu, als es auf eine Luxusyacht eingeladen wird, zusammen mit einer halbseidenen Bande von superreichen Passagieren.

Auf den ersten Blick scheint alles perfekt und Instagram-tauglich zu sein. Doch ein Sturm zieht auf, und das Paar findet sich auf einer einsamen Insel wieder, zusammen mit einer Gruppe von Milliardären und einer Reinigungskraft des Schiffes. Plötzlich ist die Hierarchie auf den Kopf gestellt, denn die Reinigungskraft ist die Einzige, die fischen kann.

Nach den großen Erfolgen von THE SQUARE (2017) und HÖHERE GEWALT (2014) nimmt der preisgekrönte schwedische Filmemacher Ruben Östlund in seinem satirischen Drama TRIANGLE OF SADNESS die selbstverliebte Modebranche ins Visier.

Goldene Palme in Cannes 2022.


Ab 20. Oktober: VERLORENE ILLUSIONEN

Frankreich im 19. Jahrhundert: Der junge und hoffnungsvolle Lucien (Benjamin Voisin) widmet seine ganze Leidenschaft der Dichtkunst. Doch in der heimatlichen Provinz, umringt von seiner Arbeiterfamilie, ist sein Talent nutzlos. Die Chance der ländlichen Enge zu entkommen, bietet sich, als seine heimliche Geliebte Louise (Cécile de France) nach Paris geht. Er verlässt Hals über Kopf die familiäre Druckerei und versucht fortan an der Seite seiner Geliebten, die auch seine Mäzenin ist, in der märchenumwobenen Stadt Paris Fuß zu fassen und in der Gesellschaft aufzusteigen.

In den Intellektuellenkreisen von Paris fällt sein Talent auf fruchtbaren Boden. Lucien erhält Anerkennung, Geld und Macht. Der windige Chefredakteur einer auflagenstarken Zeitung, Étienne Lousteau (Vincent Lacoste), bringt ihn in die richtigen Kreise. Schnell avanciert Lucien zur „Edelfeder“ des Blattes, seine Theaterrezensionen sind gefürchtet. Sogar der wichtigste Verleger der Stadt, Dauriat (Gérard Depardieu), umgarnt den Schriftsteller, um sein erstes Buch herauszubringen. Doch der Erfolg provoziert Neid und Missgunst.

Als sich Lucien in die bildschöne Schauspielerin Coralie (Salomé Dewaels) verliebt, wendet sich das Blatt: ein Rückschlag folgt dem anderen und hinter den Kulissen offenbaren sich ihm die wahren Mechanismen der gesellschaftlichen Macht: Profit, Schein und Fake News. Die anfängliche Naivität ist bald verflogen und Lucien lernt schnell, dass das Leben in Paris einer menschlichen Komödie gleicht, in der einfach alles und jeder käuflich ist, solange man weiß, welche Stricke man im Hintergrund ziehen muss und über entsprechende Zahlungsmittel verfügt. Lucien durchläuft eine bittere Schule des Lebens und muss sich entscheiden, welchen Weg er gehen will.

Mit insgesamt sieben Awards ist VERLORENE ILLUSIONEN von Xavier Giannoli der große Gewinner der diesjährigen Césars: Bester Film; Bester Nebendarsteller (Vincent Lacoste); Bester Nachwuchsdarsteller (Benjamin Voisin); Bestes adaptiertes Drehbuch; Bestes Szenenbild; Beste Kostüme und Beste Kamera.


DOK am Montag: MUTTER MUTTER KIND

Mo, 31.10., 19:00 - zu Gast: Regisseurin Annette Ernst

2009 erscheint eine Zeitungsannonce: Pedi und Anny suchen einen Samenspender. Mit dem großen Kinderwunsch der beiden Frauen beginnt diese Familiengeschichte. In einer Zeit, in der das Familienbild aus Mutter, Vater und Kind besteht und die Gesellschaft mit großer Ablehnung auf alles andere reagiert, geht ihr Traum mit Eike endlich in Erfüllung, sie bekommen drei Söhne. Jahre später taucht plötzlich ein Mädchen auf, das ihre Brüder kennenlernen will. Hat Eike noch anderen Familien geholfen? Alte und neue Familiengeheimnisse werden gelüftet und der ganz normale Wahnsinn zwischen Windeln wechseln und Fußballspielen nimmt seinen Lauf.

Der Dokumentarfilm „MUTTER MUTTER KIND – Let’s do this differently“ ist ein seltenes Langzeit-Familienporträt über zwei Frauen, die an die Kraft und den Zusammenhalt ihrer Familie glauben. Ihre Kinder wachsen zu jungen Menschen heran, während das traditionelle Familienbild herausgefordert wird. Im Spiegel der Zeit sehen wir die große gesellschaftliche Beschäftigung mit gleichgeschlechtlicher Liebe, Ehe und Elternschaft.

Die Regisseurin Annette Ernst ist eine deutsche Spielfilm und Serienregisseurin (KISS AND RUNDeutsch-Les-Landes). „MUTTER MUTTER KIND – Let’s do this differently“ ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.



DOK am Montag: BLACK MAMBAS

Mo, 28.11., 19:00 - zu Gast: Regisseurin Lena Karbe

Jede Nacht patrouilliert die weibliche Anti-Wilderei-Einheit BLACK MAMBAS im Kruger Nationalpark, einem der beliebtesten touristischen Attraktionen von Südafrika.

Für die jungen Frauen ist der Job ein Dilemma. Er ist der Weg aus Armut und Arbeitslosigkeit mit Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben, aber gleichzeitig auch ein Bruch mit vorherrschenden Traditionen. Zudem müssen sie einen Umweltpatriotismus in ihre Gemeinden bringen, die an der Wildtierwirtschaft seit Gründung des Parks weder teilhaben, noch davon profitieren können.

Der Dokumentarfilm von Regisseurin Lena Karbe zeigt die Alltagskämpfe der Frauen mit weißen Vorgesetzten, fordernden Angehörigen und "dem System Nationalpark". Er erzählt von der Arbeit der BLACK MAMBAS, in der es um den Schutz der letzten Nashörner und den Erhalt der Artenvielfalt in einer der faszinierendsten Landschaften Afrikas geht. Gleichzeitig rückt er das Schicksal der dort lebenden Menschen in den Blick und stellt unausweichliche Fragen.

"Karbes nüchterne Herangehensweise sorgt dafür, dass die entscheidenden Nuancen des komplexen Themas zum Vorschein kommen, da es nicht möglich ist jede von ihnen völlig getrennt zu betrachten. Am Ende muss sich der Zuschauer selbst die Frage beantworten: Ist das Empowerment oder Ausbeutung? Oder kann es irgendwie beides sein?" (Cineurope)

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