Universum Newsletter | 09.05.2022

NEU: DAS LICHT, AUS DEM DIE TRÄUME SIND

Tägl. 19:00 (außer Mo), 16:45, So 19:00 in OmU

Gerade als der junge Samay in einem indischen Dorf die fantastische Welt des Kinos für sich entdeckt, kündigt sich das Ende der Zelluloid-Ära an, was die Existenz des örtlichen Kinos bedroht.

Regisseur Pan Nalin ist ein zärtlicher und bewegender Liebesbrief an die Kraft des Kinos und des Geschichtenerzählens auf der großen Leinwand gelungen. Ein entzückender Film, der in eine wunderbare Welt aus Licht und Zelluloid entführt.


NEU: EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE

Tägl. 21:15 (So in OmU)

Ein Film über eine Frau, die versucht, ihre Steuererklärung zu machen. Das Regie-Duo Dan Kwan und Daniel Scheinert, auch genannt "Die Daniels", legen mit EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE ein überbordendes Sci-fi-/ Action-/ Kung-Fu-Abenteuer vor, das in Lichtgeschwindigkeit durch multidimensionale Universen hüpft.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 12.5., 18:00

Barbara Kalender: DER MÄRZ-VERLAG - GESCHICHTE UND GESCHICHTEN

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


SOUND ON SCREEN:

AŞK, MARK ve ÖLÜM - LIEBE, D-MARK UND TOD

Do, 12.5., 19:30 - Anschließend Aftershow-Party im Riptide.

Regisseur Cem Kaya widmet sich in seiner Dokumentation der reichen Musikkultur türkischer Gastarbeitet*innen und deren Nachkommen in Deutschland. Eine sorgfältig recherchierte und intensive Reise durch ein Stück türkisch-deutscher Kulturgeschichte. Fesselnd bis zum letzten Beat.

In Kooperation mit dem Cafe Riptide und dem Braunschweig International Film Festival.


21. CINÉFÊTE - Das Französische Schulfilmfestival

Endlich wieder Cinéfête! Nach coronabedingter Pause freuen wir uns sehr, dass das französische Schulfilmfestival in diesem Schuljahr 2021/22 durch rund 100 deutsche Kinos tourt und wir mit dabei sind!

Vom 12. bis 18. Mai 2022 präsentieren wir für Schulklassen französische Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Programm von Cinéfête richtet sich an ein Publikum jeden Alters und Sprachniveaus.

Infos zu den Filmen und zur Anmeldung finden Sie hier.


DOK am Montag:

WE ARE ALL DETROIT - VOM BLEIBEN UND VERSCHWINDEN

Mo, 16.5., 18:45

Ein klug beobachtetes, empathisches und vielschichtiges Porträt zweier Städte im Wandel. Die Doku bildet die brisanten Entwicklungen in den ehemaligen Industriestädten Bochum und Detroit und die Auswirkungen auf die jeweils dort lebenden Menschen ab.

Filmfest Lünen 2021 - Publikumspreis LÜDIA

Unser Programm vom 12.05.-18.05.2022

NEU: DAS LICHT, AUS DEM DIE TRÄUME SIND

Tägl. 19:00 (außer Mo), 16:45, So 19:00 in OmU

Regie: Pan Nalin, IN/FR 2022, 112 Min., ab 12. Mit Bhavin Rabari, Bhavesh Shrimali, Richa Meena u.a. | Bundesstart

Der große Saal, die rauschenden Farben, das Rattern des Filmprojektors – die erste Kinoerfahrung ist eine ganz besondere. Auch die Welt von Samay, der mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in Indien lebt, wird auf den Kopf gestellt, als er von seinem Vater zum ersten Mal in das örtliche Kino mitgenommen wird. Danach ist er sich sicher: Er möchte Filme machen!

Ein glücklicher Zufall lässt ihn auf den Filmvorführer Fazal treffen, der von den Kochkünsten von Samays Mutter begeistert ist und ihn im Austausch gegen den Inhalt seiner Lunchbox kostenlos Filme schauen lässt. Kurzerhand beginnt Samay die Schule zu schwänzen und seine Zeit lieber im Projektionsraum des Kinos zu verbringen. Hier taucht er Tag für Tag in fantastische Welten ein.

Doch die Idylle droht ein jähes Ende zu finden: Die Ära des Zelluloids neigt sich ihrem Ende zu und dem örtlichen Kino droht die Schließung. Samays Vater ist außerdem nicht begeistert von den Plänen seines Sohnes, Licht einzufangen und Bilder in Bewegung zu setzen. Um seinen Traum zu verwirklichen, muss Samay die Rettung des Kinos selbst in die Hand nehmen – denn seine Geschichte besteht darauf, erzählt zu werden.
 
In warmen, nostalgischen Bildern lässt DAS LICHT, AUS DEM DIE TRÄUME SIND die ersten Berührungspunkte mit der großen Liebe zum Kino auferstehen. Regisseur Pan Nalin ist ein zärtlicher und bewegender Liebesbrief an die Kraft des Kinos und des Geschichtenerzählens auf der großen Leinwand gelungen. Ein kraftvoller und entzückender Film, der in eine wunderbare Welt aus Licht und Zelluloid entführt und beweist, dass der Traum des Kinos nie zu groß geträumt werden kann.


NEU: EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE

Tägl. 21:15 (So in OmU)

Regie: Daniel Scheinert, Daniel Kwan, US 2022, 139 Min., ab 16. Mit Michelle Yeoh, Jamie Lee Curtis, Stephanie Hsu u.a.

Waschsalonbesitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, die Wünsche der Kunden bringen sie an ihre Grenzen und die anstehende Steuererklärung wächst ihr komplett über den Kopf. Der Gang zum Finanzamt ist unausweichlich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinandergewirbelt.

Raum und Zeit lösen sich auf, und die Menschen um sie herum haben, ebenso wie sie selbst, plötzlich weitere Leben in Parallelwelten. Sie entdeckt, dass das Multiversum real ist und sie auf die Fähigkeiten und das Leben anderer Versionen ihrer selbst zugreifen kann. Das ist auch bitter nötig, denn sie wird mit einer großen, wenn nicht der größtmöglichen Mission betraut: Der Rettung der Welt vor dem unbekannten Bösen.

Ein Film über eine Frau, die versucht, ihre Steuererklärung zu machen - Das Regie - Duo Dan Kwan und Daniel Scheinert, auch genannt "Die Daniels", legen mit EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE ein überbordendes Sci-fi-/ Action-/ Kung-Fu-Abenteuer vor, das in Lichtgeschwindigkeit durch multidimensionale Universen hüpft. Im Mittelpunkt dieser explosiven Mischung steht Michelle Yeoh (TIGER & DRAGON) als Retterin wider Willen, deren Gegenspielerin von der unvergleichlichen Jaime Lee Curtis (KNIVES OUT: MORD IST FAMILIENSACHE) gespielt wird.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 12.5., 18:00

Barbara Kalender: DER MÄRZ-VERLAG - GESCHICHTE UND GESCHICHTEN

Der MÄRZ-Verlag war eine der einflussreichsten Neugründungen der 1968er Kulturrevolution und avancierte bald zum tonangebenden Verlag der hedonistischen Linken.

Zwischen den postgelben Deckeln mit roten und schwarzen Lettern passte vieles, wenn es nur anders war als der Mainstream, nicht zuletzt Pornografie. Nach vielen Höhen und Tiefen stellen Jörg Schröder und Barbara Kalender den Verlag schließlich ein und widmeten sich dem verlegerischen Großprojekt "Schröder erzählt". Im letzten Jahr kam es zur spektakulären Neugründung.

Mit einer Mischkalkulation aus drei neuen und drei Backlist-Titeln pro Saison geht MÄRZ abermals in den Widerstand "gegen die Badewannenromane" des belletristischen Mainstreams, u.a. mit Kathy Ackers "Bis aufs Blut. Zerfleischt in der Highschool". Verlegerin Barbara Kalender erzählt aus der ereignisreichen Verlagsgeschichte und stellt das erste MÄRZ-Programm nach dreieinhalb Jahrzehnten vor.

Barbara Kalender arbeitete von 1981 bis zur Schließung des Unternehmens im Jahr 1987 in Lektorat und Vertrieb des MÄRZ Verlags. Zusammen mit Jörg Schröder schrieb, redigierte und produzierte sie von 1990 bis 2018 "Schröder erzählt". Kalender bloggt für die "taz" (Schröder & Kalender) und arbeitet zusammen mit dem neuen Verleger Richard Stoiber im neu gegründeten MÄRZ Verlag. (Foto: ©Matthias Reichelt.)

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


SOUND ON SCREEN:

AŞK, MARK ve ÖLÜM - LIEBE, D-MARK UND TOD

Do, 12.5., 19:30 - Anschließend Aftershow-Party im Riptide.

Regie: Cem Kaya, DE 2022, 96 Min.

Anfang der 1960er-Jahre wurden die sogenannten Gastarbeiter*innen aus Anatolien und anderen Gegenden der Türkei von der Bundesrepublik Deutschland angeworben. Von Anfang an gab es etwas, dass sie immer begleitet hat und Bestandteil ihrer Kultur war: ihre Musik – ein Stück Heimat in der Fremde. Über die Jahre entwickelten sich in Deutschland eigenständige musikalische Richtungen, die es in dieser Form im Mutterland nicht gab.

Diese beispiellose Geschichte einer selbständigen Musikkultur der Einwanderer aus der Türkei, ihrer Kinder und Enkelkinder in Deutschland, erzählt der spannende Kino-Dokumentarfilm von Cem Kaya unterhaltsam und sehr vielschichtig mit noch nie gesehenem Archivmaterial. Fern der Heimat, fremd im neuen Land, entstanden zu Beginn der Einwanderung melancholische Musikstile wie die Gurbetçi-Lieder (Lieder aus der Fremde). Präsentiert von Künstler*innen wie Yüksel Özkasap, der Nachtigall von Köln, oder Aşık Metin Türköz („Mayestero“).

Ihnen folgten jüngere Musiker*innen wie das Duo Derdiyoklar („Liebe Gabi“), Ozan Ata Canani („Deutsche Freunde“) oder Cem Karaca und die Kanaken („Mein Freund, der Deutsche“), die in ihren gesellschaftskritischen Liedern zum ersten Mal auch auf deutsch sangen und damit sowohl die migrantische als auch die deutsche Popkultur prägten. HipHop wurde zum Sprachrohr der zweiten und dritten Generation von Menschen, die in Deutschland aufgewachsen waren. Pioniere deutsch-türkischen HipHops wie Fresh Familee, King Size Terror oder Islamic Force waren Wegbereiter zeitgenössischer Pop Musik in Deutschland.

Der Filmtitel "Aşk, Mark ve Ölüm" ist inspiriert vom gleichnamigen Gedicht des Autors Aras Ören, welches 1982 von der Band IDEAL vertont wurde.

In Kooperation mit dem Cafe Riptide und dem Braunschweig International Film Festival.


21. CINÉFÊTE - Das Französische Schulfilmfestival

12.5.-18.5.2022

Endlich wieder Cinéfête  – nach einem Jahr coronabedingter Pause freuen wir uns sehr, dass das französische Schulfilmfestival in diesem Schuljahr 2021/22 durch rund 100 deutsche Kinos tourt und wir mit dabei sind!

Vom 12. bis 18. Mai 2022 präsentieren wir im Universum Filmtheater für Schulklassen französische Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Programm von Cinéfête richtet sich an ein Publikum jeden Alters und Sprachniveaus.

Freuen Sie sich auf ein spannendes, abwechslungsreiches Filmprogramm! Weitere Infos erhalten Sie unter: www.cinefete.de

Infos zur Anmeldung finden Sie hier.

DIE FILME:

100 Kilo Sterne (100 Kilos d'étoiles) von Marie-Sophie Chambon, ab 12 Jahren - Do, 12.5., 11:30 | Fr, 13.5., 09:45 | Di, 17.5., 09:15

Der Junge und die Wildgänse (Donne-moi des ailes) von Nicolas Vanier, ab 9 Jahren - Mo, 16.5., 09:15 | Di, 17.5., 09:45 | Mi, 18.5., 12:00

Lügen haben kurze Beine (Fourmi) von Julien Rappenneau, ab 11 Jahren - Mo, 16.5., 12:00 | Mi, 18.5., 09:45

Alles außergewöhnlich (Hors Normes) von Olivier Nakache und Eric Toledano, ab 15 Jahren - Do, 12.5., 09:15 | Fr, 13.5., 12:00 | Di, 17.5., 11:30

Le voyage du prince von Jean-François Laguionie, Xavier Picard, ab 6 Jahren - Do, 12.5., 09:45 | Fr, 13.5., 11:30 | Mi, 18.5., 09:15

Der Glanz der Unsichtbaren (Les invisibles) von Louis-Julien Petit, ab 13 Jahren - Mo, 16.5., 09:45 & 11:30 | Di, 17.5., 12:00

Yao von Philippe Godeau, ab 10 Jahren - Do, 12.5., 12:00 | Fr, 13.5., 09:15 | Mi, 18.5., 11:30


DOK am Montag:

WE ARE ALL DETROIT - VOM BLEIBEN UND VERSCHWINDEN

Mo, 16.5., 18:45

Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken, DE 2021, 125 Min.

"We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden“ bildet die brisanten Entwicklungen zweier Städte auf verschiedenen Kontinenten und die Auswirkungen auf die jeweils dort lebenden Menschen ab.

Zwischen den beiden so unterschiedlichen Städten – Bochum, der Stadt im Ruhrgebiet, und Detroit, der Stadt im Rust Belt – gibt es eine gewichtige Gemeinsamkeit: Die Autoindustrie hat sowohl Detroit als auch Bochum geprägt. Und sowohl der Beginn als auch das Ende der Autoindustrie in Bochum wurden in Detroit besiegelt.

Nach dem Ende des Industriezeitalters sind die Menschen hier wie da auf der Suche nach einer neuen Identität. Im Film lernt der Zuschauer sowohl die Bewohner kennen, die von den Entwicklungen betroffen sind und deren Lebensrealität davon bestimmt wird, als auch die Akteure – Planer, Wissenschaftler und Politiker – des Wandels, die alle große Versprechungen und Visionen für eine mehr als ungewisse Zukunft verkünden.

Trotz aller Unterschiede verbindet die Menschen in Bochum wie in Detroit das Verlangen nach einem würdevollen und glücklichen Leben, und die filmische Reise durch die beiden Städte wird zu einer Reise in die Herzen ihrer Menschen.

Von den Regisseuren von "Losers and Winners" (2006) und "Göttliche Lage" (2014).

Filmfest Lünen 2021 - Publikumspreis LÜDIA


MEMORIA

Sa 14:00 (OmU)

Regie: Apichatpong Weerasethakul, CO/ TH/ GB/ MX/ FR/ CN/ TW 2021, 136 Min., ab 12. Mit Tilda Swinton, Elkin Díaz, Jeanne Balibar u.a. | 2. Woche

Seit Jessica (Tilda Swinton) bei Tagesanbruch von einem lauten Knall aufgeschreckt wurde, leidet sie unter Schlafstörungen. Immer wieder hört sie dieses bedrohliche Geräusch, das außer ihr sonst niemand wahrzunehmen scheint.

Sie reist ins kolumbianische Bogotá, um ihre kranke Schwester Karen zu besuchen. Dort versucht sie mithilfe eines Sounddesigners, dem mysteriösen Geräusch auf die Spur zu kommen und in Streifzügen durch die Stadt und Umgebung Klarheit zu finden. Sie freundet sich mit der Archäologin Agnès an, die menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden, untersucht. Jessica besucht Agnès an der Ausgrabungsstätte. Eine verborgene Ahnung, woher das Geräusch rühren könnte, wächst in Jessica heran.

Erzählt in meditativer Langsamkeit, Bild und Ton auf besondere Art und Weise eng miteinander verbunden, erzeugen nicht greifbare Ahnungen. MEMORIA ist eine geheimnisvolle, sinnliche Kinoerfahrung, ein Rausch für das Unterbewusstsein aus Erinnerungen, Träumen und Geschichten.

Der neue Film des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul (ONKEL BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE FRÜHEREN LEBEN, der 2010 die Goldene Palme in Cannes gewann).

"Eine emotional aufwühlende und intellektuell erfüllende Erfahrung." (New York Times)

Cannes 2021: Ausgezeichnet mit dem Preis der Jury.


FINAL ACCOUNT

So 14:45

Regie: Luke Holland, GB/US 2021, 95 Min., ab 12, Dokumentarfilm | 2. Woche

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Für Europa und die überlebenden Opfer des Faschismus ein Tag der Befreiung, für die deutschen Täter und Mitläufer ein Tag der Kapitulation.

FINAL ACCOUNT ist ein eindringliches Porträt der letzten lebenden Generation, die in Hitlers NS-Diktatur gelebt hat. Über zehn Jahre haben Regisseur Luke Holland und sein Filmteam Männern und Frauen mit verschiedenen Hintergründen − sowohl früheren SS-Mitgliedern als auch Zivilisten − Fragen zu Mitschuld, Täterschaft und Verantwortung gestellt.

250 Interviews später hat Holland mit FINAL ACCOUNT ein eindrucksvolles Zeitdokument geschaffen, das auf sehr direkte und persönliche Weise eine entscheidende Frage aufwirft: Wie konnte es dazu kommen, dass sich völlig normale junge Menschen an den Verbrechen der Nazis beteiligten?

Durch die Kombination aus ausführlichen Zeugenaussagen, bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und beeindruckenden aktuellen Aufnahmen zeigt Holland, wie sich moralische Normen auflösen und Verschwörungsmythen und Verdrängung das entstehende Vakuum füllen können. Die Protagonistinnen und Protagonisten des Films gehen allesamt unterschiedlich mit den realen Ereignissen der Vergangenheit um.

Fesselnd und verstörend zugleich.

Hier eine Rezension aus dem "Guardian", und hier aus der "jungen Welt".


DIE ZÄHMUNG DER BÄUME

So 14:30

Regie: Salomé Jashi, GE/DE 2020, 91 Min., o. A., Dokumentarfilm | 2. Woche

Ein Film wie ein Gedicht – eine Ode an die Rivalität zwischen Mensch und Natur.

Ein reicher, mächtiger Mann kauft hundertjährige Bäume, so hoch wie 15-stöckige Gebäude, lässt sie entlang der georgischen Küste bergen und sammelt sie in seinem Garten. In einem aufwändigen und teuren Verfahren werden die Bäume aus Gärten und Wäldern ausgegraben, auf riesige Laster geladen und ans Ufer befördert. Dort werden sie auf eine Fähre verfrachtet, die über das Schwarze Meer zum Garten des Mannes fährt.

Bäume begleiten Generationen von Menschen, ein 100-jähriger Baum 4 Generationen, ein 200-jähriger Baum 8 Generationen.  Deutschlands berühmteste Baumdenkmäler sind 500 bis 1.200 Jahre alt, entsprechen 20 bis 48 Generationen, die neben diesen Bäumen ihr Leben gelebt haben. Was es bedeutet, wenn ein über 100-jähriger Baum verkauft, ausgegraben, abtransportiert und über das Meer zu seinem Bestimmungsort, einem Privatpark, verschifft wird, ist schwer zu formulieren –  aber elementar einfach zu empfinden.

Salomé Jashi findet in ihrem Film Bilder, die uns tief im Unterbewussten bewegen. Wenn eine Dorfgemeinschaft dem verkauften Baum wie in einer Trauerprozession nachzieht, oder ein riesiger Baum auf einem Frachtkahn über das Meer geschoben wird. Eine Reflektion über unsere Zeit und über einen Kapitalismus im Endstadium, der buchstäblich alles zur Ware und Privateigentum macht.

Ausgezeichnet als Bester Dokumentarfilm, FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern 2021.

In Kooperation mit Slow Food Braunschweiger Land.


RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH

Tägl. 21:05 (außer Mo), 18:45 (außer Do), 16:30

Regie: Andreas Dresen, DE/FR 2022, 119 Min, ab 6. Mit Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kirik, Sevda Polat u.a. | 3. Woche

Murat ist weg. Inhaftiert im US-Gefangenenlager Guantanamo. Rabiye Kurnaz, Bremer Hausfrau und liebende Mutter, versteht die Welt nicht mehr. Geht zur Polizei, informiert Behörden und verzweifelt fast an ihrer Ohnmacht. Bis sie Bernhard Docke findet. Der zurückhaltende, besonnene Menschenrechtsanwalt und die temperamentvolle, türkische Mutter – sie kämpfen nun Seite an Seite für die Freilassung von Murat.

Papier ist geduldig, Rabiye ist es nicht. Eigentlich möchte sie nur zurück zur Familie in ihr Reihenhaus und wird doch immer wieder in die Weltgeschichte katapultiert. Sie zieht mit Bernhard bis vor den Supreme Court nach Washington, um gegen George W. Bush zu klagen. Bernhard gibt dabei auf sie acht. Und Rabiye bringt ihn zum Lachen. Mit Herz und Seele. Mit letzter Kraft. Und am Ende geschieht, was niemand mehr für möglich hält.

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH ist die siebte gemeinsame Arbeit von Andreas Dresen (Regie) und Laila Stieler (Drehbuch). Ein Film über Recht und Willkür. Ein Film über Menschen, die über sich hinauswachsen. Mit überwältigender Präsenz und erdigem Alltagswitz gibt Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz ihr deutsches Kinodebüt. Alexander Scheer spielt mit geduldiger Zurückhaltung den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. In weiteren Rollen agieren Charly Hübner, Nazmi Kirik und Sevda Polat.

Ausgezeichnet mit zwei Silbernen Bären bei der 72. Berlinale 2022: Bestes Drehbuch (Laila Stieler) und Beste Hauptrolle (Meltem Kaptan).

Ausgezeichnet vom Arthouse-Kinoverband AG Kino – Gilde e.V. mit dem Gilde Filmpreis für den besten Film im internationalen Wettbewerb der Berlinale 2022. 

Ein Interview mit Andreas Dresen finden Sie hier.


DIE WUNDERSAME WELT DES LOUIS WAIN

Sa 14:15

Regie: Will Sharpe, GB 2021, 111 Min., ab 12. Mit Benedict Cumberbatch, Claire Foy, Taika Waititi u.a. | 4. Woche

London, Ende des 19. Jahrhunderts: Der ebenso begnadete wie exzentrische Zeichner und notorische Einzelgänger Louis Wain (Benedict Cumberbatch) lebt zusammen mit seiner Mutter und seinen fünf Schwestern in einem turbulenten Haushalt, in dem es an nichts fehlt – außer an Geld. Als Mann der Familie ist es an ihm, diese zu ernähren, weshalb er nur widerwillig eine Stelle als Illustrator bei der Illustrated London News annimmt.

Eine Entscheidung, die sein Leben komplett verändert, denn seine Zeichnungen von Katzen werden weltberühmt. Doch damit nicht genug, Louis verliebt sich Hals über Kopf in die für seine Schwestern neu eingestellte Gouvernante Emily Richardsen (Claire Foy). Gegen alle Widerstände der Familie werden die beiden ein Paar. Alles scheint sich endlich zum Guten zu wenden, als ein Schicksalsschlag Louis vor eine ganz andere Herausforderung stellt….

Louis Wain – hinreißend schusselig gespielt von Superstar Benedict Cumberbatch („The Power of the Dog“, „Doctor Strange“) – gehörte seinerzeit zu den berühmtesten britischen Malern. Mit seinen Katzencomics, die sie in menschlichen Alltagssituationen zeigen, erlangte er Weltruhm. Die Liebe seines Lebens wird von Golden-Globe-Preisträgerin Claire Foy („The Crown“, „Aufbruch zum Mond“) gespielt.

Regisseur Will Sharpe („The Flowers“) der im Format 4:3 gedreht hat, lässt mit viel Liebe zum Detail eine viktorianische Zeit auferstehen, die visuell nicht bestechender sein könnte und setzt dem exzentrischen und liebenswerten Maler ein einzigartiges cineastisches Denkmal.

Vorschau

Ab 19. Mai: SECHS TAGE UNTER STROM - UNTERWEGS IN BARCELONA

Moha (Mohamed Mellali), Valero (Valero Escolar) und Pep (Pep Sarrà) leben in Barcelona und arbeiten in einem Installateursbetrieb. Wenn es mit irgendetwas Probleme gibt: Sie kommen zu ihren Kunden nach Hause und reparieren es.

Moha, der jüngste von ihnen, absolviert gerade eine einwöchige Probezeit, er soll Pep ablösen, der in Kürze in Rente geht. Trotz seiner Schüchternheit kommt er erstaunlich gut mit den Kunden zurecht – nur Valero hat ein Problem mit ihm. Und das nicht nur, weil er nach all den Jahren ein eingespieltes Team mit Pep ist.

Vielmehr stört ihn, dass Moha all das fehlt, was seiner Meinung nach ein erfolgreicher Installateur braucht. Und überhaupt: Ob die Kunden einen Marokkaner akzeptieren werden? Die Woche, in der die drei zusammen arbeiten, reicht vielleicht nicht, um Valero seine Vorurteile zu nehmen. Und in einer Woche schafft man es vielleicht auch nicht, Freunde zu werden. Eine Woche ist aber Zeit genug, um zu merken, dass es nur gemeinsam geht. Ein kleiner Schritt für einen Installateur, aber ein großer Schritt für die Menschheit…

Regisseurin Neus Ballús – deren Vater selbst Installateur ist – erzählt ihre Geschichte mit leisem, hintergründigem Humor und entwaffnender Leichtigkeit. So wie sie ihren Protagonisten von Kunde zu Kunde folgt und sich für die drei Installateure die Türen der Barceloneser Wohnungen öffnen, so eröffnet sich dem Zuschauer ein Blick auf die kleinen, tragikomischen Momente des Lebens.

Ausgezeichnet 2021 mit 5 katalanischen Gaudi Awards und 3 Filmpreisen beim Locarno International Film Festival 2021.


DOK am Montag: DAS REICHSFILMARCHIV - GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN INSTITUTION

Mo, 23.5., 19:00

In Anwesenheit des Regisseurs Dr. Heinrich Adolf

Das Reichsfilmarchiv wurde 1934 gegründet und existierte bis zum Ende des „Dritten Reichs“. Es setzte erste Maßstäbe für die Bewahrung von Filmen, die sichere Lagerung des damals hochexplosiven Filmmaterials und initiierte den internationalen Austausch der Filmarchive (FIAF).

Während des 2. Weltkriegs war es Teil der NS-Kriegspropaganda und Bestimmungsort für sogenannte „Beutefilme“. Zum Schutz vor Luftangriffen verlagerte man Teile des Archivs ab 1943 in einen Salzstock bei Helmstedt. Nach Kriegsende wurden seine Bestände in die Filmarchive der DDR und Bundesrepublik übergeben und nach der Wiedervereinigung wieder zusammengeführt.

Der Dokumentarfilm erzählt mit Hilfe von Zeitzeugen, Filmhistorikern und seltenem Archivmaterial die wechselvolle und spannende Geschichte einer deutschen Institution, in der sich die großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts spiegeln.

Hier zum Interview mit dem Regisseur.


Ab 26. Mai: ALLES IN BESTER ORDNUNG

Marlen (Corinna Harfouch) ist früher durch die Welt gereist, draußen strahlt sie, aber ihre Wohnung hat sie mit Gegenständen vollgestellt. Sie ist eine leidenschaftliche Sammlerin. Alles ist zu wertvoll, zu bedeutend, um es wegzuschmeißen. Fynn (Daniel Sträßer) dagegen will mit nur 100 Dingen durch die Welt gehen. „Ordnung ist das halbe Leben!“, sagt er. „Willkommen in der anderen Hälfte!“, antwortet sie.

Das ist der Humor und der Kampfstil, den sie von jetzt an pflegen. Marlen und Fynn – stärker könnten die Gegensätze nicht sein. Doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an... ALLES IN BESTER ORDNUNG ist eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig.

In ihrem Regiedebüt wirft die Schauspielerin und Drehbuchautorin Natja Brunckhorst (CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO, AMELIE RENNT) einen warmherzig-zärtlichen und humorvollen Blick auf die Phänomene der modernen Konsumgesellschaft. Indem sie eine Maximalistin und einen Minimalisten auf Kollisionskurs setzt, erzeugt sie komödiantische Reibungsfunken und regt zugleich zum Nachdenken an, über das Zuviel und Zuwenig.

Wie brandaktuell das Thema ist, lässt sich an der Flut der Aufräum- und Wegwerf-Ratgeber in den Buchläden und Bestsellerlisten ablesen und am wuchernden Wachstum des Dienstleistungssektors der Aufräumer*innen. Ein ernstes, oft auch delikates Thema, das Natja Brunckhorst in ihrem Debütfilm mit Charme und Humor behandelt.

Zu Gast am So, 29.5., 16:30: Regisseurin Natja Brunckhorst.

(Foto: Quelle: Farbfilm Verleih, DIF, © Regina Recht)


STEINEREI 2022

Sa, 28.5., 14:00 - 17:00

Die Steinerei ist ein seit 2005 jährlich an wechselndem Ort stattfindendes Festival, das die besten Brickfilme auf die große Kinoleinwand holt.

Brickfilme, das sind Kurzfilme, die im Stop-Motion-Verfahren, mit Klemmbausteinen wie z.B. Lego erstellt werden. Diese kennt man zumeist aus Videoportalen im Internet. Brickfilme sind längst nicht mehr nur kleine Filmchen, sondern teilweise aufwändige Produktionen, mit Special Effects und ausgefeiltem Drehbuch, die das „große Kino“ im Kleinformat bieten.

Gezeigt werden die besten Filme des Wettbewerbs, die jeweils eine Maximallänge von 06:30 Minuten haben. Nach jedem Film werden die Brickfilme von einer fachkundigen Jury kommentiert.

Am Ende der Veranstaltung vergibt das Publikum durch Abstimmung den Preis für den „Publikumsmagneten“.

Das Festival hat filmisch für jeden etwas zu bieten. Vom Kind bis zum Erwachsenen – Brickfilme mit ihren animierten Lego-Figuren ziehen jeden in ihren Bann.

Eintritt: 6,00 €


EXHIBITION ON SCREEN:

PISSARRO - VATER DES IMPRESSIONISMUS

Mo, 30.5., 19:00

Ohne Camille Pissarro gäbe es keinen Impressionismus in der Kunst. Er wird zu Recht als Vater des Impressionismus bezeichnet. 

Es war ein dramatischer Weg, den Pissarro beschritt, und in all der Zeit schrieb er ausgiebig an seine Familie. Diese intimen und aufschlussreichen Briefe sind es, die den Film über Pissarros Leben und Werk so fesselnd machen.

Der auf den Westindischen Inseln geborene Pissarro entdeckte als junger Mann in Paris seine Leidenschaft für die Malerei. Mit 43 Jahren trommelte er eine Gruppe begeisterter Künstler zu einem neuen Kollektiv zusammen. Ihre erste Ausstellung wurde von den Kritikern verhöhnt, aber die Gruppe hatte einen neuen Namen bekommen: die Impressionisten. Für die nächsten 40 Jahre war Pissarro die treibende Kraft hinter dem, was heute zur beliebtesten Kunstrichtung der Welt geworden ist.

Das Ashmolean Museum hat eine lange Tradition großartiger Ausstellungen. Als ältestes öffentliches Museum Großbritanniens überhaupt (es öffnete seine Türen im Mai 1683) beherbergt es eine ungeheuer reichhaltige Sammlung, darunter das bemerkenswerte Pissarro-Archiv. Mit exklusivem Zugang zum umfangreichsten Archiv eines impressionistischen Malers und zur ersten großen Pissarro-Retrospektive seit vier Jahrzehnten erkundet und beleuchtet dieser Film den so spannenden wie bedeutsamen Lebensweg und das Werk eines unglaublichen Künstlers.

Diese große neue Ausstellung im Ashmolean Museum in Oxford ist die erste große Retrospektive seit über 40 Jahren.

Cezanne nannte Pissarro »den ersten Impressionisten«.

Das Ashmolean Museum verfügt über ein enormes und unvergleichliches Archiv mit Pissarros Werken, Korrespondenz und mehr.

In Kooperation mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum.


Ab 2. Juni: DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT

Wo ist nur die Zeit geblieben? Julie wird bald dreißig und kann es kaum glauben.

Während ihr über zehn Jahre älterer Freund Aksel als erfolgreicher Comicbuch-Autor durchstartet, kann sie auf ihre abgebrochenen Studiengänge nicht wirklich stolz sein. Seriöser Familienplanung geht sie lieber aus dem Weg. Zu viel scheint für sie noch möglich. Was Julie eigentlich will? Zukunft, vermutlich, und eine glückliche bitte, wenn's geht. Nur wie ist das anzustellen?

Auf einer Hochzeitsparty trifft sie den charmanten Eivind – und für eine Nacht steht die Zeit still. Das muss Liebe sein. Zum ersten Mal ist sich die sonst so unentschlossene Julie einer Sache sicher. Jedoch fällt ihr die nahende Trennung von Aksel deutlich schwerer als gedacht. Ist Eivind wirklich der richtige Mann fürs Leben? Wieder meldet sich Julies wankelmütiges Wesen – sie ist einfach der hoffnungslos schlimmste Mensch der Welt, oder?

Ein Jahr nach dem fantastischen Kinoerfolg von DER RAUSCH beweist DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT einmal mehr, dass Skandinavien ganz großes Kino kann. Joachim Triers (REPRISE – AUF ANFANG/OSLO, 31. AUGUST) moderne Variante einer klassischen romantischen Komödie ist durchzogen von feinem Humor, grandiosem Herzschmerz und einem unverwechselbaren Gespür für knifflige Beziehungsdynamik.

Das umwerfende Darstellerensemble wird angeführt von Renate Reinsve, die für ihr elektrisierendes Spiel völlig zurecht den Preis als Beste Darstellerin in Cannes gewann.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 2.6., 19:00

Ella Carina Werner: DER UNTERGANG DES ABENDKLEIDES

Kann man mit vierzig Jahren noch eine Punkband gründen? Sind Viererbeziehungen nicht doch besser als Zweierbeziehungen? Muss man noch zelten, wenn man schon Geld hat? Und wann beginnt endlich die soziale Weltrevolution?

Das sind die Fragen, denen sich die Autorin Ella Carina Werner in ihren Geschichten stellt. "Wie Kafka nach einem guten Joint", schrieb "Spiegel Online" über ihr neues Buch "Der Untergang des Abendkleides", aus dem sie am heutigen Abend lesen wird. Auf eine Reportage über finnische Atomkraft oder die seltsame Art des dänischen Lastenradfahrens und die eine oder andere politische "Titanic"-Satire wird sich das Publikum ebenfalls freuen dürfen.

Ella Carina Werner wuchs in einem ostwestfälischen Dorf als Tochter eines Psychologen und einer Bauchtänzerin auf, was auf ihr Humorverständnis jedoch keinerlei Einfluss hat. Bis 2021 war sie Redakteurin des Satiremagazins "Titanic", dessen Herausgeberkreis sie mittlerweile angehört, und schreibt dort seither die Kolumne "Rosen in Beton". Sie veröffentlichte zahlreiche Quatschtexte u.a. in der "taz", dem "Missy Magazine" oder der "Frankfurter Rundschau" und ist Mitbegründerin und -organisatorin des "Diary Slam", bei dem Erwachsene aus ihren Jugendtagebüchern lesen.

(Foto: ©Julia Schwendner)

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


DOK am Montag: DER WALDMACHER

Mo, 6.6., 19:00

1981 kommt der Australier Tony Rinaudo als junger Agrarwissenschaftler in den Niger, um die wachsende Ausbreitung der Wüsten und das Elend der Bevölkerung zu bekämpfen. Radikale Rodungen haben das Land veröden lassen und einst fruchtbare Böden ausgelaugt.

Doch Rinaudos Versuche, die Wüste durch das Pflanzen von Bäumen aufzuhalten, scheitern, und nahezu alle seine Setzlinge gehen wieder ein. Doch dann bemerkt er unter dem vermeintlich toten Boden ein gewaltiges Wurzelnetzwerk – eine Entdeckung, die eine beispiellose Begrünungsaktion zur Folge hat und unzähligen Menschen neue Hoffnung schenkt.

Oscar®-Gewinner Volker Schlöndorff widmet seinen ersten Dokumentarfilm dem Lebenswerk von Tony Rinaudo, der seit Jahrzehnten gemeinsam mit afrikanischen Bauern eine simple Schnitttechnik praktiziert und verbreitet. In beeindruckenden Bildern lässt er die Zuschauer daran teilhaben, wie dank der Passion eines Mannes eine ganze Region wieder aufblüht.

Tony Rinaudo wurde 2018 für sein Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.


Ab 9. Juni: RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN

Ein komödiantisches Katz-und-Maus-Spiel bahnt sich an, als die Pilates-Trainerin Kathrin (Inka Friedrich) die Diagnose erhält, dass sie eine neue Niere braucht. Natürlich fragt sie als erstes ihren Mann Arnold (Samuel Finzi), ob er ihr eine von seinen spenden möchte – er käme mit der gleichen Blutgruppe als Spender doch schließlich in Frage.

Der ebenso erfolgreiche wie egozentrische Architekt zögert allerdings, seiner Frau mit dem lebenswichtigen Organ selbstlos zur Seite zu stehen. Die Liebe ist schon seit einiger Zeit abgekühlt, und ein neues architektonisches Großprojekt erfordert seine ganze Aufmerksamkeit. Die Situation spitzt sich zu, als sich der gemeinsame Freund Götz (Thomas Mraz) als Spender anbietet. Diese Selbstlosigkeit wiederum echauffiert dessen Ehefrau Diana (Pia Hierzegger).

Und so stehen bald zwei Ehen und die Freundschaft von vier Menschen auf der Kippe, als eine überraschende Wendung das Ganze abermals auf den Kopf stellt. Eine wunderbare Komödie des österreichischen Regisseurs Michael Kreihsl, die das Publikum mit der Frage konfrontiert: "Was würdest Du tun?".


DOK am Montag: FLY SO FAR

Mo, 13.6., 19:00

FLY SO FAR folgt Teodora Vázquez, der Sprecherin von "The Seventeen", einer Gruppe von Frauen, die wegen schwerem Mordes in El Salvador angeklagt sind, weil sie eine Fehlgeburt hatten. Der Film zeigt Teodoras Weg vom Gefängnis zur Aktivistin für Frauenrechte.

Als der Film beginnt, ist Teodora immer noch im Gefängnis und kämpft für ihre Freiheit. Nach fast elf Jahren Haft kommt sie dank der Hilfe der feministischen Bewegung und von Menschenrechtsorganisationen frei.

Stark und entschlossen kämpft sie weiterhin für die Freiheit der Frauen, die sich noch im Ilopango-Gefängnis befinden, sowie für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach ihrer Freilassung. Im Gefängnis warten die Frauen weiter darauf, dass ihre Urteile überprüft werden.

Der Film beleuchtet die Möglichkeiten des Widerstands durch kollektiven Kampf. Wir werden die Reise der Frauen von Opfern eines frauenfeindlichen und klassizistischen Systems, das Abtreibung unter allen Umständen kriminalisiert, zu Aktivistinnen, die für die Rechte der Frau kämpfen, genau verfolgen.

Wir werden die Frauen in ihrem täglichen Leben im Gefängnis sehen, ihre Zeugnisse hören und in einigen Fällen sehen, wie sie außerhalb von Gefängnisgittern wieder ins Leben zurückkehren. Neben ihrem Kampf werden wir die Argumente der konservativen Akteure zu hören bekommen, die das totale Abtreibungsverbot verteidigen.

FLY SO FAR ist eine Reflexion über ein System, das Frauen bestraft, aber auch über die Möglichkeiten von Empowerment und Widerstand, sowohl aus der Freiheit als auch aus dem Gefängnis.

in Kooperation mit dem Freundeskreis El Salvador und Amnesty International Braunschweig.


Ab 16. Juni: SCHMETTERLINGE IM OHR

Antoine (Pascal Elbé), ein gutaussehender Geschichtslehrer in seinen frühen Fünfzigern, ist Ignorant der Extrakasse, vor allem wenn es um Symptome des eigenen Alterns geht: Wortmeldungen seiner Schüler oder die Gefühlsage seiner Freundin – geht ihn nichts an. Sogar das morgendliche Schellen seines Weckers ignoriert er.

Seine neue Nachbarin Caire (Sandrine Kiberlain) treibt er mit ohrenbetäubendem Lärm in den Wahnsinn. Ihre Wutausbrüche perlen an Antoine gnadenlos ab – wie alles in dieser Welt. Erst als er in der Schule auch den Feueralarm ignoriert, ist Antoine gezwungen, sich der unangenehmen Tatsache zu stellen: Er ist so gut wie taub. Und das im besten Alter!

Mit dem Einsatz von Hörgeräten eröffnet sich ihm bald eine neue Welt, aber die bringt nicht nur Freude. Dieses Accessoire der Alten passt einfach nicht zu seinem Selbstverständnis als Mann. Noch schlimmer ist für ihn, dass er plötzlich alles mitbekommt, was er sonst entspannt ausblenden konnte. Seine demente Mutter, seine überforderte Schwester, die von ihm jahreang brüskierte Lehrerschaft – alles prasselt nun ungefiltert auf ihn ein.

Nur ein einziger Mensch bedrängt ihn nicht: Violette, die kleine Tochter Caires, die seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr spricht. Plötzlich nimmt er gegen seine Natur Anteil an anderen. Mehr noch: er verliebt sich in ihre Mutter. Aber Hörgeräte sind kein Garant für gute Verständigung. Denn die will gelernt sein...

Eine hinreißend turbulente Komödie über die Schwierigkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation und den betörenden Charme der Ignoranz. Getragen von der gnadenlosen Komik, die entstehen kann, wenn Menschen nonchaant aneinander vorbeireden, nähert sich Schauspieler und Regisseur Pascal Elbé spielerisch einem existentiellen Thema: dem Unabänderlichen im Leben und der Chancen, die darin liegen, die Herausforderungen anzunehmen.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 16.6., 18:00

Holger Reichard, Karsten Weyershausen: DIE ENTDECKUNG AMERIKAS

Für ihr Buch "Die Entdeckung Amerikas" trommelten die Herausgeber Holger Reichard und Karsten Weyershausen eine "All Star Band" (SUBWAY) zusammen, um amerikanische Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu feiern. Allerdings aus möglichst subjektiver Sicht.

Natürlich sind Namen wie Paul Auster, Raymond Chandler, Stephen King und Jack Kerouac dabei. Aber auch in unserem Sprachraum eher unbekannte Autorinnen, wie Tomi Adeyemi, Chimamanda Ngozi Adichie und Audrey Niffenegger tauchen auf. Ihr Fazit: "Unsere ersten Lieblingsbücher sind wie unsere erste Liebe: Andere Menschen mögen vielleicht über sie die Nase rümpfen; wir allerdings halten ihr die Treue. Zumindest eine Zeit lang."

Holger Reichard, geboren 1966, wohnt und arbeitet als freier Buchautor, Blogger und Webgestalter bei Braunschweig. Er ist Initiator und Mitautor des Literaturblogs wortmax und betreibt seit 2003 die deutschsprachige Website des US-Schriftstellers T.C. Boyle (www.tcboyle.de). Veröffentlichungen u. a. im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf (zuletzt erschien dort "Stadt. Land. Flucht. Kuhmist oder Kohlenmonoxid", 2015) und im WDR-Hörfunk.

Karsten Weyershausen lebt als freier Autor, Cartoonist und Illustrator in Braunschweig. Er arbeitet an Zeitschriften (u. a. "Nebelspalter", "Eulenspiegel") und Tageszeitungen mit und ist an diversen Ausstellungen beteiligt. Seine letzten Buchveröffentlichungen sind "Stadt. Land. Flucht. Kuhmist oder Kohlenmonoxid", (2015, zusammen mit Holger Reichard) und "Der finale Notausgang" (2020).

(Foto: Die Herausgeber Karsten Weyershausen (links) und Holger Reichard - ©Maic Ullmann)

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig

(Foto: Die Herausgeber Karsten Weyershausen und Holger Reichard - ©Maic Ullmann)


SOUND ON SCREEN:

TOTAL THRASH - THE TEUTONIC STORY

Do, 16.6., 19:30

Regie: Daniel Hoffmann, DE 2022, 107 Min.

Der Dokumentarfilm „TOTAL THRASH - THE TEUTONIC STORY“ zeigt in drei Kapiteln die Entwicklung des  musikalischen und kulturell extrem einflussreichen Genres „Thrash Metal“ in Deutschland. Der Fokus des Films spielt dabei in der Keimzelle des Genres - dem Ruhrpott.

Hier wollten viele Jugendliche Anfang der 80er Jahre "ausbrechen“ und ihren eigenen Weg finden. Die Flucht der Jugendlichen endete in der Musik. Diese sollte immer härter und extremer sein. Die ersten Gehversuche waren ohne Geld und musikalisches Können eher schwierig - der Zusammenhalt und die damit verbundene Kreativität der Szene einzigartig. Es entstand eine vielseitige Subkultur mit dem Zentrum Ruhrpott, Clubs und Konzerthallen wurden gefüllt und schon bald war der „Thrash Metal“ in aller Munde.

Während die musikalischen und kulturellen Einflüsse Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre den Höhepunkt erlebte, ging es mit der Szene Mitte der 90er Jahre deutlich bergab. Thrash Metal wurde kommerziell und die Szene brach regelrecht zusammen, Bands lösten sich auf und die kulturelle Landschaft veränderte sich deutschlandweit deutlich.

Seit Anfang der Jahrtausendwende erlebt das Genre eine bis heute anhaltende Renaissance. Bands wie Kreator, Sodom und Destruction haben heute internationales Ansehen erreicht. TOTAL THRASH soll einen breiten kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Einblick in 40 Jahre Musik-Geschichte geben. Der Film beleuchtet die Entwicklung des Szenegenres „Thrash Metal“ speziell in Deutschland und macht Sprünge zwischen Bands, Veranstaltern und Fans. 

In Kooperation mit dem Cafe Riptide und dem Braunschweig International Film Festival.


DOK am Montag: DIE AUTOBAHN - KAMPF UM DIE A49

Mo, 20.6., 19:00 - mit Gast und anschließendem Filmgespräch

Die Autobahn A 49 wird neu gebaut. Und das mitten in der Klimakrise. Die Trasse führt durch jahrhundertealte Wälder, vorbei an verschlafenen Dörfern. Über 600 Aktivisten haben in Dannenrod in Mittelhessen 7 "Barrios" mit bis zu 100 Baumhäusern in schwindelerregender Höhe gebaut. Die Räumung durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei steht unmittelbar bevor. 

In Planung ist die A 49 schon seit über 50 Jahren. Klagen, Kammmolche und schlicht fehlendes Geld des Bundes verhinderten über Jahrzehnte den Weiterbau der bei Kassel begonnenen Autobahn. Besonders entschiedene Gegner des Autobahn-Neubaus waren die GRÜNEN in Hessen. Sozusagen die DNA ihres Daseins war der Protest dagegen. Und nun muss ausgerechnet der grüne Verkehrsminister, nämlich Tarek Al-Wazir, diesen Autobahnbau mit seiner schwarz-grünen Landesregierung politisch durchsetzen.

Im Dorf Wiera, 16 Luftkilometer vom besetzten Wald in Dannenrod entfernt, wird schon gerodet. Jeder 25. dort gefällte Baum gehört dem Produzenten Klaus Stern. Die Autobahn wird demnächst nur 700 Meter an dem Bauernhof seiner Eltern vorbei führen. Klaus Stern und Frank Pfeiffer begleiten Befürworter der Autobahn, langjährige entschiedene Gegner und Besetzer, adlige Waldbesitzer, Polizisten und Minister während des Rodungs- und Bauprozesses. 

Wie der Kampf um den Bau einer Autobahn die Gesellschaft spaltet.


Ab 23. Juni: ELVIS

Mit ELVIS erscheint das neueste Filmdrama des visionären Filmemachers und Oscar®-Kandidaten Baz Luhrmann ("Moulin Rouge!", "Romeo & Julia"). In den Hauptrollen sind Austin Butler und Oscar-Preisträger Tom Hanks zu sehen.

Der Film beleuchtet das Leben und die Musik von Elvis Presley (Butler) im Kontext seiner komplizierten Beziehung zu seinem rätselhaften Manager, Colonel Tom Parker (Hanks). Die Geschichte befasst sich mit der über 20 Jahre andauernden komplexen Dynamik zwischen den beiden Männern – von Presleys Aufstieg bis hin zum beispiellosen Starkult um seine Person. Im Mittelpunkt dieser filmischen Reise steht eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen in Elvis’ Leben, Priscilla Presley (Olivia DeJonge).

ELVIS wird im Wettbewerb des Festivals von Cannes 2022 gezeigt.

"Es gab schon ein halbes Dutzend Biopics über den Rock’n’Roll-König, sie hießen 'Heartbreak Hote', 'Protecting the King' oder 'Elvis & Nixon'. Aber so ambitioniert wie das Porträt des australischen Regisseurs Luhrmann, der sich nach seiner Romanverfilmung 'The Great Gatsby' (2013) jahrelang diesem Projekt widmete, war noch keins." (Der Tagesspiegel)


DOK am Montag: EL ENTUSIASMO

Mo, 27.6., 19:00

Regie: Luis E. Herrero, ES 2018, 80 Min., Spanisch/Katalanische OmdU, FSK: noch offen

1975 starb Europas letzter faschistischer Diktator: Francisco Franco. Sein Tod machte in Spanien den Weg frei für eine aufbegehrende Jugend, die vieles nachzuholen hatte. Aber auch die exilierten Kämpfer aus dem Spanischen Bürgerkrieg kehrten zurück. In dieser Phase der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur zur bürgerlichen Demokratie, schien alles möglich – selbst der Traum, die anarchistische Revolution von 1936 zu vollenden.

Der Film legt den Fokus auf Francos erbittertste Gegner: die Anarchisten und Syndikalisten. Ihre Organisation, die Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), bis zum Sieg Francos ein entscheidender Faktor in der spanischen Gesellschaft, erlebte eine Renaissance.

In nur zwei Jahren wurde aus einer klandestinen Untergrund-Organisation wieder eine Massenbewegung. Sie organisierte Versammlungen mit hunderttausenden Teilnehmern, Libertäre Tage, Streiks und Widerstand gegen den neuen liberalen Kapitalismus. Schnell zerrieb sich dieser Aufbruch allerdings nicht nur in internen Konflikten, sondern wurde auch massiv durch geheimdienstliche Interventionen sabotiert. EL ENTUSIASMO ist auch die Geschichte einer Niederlage.

Zu Gast: Produzent Javier Rueda.


Nähere Informationen zu Programm und Anmeldung folgen in Kürze.


Ab 30. Juni: DER BESTE FILM ALLER ZEITEN

Als ein milliardenschwerer Unternehmer impulsiv beschließt, einen unvergesslichen Film zu drehen, ist nur das Beste gut genug.

Die exzentrische Filmemacherin Lola Cuevas (Penélope Cruz) wird rekrutiert, um bei diesem ehrgeizigen Unterfangen Regie zu führen. Vervollständigt wird das All-Star-Team durch zwei Schauspiel-Legenden mit enormem Talent, aber noch größeren Egos: Hollywood-Frauenschwarm Félix Rivero (Antonio Banderas) und das Enfant Terrible der Theaterwelt Iván Torres (Oscar Martínez), die gegensätzlicher nicht sein könnten.

Beide sind Legenden – und einander nicht gut gesonnen. Um die Dreharbeiten nicht zu gefährden, stellt Lola die beiden auf immer exzentrischere Proben. Félix und Iván müssen sich nicht nur den Fallstricken ihrer Eitelkeit stellen, sondern auch ihrem eigenen Vermächtnis.

Ausnahmeschauspieler Penélope Cruz und Antonia Banderas gemeinsam in einem Film - ein großartiges Kinovergnügen!


EXTRA: DARK GLASSES

Sa, 2.7., ca. 23:30

Schrecken macht sich breit, als eine brutale Mordserie das sommerliche Rom in Atem hält: Ein bestialischer Killer hat es auf Edelprostituierte abgesehen, die er mit einer Cellosaite stranguliert.

Als die Sexarbeiterin Diana in sein Visier gerät, überschlagen sich die Ereignisse. Bei dem verzweifelten Versuch, dem Mörder zu entkommen, gerät sie in einen schweren Verkehrsunfall, bei dem sie ihr Augenlicht verliert. Außer ihr überlebt lediglich der junge Chin, dessen Eltern bei dem Unfall sterben. Während Diana sich langsam an die Dunkelheit gewöhnt, stellt ihr der Killer weiter nach. Gemeinsam mit Chin und ihrem Blindenhund nimmt Diana den ungleichen Kampf mit dem brutalen Psychopathen auf.

Zehn Jahre nach seinem letzten Film liefert Kultregisseur Dario Argento mit DARK GLASSES – IM AUGE DES TODES einen blutigen Horrorthriller ganz im Stile seiner alten Giallo-Meisterwerke. Neben seiner Tochter Asia Argento glänzen Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang als ungleiches Duo, das sich notgedrungen einem erbarmungslosen Serienmörder stellen muss. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der 72. Berlinale war Argentos neuer Geniestreich schließlich auch auf dem Fantasy Filmfest zu sehen.

In Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival.


Ab 7. Juli: RIFKIN'S FESTIVAL

Der New Yorker Filmdozent und gescheiterte Autor Mort Rifkin (Wallace Shawn) begleitet seine Frau Sue (Gina Gershon) zu den Filmfestspielen in San Sebastián, wo sie für die PR des gefeierten französischen Regisseurs Philippe (Louis Garrel) zuständig ist. Mort kann ihn genauso wenig leiden wie seine Filme und hegt den Verdacht, dass seine Frau eine Affäre mit ihm hat.

Geplagt vom Stress, den diese Vermutung mit sich bringt, entwickelt sich Mort allmählich zum Hypochonder. Er sucht immer wieder die Praxis der schönen Ärztin Jo (Elena Anaya) auf, und das bald nicht mehr nur wegen seiner vorgeblichen Gebrechen...

Woody Allens neue Komödie, voller Esprit und Melancholie, ist besetzt mit amerikanischen und europäischen Stars: Christoph Waltz, Gina Gershon, Louis Garrel, Wallace Shawn, Steve Guttenberg.


SOUND ON PAPER Vol. 2 - Lesung im Kinobistro „abspann“

Do, 7.7., 19:00

Dietmar Sous: EINE ELEKTRISCHE GITARRE VON NECKERMANN

"Dietmar Sous ist einer der eigenwilligsten Autoren der Gegenwart und hat sich als Chronist proletarischer Lebensläufe in der Provinz profiliert", lobt der Kritiker Denis Scheck. "Sous gelingt es", schließt sich der Germanist Werner Jung den Hymnen an, "in kurzen lakonischen Sätzen ein großes Panorama in einer kleinen Welt zu entfalten."

Recht haben die beiden – gebt dem Mann endlich Preise! In Sousʼ Romanen und Erzählungen spielt Rockmusik als Stimmungsaufheller, Symbolgeber und Handlungsbeschleuniger immer wieder eine wesentliche Rolle. In "San Tropez" tritt sogar ein gewisser David Gilmour auf. Sous liest an diesem Abend die einschlägigen Stellen und nimmt das Publikum mit auf eine kurzweilige Tour de Force durch sein erzählerisches Werk der letzten Jahre.

Dietmar Sous, 1954 in Stolberg (Rheinland) geboren, überlebte dort eine Leistenbruchoperation und das altsprachliche Goethe-Gymnasium. In der Fußballsaison 1968/69 war er zunächst Torwart der Jugendmannschaft des FC Breinigerberg, wurde aber nach einer Pannenserie ins Mittelfeld strafversetzt. Nach dem Abitur 1973 arbeitete er im Tiefbau und in Fabriken. Anschließend leistete er 16 Monate lang Zivildienst als Krankenpfleger.

Mit 27 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman "Glasdreck". Seither folgten zahlreiche Veröffentlichungen von Erzählungen und Romanen. Seine letzten drei Romane "Roxy", "San Tropez" und "Bodensee" erschienen im Transit Verlag.

Eintritt: 8,- € (Vorverkauf über die Kinokasse, Restkarten Abendkasse)

Moderation: Frank Schäfer

Mit Unterstützung des Raabe-Haus:Literaturzentrums der Stadt Braunschweig


Ab 14. Juli: CORSAGE

Weihnachten 1877. Es ist der 40. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth von Österreich (Vicky Krieps). In ihrer Rolle als Repräsentantin an der Seite ihres Mannes Kaiser Franz Josef darf sie keine Meinungen äußern, sondern muss für immer die schöne junge Kaiserin bleiben.

Um dieser Erwartung zu entsprechen, hält sie an einem rigiden Plan aus Hungern, Sport, Frisieren und täglichen Messungen der Taille fest. Doch Elisabeth ist eine wissbegierige und lebenshungrige Frau, deren Widerstand gegen das überlebensgroße Bild ihrer selbst wächst und die nicht länger in einem höfischen Korsett leben will.

Mit CORSAGE gelingt der Wiener Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Kreutzer (DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN, WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT?) die Neuerfindung der „Sissi”. Angelehnt an der historisch gut dokumentierten Biografie der berühmten Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn entblättert die Filmemacherin Schicht um Schicht den fragilen Seelenzustand der Monarchin und schenkt ihr das Narrativ einer furchtlosen, radikalen Frau.

Kreutzer gelingt mit tiefer Empathie für die ikonische Kaiserin die Darstellung ihres Wandlungsprozesses zu einem freien Menschen, der sich von jedem Status, jeder Körperlichkeit und Erwartungsdruck löst. Unerschrocken und gleichzeitig mit großer Leichtigkeit traumwandelt die Schauspielerin Vicky Krieps (DER SEIDENE FADEN, OLD) als Elisabeth durch eine misogyne, feindselige Welt, in der sie sich unter den Augen der Öffentlichkeit und ihrer Familie ihren neuen Platz im Leben sucht.

Zum ersten Mal in der deutschen Filmgeschichte wird Kaiserin Elisabeth somit ein authentischer Mensch und eine Frau, die auf einmal nahbar und nachvollziehbar wird.


Ab 21. Juli: MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST

Monsieur Claudes Spaziergänge durch sein Heimatstädtchen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Er und seine Frau Marie sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn!

Deren Gezänk über Äpfel, die auf Petersilie fallen, das jüdische Zuckerfest, die arabische Grillparty und die Vernissagen der Eingeweide-Malerei seiner Tochter Segolène entlocken Monsieur Claude ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden.

Indes fragt sich Marie, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn ihr 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will beschworen sein. Claude verspricht ein romantisches Abendessen à la francaise und ahnt nicht, dass die Töchter still und heimlich sein persönliches Armageddon planen: eine XXL-Familienfeier mit allen Schwiegereltern aus der ganzen Welt, bei der Claude und Marie ihr Eheversprechen erneuern sollen.

Während die Töchter inklusionssensible Hochzeitspläne schmieden, zeichnet sich am Horizont ein Massaker der interkulturellen Gehässigkeiten ab, das selbst Monsieur Claudes Erregungsskurve in den Schatten stellt...

Monsieur Claude, der Meister der formvollendeten Zerknirschung, ist zurück! Keiner beherrscht die Kunst der gerümpften Nase so unterhaltsam wie er: Christian Clavier brilliert in seinem langerwarteten neuen Leinwandabenteuer in der Königsklasse interkultureller Diplomatie: dem Großfamilienfest. MONSIEUR CLAUDE UND SEIN GROSSES FEST ist genau das: ein Fest der Situationskomik, voller Esprit und Dialogwitz, eine Kinokomödie, wie sie sein muss – mitreißend, sympathisch und vor allem extrem witzig.


DOK am Montag:

WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN

Mo., 1.8., 19:00

Regie: Erec Brehmer, DE 2021, 81 Min

Für den Filmemacher Erec Brehmer bricht eine Welt zusammen, als seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall stirbt.

Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben.

Eine Geschichte über Identität nach dem Verlust eines geliebten Menschen.

Screening mit anschließendem Filmgespräch. Zu Gast: Regisseur Erec Brehmer


DOK am Montag:

DER LAUTE FRÜHLING - GEMEINSAM AUS DER KLIMAKRISE

Mo, 8.8., 19:00

Seit Beginn der UN-Klimakonferenzen 1992 sind die jährlichen CO2 Emissionen nicht gesunken, sondern um 60% gestiegen. Warum? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die in der Lage wäre, den Klimawandel einzudämmen?
In der Klimabewegung setzt sich zwar mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Kapitalismus und Klimaschutz unvereinbar sind, es fehlt aber eine Vorstellung davon, wie wir einen Systemwandel herbeiführen können. Der laute Frühling skizziert, wie die tiefgreifende Veränderung, die wir brauchen, aussehen könnte.

In einer Situation, in der das öffentliche Bewusstsein für die drastischen Konsequenzen des Klimawandels rapide wächst, lenkt der Film die Aufmerksamkeit auf den Elefanten im Raum: Woher kommt die politische Macht, die Dinge tatsächlich zu ändern?

Regisseurin und Produzentin Johanna Schellhagen stellt in DER LAUTE FRÜHLING die Frage, was zu tun ist, um Barbarei, Chaos und massenhaften Hunger in der sich entfaltenden Klimakatastrophe einzudämmen. Umgesetzt wurde der Film von labournet.tv. Das Berliner Frauenkollektiv produziert und sammelt Filme über Streiks und Arbeitsbedingungen weltweit und stellt sie auf labournet.tv zur Verfügung. Dadurch entsteht ein audiovisuelles Archiv aktueller und historischer Arbeitskämpfe, das diese wichtigen Erfahrungen von Solidarität und Organisationsmacht auffindbar macht.

Auf der visuellen Ebene arbeitet DER LAUTE FRÜHLING mit einem spannenden Stil-Mix aus Dokumentaraufnahmen und Animationen. Letztere stammen aus der Feder der erfolgreichen „Graphic Novel“-Zeichnerin Lee Lai.


DOK am Montag:  UNSERE HERZEN - EIN KLANG

Mo, 26.9., 19:00

Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft.

UNSERE HERZEN, EIN KLANG geht diesem Zauber nach. Der Film begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, die aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen.

Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten.

Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird.

Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit UNSERE HERZEN, EIN KLANG eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet.

Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt.


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