Filmreihe: Femmes Totales

"Femmes Totales - Filme von Frauen" wurde ins Leben gerufen, um unter dem Motto “Was Kino sein kann” zeitgenössisches Kino von Frauen auf die Leinwand zu bringen. Obwohl es einige Ausnahmen (wie zuletzt "Toni Erdmann" von Maren Ade) gibt, sind Werke von Frauen im Kino leider immer noch Mangelware.

Die Gründe für diesen Misstand sind mannigfaltig und liegen u.a. in den Förderstrukturen begründet, aber auch in Vorurteilen, wie der Annahme, dass Regisseurinnen nicht mit einem Millionenbudget umgehen könnten. Auch das Klischee, dass Frauen keine Thriller oder Actionfilme machen können, hält sich hartnäckig. Dabei ist Kino von Frauen genauso spannend, abwechslungsreich und unterhaltsam wie das ihrer männlichen Kollegen.

In unserer Reihe "Femmes Totales" zeigen wir fünf vielfach ausgezeichnete Werke von Frauen, die als Thriller, Komödie oder gesellschaftskritische Dokumentation die ganze spannende Bandbreite widerspiegeln, die Kino von Frauen sein kann.


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NULL MOTIVATION

Mi, 29.3., 19:00 + Mi, 5.4., 19:00

Regie: Talya Lavie, ISR 2014, 100 Min., ab 12 J., OmU
Darsteller: Dana Ivgy, Nelly Tagar, Shani Klein u.a.

Willkommen in der Armee! Zohar and Daffi leben ihren Pflichtdienst beim israelischen Militär voller Motivation absolut unmotiviert aus. Von Action ist weit und breit nichts zu sehen und jeglicher Respekt fehlt ihnen sowieso. Den Alltag inmitten von staubigem Wüstensand und bürokratischen Papierbergen verbringen sie mit Computerspielen und Tackerattacken. Viel lieber würden die besten Freundinnen stattdessen in Tel Aviv das Leben genießen. Ihrer übermotivierten Chefin Rama sind die beiden ein Dorn im Auge, denn schließlich sollte auch beim Kaffeekochen und Schreddern höchste militärische Haltung bewiesen werden. Als jedoch Daffis Wunsch von der Versetzung in greifbare Nähe rückt und Zohar sich verliebt, kennt der Wahnsinn kein Halten mehr.

"Null Motivation", der Hit des Tribeca Filmestivals, ist eine Komödie voll subtiler Zwischentöne über die Absurdität des Militärdienstes und des Lebens an sich. Es ist der satirische Blick der Regisseurin auf ihre eigenen Erfahrungen beim israelischen Militärdienst: “Wie die meisten Frauen dort mussten wir nie unser Leben riskieren. Aber wir liefen auf jeden Fall Gefahr, an Langeweile zu sterben.” Gleichzeitig erzählt ihre Geschichte vom ganz alltäglichen Drama im Leben junger Frauen.

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GIRLS DON'T FLY - TRÄUME VOM FLIEGEN

Mi, 12.4., 19:00 + Mi, 19.4., 19:00

Regie: Monika Grassl, D/ A 2016, 89 Min., o.A.

In Ghana eröffnet die erste und einzige Flugschule für Mädchen. Die Schülerinnen kommen vom Land und hatten bisher keine großen Chancen im Leben. Die meisten von ihnen haben keinen Zugang zu Bildung und können von der Zukunft nicht mehr erwarten, als ein einfaches Leben voll harter Arbeit. Jetzt steht ihnen scheinbar der Himmel offen und die Möglichkeit auf ein anderes Leben ist zum Greifen nahe. Voller Freude und Dankbarkeit treten die Mädchen die Ausbildung des Engländers Jonathan an. Dieser hat bereits Lydia unter seine Fittiche genommen, die seit einem Insektenstich in ihrer Kindheit mit einer Fehlstellung ihrer Hand leben muss. Motivation und Ehrgeiz haben sie aber nie verlassen und so beeindruckt Lydia nicht nur ihre Mitschülerinnen mit ihrem Lebensmut. Doch schon bald zeigen sich Jonathans rigide Ausbildungsmethoden. Er arbeitet mit ganz eigenen Vorstellungen, die stark an frühere Strukturen erinnern. Die jungen Frauen werden vor eine schwierige Entscheidung gestellt.

Monika Grassl präsentiert in ihrer überraschenden Dokumentation beeindruckende junge Frauen, die lernen müssen, nicht nur für ihre Zukunft sondern auch für sich selbst zu kämpfen. Der Dokumentarfilm-Gewinner des Festival Max-Ophüls-Preis zeigt, wie komplex und facettenreich “Hilfe zur Selbsthilfe” sein kann und unterwandert am Ende sämtliche Erwartungen.

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YULAS WELT

Mi, 26.4., 19:00 + Mi, 3.5., 19:00

Regie: Hanna Polak, DK/ PL 2014, 89 Min., ab 12 J., OmU

Yula wünscht sich nichts mehr, als ein normales Leben zu leben. Ihre Realität ist allerdings sehr trostlos: Sie lebt mit ihrer Mutter in der eigentlich verbotenen Zone von Svalka, der größten Müllhalde Europas, nur 20 km vom Kreml entfernt. Dort versucht sie, inmitten von Dreck und Elend zu überleben, aber gleichzeitig auch ein ganz normaler Teenager zu sein. Zwischen Müll, Gewalt und gepantschtem Alkohol erlebt sie die erste Liebe mit all ihren Folgen. Gleichzeitig muss sie sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern und dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren, Svalka irgendwann verlassen zu können. Während all dem fasziniert Yula durch ihre Unbeschwertheit und den Lebensmut, die sie trotz aller Schrecken nie verliert.

Hanna Polak hat Yula 14 Jahre lang mit der Kamera begleitet. Sie erzählt ihre unvorstellbare Geschichte mit packender Unmittelbarkeit und voller Feingefühl. Dabei ist ein universeller Film über das Erwachsenwerden entstanden, der von Hoffnung, Mut und Lebensfreude inmitten schwierigster Umstände erzählt.

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