Cinéfête 18/ 2017

Ob Drama, Komödie, Abenteuer- oder Animationsfilm, Dokumentarfilm – Das französische Jugendfilmfestival Cinéfête richtet sich an ein Publikum jeden Alters und Sprachniveaus.

Vom 16. bis 22. November 2017 präsentieren wir im Universum Filmtheater für Schulklassen und für unser Kinopublikum acht französische Filme in Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Schülerinnen und Schüler zahlen günstige 3,50€. Lehrerinnen und Lehrer, die als verantwortliche Aufsichtspersonen Ihre Klassen begleiten, erhalten freien Eintritt.

Das Anmeldeformular zum Download finden Sie hier.

Pädagogisches Begleitmaterial finden Sie hier.


Ihre Anmeldung nehmen Sie bitte mit dem Anmeldeformular per Fax oder per E-Mail an info@universum-filmtheater.de vor.

Sie möchten mit Ihrer Klasse lieber eine Nachmittagsvorstellung besuchen? Sprechen Sie uns an, um gemeinsam einen geeigneten Termin zu vereinbaren.

Wir wünschen allen kleinen und großen Filmliebhabern schon jetzt viel Vergnügen im Universum Filmtheater.


UNSER PROGRAMM:

Do, 16.11.Fr, 17.11.Mo, 20.11.Di, 21.11.Mi, 22.11.
MA VIE DE COURGETTE
10:0010:00
FRANTZ
11:30
10:30
JAMAIS CONTENTE

10:00
10:30

QUAND ON A 17 ANS

11:45

11:30
MERCI, PATRON!
10:30
10:00

LES MALHEURS DE SOPHIE
10:3011:45

LE CIEL ATTENDRA
10:30
11:45
SWAGGER10:00

MA VIE DE COURGETTE - MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI

Do, 16.11., 11:30 + Mi, 22.11., 10:30

Regie: Claude Barras, F/CH 2016, 66 Min., o.A.
Animationsfilm, empfohlen für Grundschule 3.-4. Klasse, Sekundarstufe I 5.-8. Klasse

Schon Albert Einstein wusste, "Wenn du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor". Noch heute sind Märchen ein wichtiges Werkzeug, um den Intellekt und die Fantasie von Kindern anzuregen. Dabei muss man sich nicht auf die Klassiker der Gebrüder Grimm beschränken, wenn man Filme wie "Ma vie de Courgette" zur Verfügung hat. Claude Barras erzählt uns durch die Linse einer bunten, Stop-Trick-animierten Welt die Geschichte von Icare, der in einem Waisenheim landet und dort mit den anderen Kindern auskommen muss. Dies gestaltet sich allerdings nicht so schwer, jedenfalls im Fall der hübschen Camille.

"Ma vie de Courgette" hat eine lange und beeindruckende Liste an Erfolgen aufzuweisen. Darunter eine Nominierung für den Oscar als besten animierten Film. Oder zwei Césars für Film und Drehbuch. Oder ein überwältigend positiver Konsens der Filmkritiker weltweit. Am meisten sticht jedoch Barras' feinfühliger Umgang mit großen Emotionen heraus, egal ob sie schön oder unschön sind


FRANTZ

Do, 16.11., 11:30 + Mi, 22.11., 10:30

Regie: François Ozon, F/D 2016, 113 Min., ab 12 J., OmU
Drama, empfohlen für Sekundarstufe II 11.-13. Klasse, Sekundarstufe I 9.-10. Klasse

In der deutsch-französischen Koproduktion begibt sich Regisseur Ozon ("8 Frauen") an den Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer gesagt ins Deutschland des Jahres 1919. Dort trifft die junge Anna auf den geheimnisvollen Franzosen Adrien. Beide trauern um Frantz, der im Grande Guerre gefallen ist. Für Anna war Frantz ein geliebter Verlobter, für Adrien ein enger Freund. Allmählich, verbunden durch ihre Trauer, nähern die Beiden sich an. Je intimer das Verhältnis zwischen Adrien und Anna wird, desto offensichtlicher wird auch die Erkenntnis, dass Adrien ein dunkles Geheimnis hütet.

Der Erste Weltkrieg war für die europäische Bevölkerung ein tiefer Einschnitt. Nicht umsonst ist "La Grande Guerre" das Synonym, das man dem Krieg in Frankreich gegeben hat. 100 Jahre nach Ende des Krieges gedenkt François Ozon mit seinem charaktergetriebenen Drama in stilvollen, schwarzweißen Bildern der damaligen Gesellschaft und den verheerenden Konsequenzen, die Krieg auf die menschliche Seele und das kollektive Leben hat.

ACHTUNG, Liebe Lehrer: "Frantz" ist in großen Teilen ein deutschsprachiger Film, der inhaltlich jedoch sehr eng mit der französischen Geschichte verbunden ist und sich daher gut als Grundlage für den Französischunterricht anbietet.


MERCI, PATRON!

Do, 16.11., 10:30 + Mo, 20.11., 10:00

Regie: François Ruffin, F/BEL 2016, 84 Min., o.A., OmU
Dokumentarfilm, empfohlen für Sekundarstufe II 11.-13. Klasse, Sekundarstufe I 9.-10. Klasse

Profitsucht, Ausverkauf, Outsourcing, Lohn-Dumping. Alle diese Begriffe sollten im alltäglichen Gespräch eigentlich nicht vorkommen, ungeachtet dessen haben sie sich in den letzten Jahren virusartig ausgebreitet. Als die Arbeitsstellen von Jocelyn und Serge Klur nach Polen ausgelagert werden, reagiert das Ehepaar allerdings mit einem hallenden "Non!". Zusammen mit Dokufilmer François Ruffin machen die Beiden sich auf die Suche nach Antworten auf diverse Fragen.

Warum ziehen die Jobs weg? Warum werden die Existenzen von Familien gefährdet? Wann ist die Marge groß genug? An der Oberfläche ist die Kampagne der Klurs gegen Bernard Arnault, einen der reichsten Franzosen, ein amüsantes Spektakel, das an die Filme von Michael Moore erinnert. Darunter ist "Merci, Patron!" ein erfolgreiches und durchaus effizientes politisches Werkzeug, das mit dem Aufstieg einer französischen Protestbewegung seit dem Frühjahr 2016 in Verbindung gebracht wird. In jedem Fall ein eindrucksvolles Beispiel für die mannigfaltigen Wellen, die ein (Dokumentar-) Film schlagen kann.


JAMAIS CONTENTE

Fr, 17.11., 10:00 + Di, 21.11., 10:30

Regie: Émilie Deleuze, F 2016, 90 Min., o.A., OmU
Drama/ Komödie, empfohlen für Sekundarstufe I 5.-10. Klasse

Eigentlich genügt der Titel ("nie zufrieden") des Films bereits als Beschreibung. Aurore ist gerade mal 13 Jahre alt und alles nervt sie. Ihre Eltern, ihre Freunde, ihre Geschwister, ihre Band und sogar sie selbst. Das Leben ist nunmal nicht leicht, vor allem nicht mit 13. Umso aufschlussreicher ist dieser Blick in den Kopf einer intelligenten, schlagfertigen jungen Frau.

Nicht nur für die zahlreichen Jugendlichen, die sich ohne Zweifel mit Aurore identifizieren können. Auch für ältere Zuschauer, die eigene Erinnerungen an diese Lebensphase entweder erfolgreich verdrängt haben oder noch immer an ihnen hängen. Gemeinsam nehmen wir an Aurores Leben teil und beobachten sie dabei, wie sie ein Ventil für ihre Emotionen und Gedanken sucht. Wertvolle Lektionen verstecken sich in Émilie Deleuzes Film über eine Teenagerin. Lektionen, für die man nie zu alt sein kann.


QUAND ON A 17 ANS - MIT SIEBZEHN

Fr, 17.11., 11:45 + Mi, 22.11., 11:30

Regie: André Téchiné, F 2016, 116 Min., o.A., OmU
Drama, empfohlen für Sekundarstufe II 11.-13. Klasse

In der kommenden Saison wird die Cinéfête um einen echten Berlinale-Veteranen bereichert. Immerhin ist André Téchiné, der seit den späten 60ern Filme macht, mit "Quand on a 17 ans" bereits zum dritten Mal im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten gewesen. Téchiné behandelt in knapp zwei Stunden Themen, die unterschiedlicher und universeller nicht sein könnten.

Mit Damien und Thomas stellt er zwei junge Männer in den Mittelpunkt, die sich den anspruchsvollen Aufgaben des Erwachsenwerdens stellen müssen. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, müssen die beiden Jungs, die sich eigentlich überhaupt nicht leiden können, zusammenziehen und ihre Differenzen früher oder später aus dem Weg räumen. Pubertät und seelisches Wachstum sind ein komplexes Themengebiet, zu dem jeder seinen/ihren eigenen Bezug hat. Téchinés Interpretation der Materie wurde von der Kritik weltweit gefeiert und ist eine ebenso präzise wie subtile Studie des modernen Erwachsenwerdens.


LES MALHEURS DE SOPHIE

Fr, 17.11., 10:30 + Mo, 20.11., 11:45

Regie: Christophe Honoré, F 2016, 106 Min., o.A., OmU
Komödie, empfohlen für Grundschule 1.-4. Klasse, Sekundarstufe I 5.-10. Klasse

Sophie de Réan ist ein neugieriges Mädchen voller Energie und Lebenslust. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Cousin Paul lebt sie in einem malerischen Chateau und verbringt ihre Tage damit, die umliegenden Schlossgärten zu erkunden. Ein Abenteuer braut sich zusammen, als Sophies Eltern sich entscheiden, in die USA zu ziehen.


LE CIEL ATTENDRA - DER HIMMEL WIRD WARTEN

Mo, 20.11., 10:30 + Di, 21.11., 11:45

Regie: Marie-Castille Mention-Schaar, F 2016, 105 Min., o.A., OmU
Drama, empfohlen für Sekundarstufe II 11.-13. Klasse

Es ist ebenso absurd wie erschreckend, wenn europäische Teenager sich bereit erklären, in den Nahen Osten zu gehen und dort den Heiligen Krieg zu kämpfen. Ein psychologischer Prozess, der für den Rest von uns nicht erklärbar oder verständlich ist. Umso wichtiger ist es, dass Marie-Castille Mention-Schaar Wahrheit und Motivation im Film sucht.

Die Regisseurin, die bereits mit "Les Héritiers" in der Cinéfête vertreten war, steckt sich mit "Le Ciel attendra" erneut große Ziele.  In ihrem Drama untersucht Mention-Schaar die Gedankenwelten zweier junger Frauen, der 17-jährigen Sonia und der 16-jährigen Mélanie. Beide befinden sich an unterschiedlichen Zeitpunkten der Radikalisierung. Hinter einem komplexen, interessanten und höchstrelevanten psychologischem Konstrukt stellt die Regisseurin vor allem eine Frage: "Gibt es einen Weg zurück?".


SWAGGER

Do, 21.11., 10:00

Regie: Olivier Babinet, F 2016, 84 Min., o.A., OmU
Dokumentarfilm, empfohlen für Sekundarstufe II 11.-13. Klasse, Sekundarstufe I 7.-10. Klasse

In der Jugendsprache haben sich Begriffe wie "Swag" längst eingebürgert und werden vielerorts, mehr oder weniger ironisch, in den Mund genommen. Der Dokumentarfilm von Olivier Babinet, der in Cannes Premiere feierte und während des Filmfests Hamburg erstmals in Deutschland gezeigt wurde, zeigt uns, was das Wort wirklich bedeutet.

Auf der Suche nach der Definition begibt Babinet sich in einen armen und sozial benachteiligten Vorort von Paris. Dort findet er elf Teenager, denen er innerhalb seines Films eine Bühne gibt. Sie erzählen von Ambitionen, Wünschen und den Träumen eines großen Lebens. Sie stellen sich selbst dar, inszenieren sich, berichten aus ihrem Leben. Gezeichnet wird in "Swagger" kein Bild von Opfern oder Außenseitern. Vielmehr zeigt Olivier Babinet uns einen Strudel aus moderner Jugendkultur, die zumeist hoffnungsvoller und enthusiastischer in die Zukunft blickt, als ihr erwachsenes Gegenstück.